Die Wahrheit, 5 CD-Audio


Die Wahrheit, 5 CD-Audio
von David Baldacci und Gunter Schoß
CD
September 1999
Verlag: Bastei-Verlag Gustav H. Lbbe



Kommentare und Bewertungen:
Präsident Clintons Lieblingslektüre
David Baldacci stellt seinem Roman ein Zitat von Oscar Wilde voran: "Die Wahrheit ist selten rein und niemals einfach." Falsch! "Die Wahrheit", so der Titel des Buches, ist einfach spannend. Drei Jahre und zwei mittelmäßige Thriller nach seinem legendären Debütroman "Der Präsident" hat Baldacci damit erneut einen echten pageturner vorgelegt, also eines jener Bücher, die man nur unter Androhung von Liebesentzug aus der Hand legen mag.

Gradlinig und präzise entwickelt der 39-jährige Autor die Geschichte: Nach 25 Jahren im Militärgefängnis kann ein Häftling beweisen, dass er unschuldig verurteilt wurde. Michael Fiske, Assessor am Obersten Gerichtshof der USA, prüft die Petition des Häftlings und wird tot aufgefunden. Sein Bruder John, ein Pflichtverteidiger und Ex-Polizist, glaubt nicht an die offizielle Version vom Raubmord. Er stochert in einem kriminellen Sumpf herum, der bis in den Obersten Gerichtshof reicht, und wird selbst zum Gejagten.

Die Geschichte scheint schlicht konstruiert. Doch Baldacci fesselt den Leser mit gnadenlos überraschenden Wendungen. Dabei spürt man auf jeder Seite die Authentizität von Charakteren und Schauplätzen. Der Autor war selbst zehn Jahre lang als Anwalt in Washington tätig. Übrigens: Präsident Clinton hat Baldaccis Buch zu seinem diesjährigen Lieblingsroman auserkoren. Und der Mann weiß genau, wie es sich so mit der Wahrheit verhält . . .

Mark Hübner




Spannung pur!
Ein wegen Mordes zu lebenslanger Haft in einem Militärgefängnis verurteilter Mann erhält nach 25 Jahren einen Brief von der Army und ihm wird schlagartig klar, dass ihn keine Schuld an dem von ihm begangenen Verbrechen trifft. Hört sich das nicht spannend an? Will man da nicht sofort wissen, was wohl in diesem Brief stand? Aber David Baldacci versteht es glänzend, den Leser im Unklaren über den Inhalt dieses Briefes zu lassen und somit die Spannung von Seite zu Seite zu erhöhen. Aber nicht nur die Spannung ist das Tolle an diesem Buch. Man kommt auch in's Grübeln darüber, was passiert, wenn ein Familienmitglied stirbt, den man zu Lebzeiten „ein wenig" vernachlässigt hat. D. Baldacci versteht es wirklich, dem Leser die Gefühle seiner Romanfiguren nahezubringen. Vielleicht sollte ich mich ja doch einmal wieder bei meiner Schwester melden........


Spannend, aber zu brav
Was will ich von einem Thriller? Nur gefesselt werden? Und werde ich gefesselt, wenn nicht auch ein bißchen was lerne? An Spannung läßt es David Baldacci nicht fehlen, aber er bedient sich eines, wie ich finde, etwas faulen Tricks. Er erzählt den Plot mit dem Gestus: Ich weiß ja, was los ist, aber ich sag's euch nicht. Da gab es mal eine dunkle Geschichte, an der die CIA und ein paar Militärs beteiligt waren - und deswegen sitzt ein Unschuldiger im Gefängnis. Nach 25 Jahren erfährt er überhaupt erst, daß er unschuldig ist - und dann geht's los, mit einer Eingabe ans höchste Gericht.
Man erfährt ein bißchen, wie es an diesem Gericht zugeht, man bekommen zwei sentimental erzählte Geschichten von zwei Brüdern vorgeführt, es "menschelt" überhaupt ganz ordentlich in diesem Roman, aber von Humor keine Spur. Spannend, aber brav. Ein Roman, den ich gelesen habe, weil er gerade so herumlag - aber kaufen oder gar verschenken würde ich ihn nicht. Da gibt's Besseres.


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