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 Shaft und das Drogenkartell, 1 Audio-CD
von Ernest Tidyman, Engelbert von Nordhausen, Reiner Schöne und Judith Rosmair
CD
Februar 2004
Verlag: Random House Audio

Beschreibung: Erst nachdem Shaft einen der Eindringlinge seiner Wohnung verwiesen hatte (wobei er die Tür mit dem Fenster im 20. Stock verwechselte), wurde der andere Ganove redselig. Ein Gangsterboss aus Harlem sucht Shafts Hilfe, seine verschwundene Tochter wiederzufinden. Weggelaufen? Entführt? Unversehens befindet sich Shaft im Machtgerangel zwischen sämtlichen New Yorker Gangs wieder. Zu allem Übel drohen in Harlem Rassenunruhen. John Shaft kommt in die Gänge! Mit dem schwarzen Kult-Detektiven begann Anfang der 70er-Jahre, was man als "Blaxploitation" bezeichnet. "I'm black and I'm proud", lautete damals die selbstbewusste Parole, mit der sich schwarze Schauspieler vom leidigen Onkel-Tom-auf-der-Flucht-in-Ketten-Image befreiten. Gefährlich grummelnde deutsche Synchron-Bässe so weit das Ohr reicht. Allen voran der blonde Hüne Reiner Schöne (Jesus Christ Superstar) als Erzähler. Aber auch in der zweiten Riege finden sich bewährte Stimmen wie Tommi Piper (Alf), Felix von Manteuffel und, man staune, Edelmimen vom Kaliber eines Matthias Habich. Der Soundtrack kocht förmlich vor Action: Fast ist man überfordert von dem ständigen Straßenlärm, New Yorker Sirenengeheul und Reifengequietsche, das die Dialoge überlagert. Über all dem tuckert Isaac Hayes' berühmtes Shaft-Thema, die nervöse Hihat plus Wah-Wah-Gitarre, von Studiomusiker Johann Daansen für die Hörspielproduktion um einige Bluesriffs erweitert. Alles in allem, Premiere gelungen. Shafts erster Fall vermittelt die Black Power von tausend Energiebällchen. --Ravi Unger Hörspiel, 1 CD, Gesamtlänge 58 Min. 26 Sek.
Kommentare und Bewertungen: Die besten Hörspiele...
    
Shaft kennt kein Pardon! Wer nicht reden will, fliegt! Und das ohne jede Sicherung! Aus dem Bürofenster im zwanzigsten Stockwerk des Hochhauses am Time Square. Sorry, John Shaft hat vorher vergessen, das Fenster zu öffnen, aber den Kerl, den sie jetzt bröckchenweise vom Trottoir schrubben, dürfte das eher nicht mehr beunruhigen. Doch sein Kumpan, der gerade in den Lauf einer 45er blickt, verrät den Namen des Auftraggebers, der die Ganoven geschickt hat: Knocks Persons. Knocks Persons ist eine harte Nuss! Der heimliche Beherrscher Harlems, der König der schwarzen Unterwelt, der mitleidlose Riese, den Freund und Feind gleichermaßen fürchten, will ihn sprechen. Aber er kennt Shaft noch nicht. Der schwarze Detektiv ist härter, wütender und skrupelloser als jeder Verbrecher. Und er will wissen, was gespielt wird, koste es, was es wolle. Und Knocks spricht. Erzählt aus seinem Leben, erzählt von seiner Tochter und ihrem Abstieg in die Hölle zu Alkohol, Drogen und Prostitution, nur um es ihrem Vater zu zeigen. Doch jetzt ist sie weg, verschwunden, gekidnappt. Und John Shaft soll sie suchen, denn auch Persons weiß, Shaft ist der Beste. Shaft, der Modellschwarze im grauen Wollanzug mit den sündteuren Oxfordschuhen, arrangiert sich. Mit Verbrechern, Polizisten und schwarzen Rassisten, mit Mafiosi, Barkeepern und Frauen. Natürlich mit Frauen! Welches weibliche Wesen könnte dem gutaussehenden Zwei-Meter-Lackel mit den erotischen Narben am Körper und dem coolen Spruch widerstehen? John Shaft hat es aus eigener Kraft geschafft, von Harlem aus nach oben zu kommen, den Vietnamkrieg zu überleben und sich als Detektiv eine Existenz aufzubauen. Alles unter dem Motto: wer nicht für mich ist, ist gegen mich und kriegt was in die Fresse, oder die Eier, oder wo auch immer Shaft gerade in seinen Ermittlungen nach der verschwunden Beatrice hinlangt. Shafts Metier ist nicht das große Nachdenken. Shaft geht seinen Weg, provoziert, schießt und prügelt sich und steckt auch selbst mehr als genug ein. Shaft ist ein gebranntes Kind, lauernd, wütend und durchtrainiert. Ein Sturschädel, der die einmal eingeschlagene Richtung ohne Rücksicht auf Verluste durchzieht. Und dabei pflastern gebrochene Nasen und eingeschlagene Schädel genauso seinen Weg, wie die Leichen seiner Gegner, die er nach erholsamen One-Night-Stands seinem indirekten Beschützer Lieutenant Anderozzi zur Beseitigung hinterlässt. Ernest Tidyman ist vor allem Filmfreunden kein Unbekannter. Der 1928 geborene Autor war vor allem für seine Drehbücher bekannt und für jenes von French Connection durfte er sich über einen Oscar freuen. Den übrigens auch Isaac Hayes für seine Filmmusik "Theme From Shaft" einheimste. "Shaft" kam zum ersten Mal 1971 in die Kinos und ihm folgten zwei weitere Filme und eine Serie, in der Richard Roundtree den mehr smarten als harten Detektiven mimte. Im Jahr 2000 durfte sich Samuel L. Jackson halbwegs erfolgreich an der Figur versuchen, aber auch er war mehr schwarzer Kleiderschrank als Actionheld. Annette Kurth hat aus der Vorlage ein eindrucksvolles Hörspiel geschaffen. Mit der Musik von Johan Daansen, die kongenial den Original-Soundtrack von Isaac Hayes reanimiert und fortführt ohne das Zeittypische aus den Augen (Verzeihung!), aus den Ohren zu verlieren. Dazu ein veritabler Geräusch-Film der Asoziationen zum Actionkino der 70er Jahre evoziert. Garniert mit den testosteronhaltigsten Stimmen aus Filmsynchron und Hörspiel... Schöner hat "Schund" nie geklungen. Betrachtet man dann noch die einigermaßen mißlungene Hollywood-Neuauflage, dann hat man von Annette Kurth, geradezu eine Wiederbelebung von Tarantino'schem Format. Also Ohren auf! für "Blaxploitation"-Radiofilms
FSK - Freiwillige-Selbst-Kritik
    
Wer nicht reden will, fliegt! Und das ohne jede Sicherung! Aus dem Bürofenster im zwanzigsten Stockwerk des Hochhauses am Time Square. Sorry, John Shaft hat vorher vergessen, das Fenster zu öffnen, aber den Kerl, den sie jetzt scheibchenweise vom Trottoir schrubben, dürfte das eher nicht mehr beunruhigen. Doch sein Kumpan, der gerade in den Lauf einer 45er blickt, verrät den Namen des Auftraggebers, der die Ganoven geschickt hat: Knocks Persons. Knocks Persons ist eine harte Nuss! Der heimliche Beherrscher Harlems, der König der schwarzen Unterwelt, der mitleidlose Riese, den Freund und Feind gleichermaßen fürchten, will ihn sprechen. Aber er kennt Shaft noch nicht. Der schwarze Detektiv ist härter, wütender und skrupelloser als jeder Verbrecher. Und er will wissen, was gespielt wird, koste es, was es wolle. Und Knocks spricht. Erzählt aus seinem Leben, erzählt von seiner Tochter und ihrem Abstieg in die Hölle zu Alkohol, Drogen und Prostitution, nur um es ihrem Vater zu zeigen. Doch jetzt ist sie weg, verschwunden, gekidnappt. Und John Shaft soll sie suchen, denn auch Persons weiß, Shaft ist der Beste. Shafts Metier ist nicht das große Nachdenken. Shaft geht seinen Weg, provoziert, schießt und prügelt sich und steckt auch selbst mehr als genug ein. Shaft ist ein gebranntes Kind, lauernd, wütend und durchtrainiert. Ein Sturschädel, der die einmal eingeschlagene Richtung ohne Rücksicht auf Verluste durchzieht. Und dabei pflastern gebrochene Nasen und eingeschlagene Schädel genauso seinen Weg, wie die Leichen seiner Gegner, die er nach erholsamen One-Night-Stands seinem indirekten Beschützer Lieutenant Anderozzi zur Beseitigung hinterlässt. Ernest Tidyman ist vor allem Filmfreunden kein Unbekannter. Der 1928 geborene Autor war vor allem für seine Drehbücher bekannt und für jenes von French Connection durfte er sich über einen Oscar freuen. Den übrigens auch Isaac Hayes für seine Filmmusik "Theme From Shaft" einheimste. "Shaft" kam zum ersten Mal 1971 in die Kinos und ihm folgten zwei weitere Filme und eine Serie, in der Richard Roundtree den mehr smarten als harten Detektiven mimte. Im Jahr 2000 durfte sich Samuel L. Jackson halbwegs erfolgreich an der Figur versuchen, aber auch er war mehr schwarzer Kleiderschrank als Actionheld. Obwohl Ernest Tidyman selbst kein Farbiger ist, versucht er doch beständig die Tonart des schwarzen Mannes aus Shafts Sprache klingen zu lassen, so dass ständig ein rauher und anklagender Ton wider die weiße und korrupte Obrigkeit im herrscht. Annette Kurth gelingt es mit ihrer Inszenierung stilsicher das New York der 70er Jahre vor unseren Ohren erstehen zu lassen. Vor allem die Musik von Johan Daansen spinnt dabei eine Atmosphäre aus, die kongenial die Musik von Isaac Hayes nacherzählt und fortentwickelt ohne den Zeitbezug zu verlieren. Markige Stimmen, bekannt aus unzähligen Filmsynchronisationen und Hörspielen, verleihen den Figuren höchst glaubwürdig Gestalt. Das alles amalgamiert zu einem höchst edlen Trash mit B-Film-Attitüde, bei dem man jede Sekunde glaubt, in ein schmuddeliges Bahnhofskino 1971 zurückversetzt worden zu sein. Eine spannende, augenzwinkernde und echt coole Reise zurück durch die Zeit. Alles das, was das Film-Remake nicht geleistet hat - eher was ein Tarantino an diesem Stoff geleistet hätte... Leonhard Koppelmann ist Regisseur und Bearbeiter u.a. folgender Hörbücher: Philip Kerr - "Das Wittgenstein-Programm", Ken Follet - "Die Säulen der Erde", Michel Houellebecq - "Elementarteilchen", Umberto Eco - "Baudolino", Léo Malet - "Das Leben ist zum Kotzen", Jakob Arjouni - "Kismet", Moritz Rinke - "Die Nibelungen", Andrea Camilleri - "Die Stimme der Violine" u.v.a.
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