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 Bauer Giles von Ham. Cassette. ( Ab 7 J.).
von John R. R. Tolkien und Hans Paetsch
Hörkassette
Januar 1984
Verlag: Dhv der Hörverlag

Kommentare und Bewertungen: ein schimmerndes Kleinod aus tolkienschen Schätzen
   
Nachdem der kleine Hobbit ans Licht der Öffentlichkeit gelangte, doch lange noch bevor das auch für den Herrn der Ringe galt, schrieb und veröffentlichte J.R.R. Tolkien die Geschichte vom Bauern Giles von Ham, genauer gesagt, vom sagenhaften Aufstieg und unerwartetem Glück dieses eigentlich eher geruhsamen und für sich lebenden Landmannes, der, eines Nachts vom Gebell seines Hundes Garm, der nebenbei bemerkt sprechen kann, geweckt wurde, denn ein umherstreunender Riese hatte gerade die Lieblingskuh des Bauen zertrampelt, daraufhin seine Donnerbüchse lud und trotz (oder gerade wegen) der Widerrede seiner Frau hinaus über's Feld schritt und sich unversehens Aug in Aug dem Riesen gegenübersah. Mehr vor Schreck als aus Kaltblütigkeit ließ er die Donnerbüchse loskrachen, auf das der Riese im Glauben, hier gäbe es offenbar üble, beißwütige Insekten, diesen Landstrich verließ.Zweierlei Dinge fanden in dieser Tat ihren Anfang: Der Ruhm des Bauern begann zu keimen und drang bis an des Königs Ohr, wo Ruhmestaten gern gehört wurden und was zur Folge hatte, dass der König dem Bauern als Dank ein Schwert zusandte, in dem, wie es mit Hilfe des Pfarrers ergründet werden konnte, offenbar wunderliche Eigenschaften schlummerten. Leider konnte es der Riese, nachdem er heimgekehrt war, nicht unterlassen, über seine Irrfahrt Prahlgeschichten zu verbreiten, und diese nun drangen an das Ohr eines Drachens, der ebenso sprachbegabt wie gierig und ebenso hinterhältig wie feige und überhaupt unermäßlich reich war. Dieser Drachen machte sich nun also auf, seinerseits der Gegend des Bauern einen Besuch abzustatten. Nach der Drache einigen Schaden angerichtet hatte, richtete sich des Volkes Verlangen und Überredungskunst an den lokalen Helden, der sich nun, sehr gegen seinen Willen (aber was half's), rüsten ließ, um auf Drachenpirsch zu gehen. An dieser Stelle sei nichts weiter verraten, außer dass es Tolkien nicht bei einer Begegnung mit dem Drachen bewendet sein ließ, und dass der König dieser Gegend Wert darauf legte, ebenfalls hinreichend .... sagen wir einmal Geltung durch all diese Heldentaten zu erlangen. Hans Paetsch liest ausgezeichnet und hat sichtlich (und hörbar) Spass, die vielen tolkienschen Sprachwendungen zur Entfaltung zu bringen. Kunstvoll in Geschwindigkeit und Betonung in Szene gesetzt erblühen Bauer, Hund, Riese, König und Ritter und nicht zuletzt der Drachen zu spannendem Leben. Schade, das 59 Minuten so schnell vorbei sind. Zum Schluß sei noch auf eine Ungeschicklichkeit hingewiesen, die sich auf dem sonst hervorragend gestalteten Cover der MC eher aufdrängt als verbirgt. Dort steht 'Für Kinder' was für sich genommen sicherlich zutreffend ist, jedoch nicht ausreichend, denn es ist mindestens ebensosehr auch 'Für Erwachsene' sowie 'Für die dazwischen' und weiterhin 'Für die darüber hinaus' geeignet. Mindestens. Eigentlich reicht diese so treffend vorgetragene Geschichte für 5 bis 6 Sternchen (wenn es denn so viele gäbe), hätte der Hörverlag nicht zur Kürzungsschere gegriffen, die zugegebener Maßen erst beim Lesen des Buchs (derzeit in der zweisprachigen Fassung bei dtv erhältlich und mehr als nur einen Tipp wert) ins Auge (oder Ohr) fällt. Dafür vergebe ich eigentlich höchstens drei Sterne. Jedoch ist die Übersetzung auf der MC vielfach treffender als die im dtv-Buch gelungen, und da die Schere mit viel Gespür für den tolkienschen Stil verwandt wurde, gebe ich dennoch 4.
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