Hörbuch         Der Stellvertreter, 2 Audio-CDs


Der Stellvertreter, 2 Audio-CDs
von Rolf Hochhuth, Erwin Piscator, Dieter Borsche und Günther Tabor
CD
Februar 2003
Verlag: Dhv der Hörverlag



Beschreibung:
Allein die bloße Ankündigung eines Stückes über die Verstrickungen des Papstes Pius XII. in den Holocaust löste 1963 hitzigste Diskussionen aus. Als bekannt wurde, dass Erwin Piscator, der Rolf Hochhuths "christliches Trauerspiel" kurz zuvor an der Berliner Volksbühne uraufgeführt hatte, eine Hörspielfassung für den Hessischen Rundfunk plante, brach eine ungeheure Protestwelle, darunter Bombendrohungen, über den Sender herein. Allen Widrigkeiten zum Trotz wurde die vorliegende, herausragende Hörspielfassung 1963 mit dem kompletten Uraufführungsensemble eingespielt und vom HR mutig ausgestrahlt.

Hochhuths bitterkaltes Porträt eines Stellvertreter Gottes auf Erden, für den Judendeportationen und Berichte über Konzentrationslager lediglich Anlass zu einem diplomatischen Eiertanz unerhörter Art waren, geriet zu einer Sternstunde des Rundfunks! Unvergessliche Mimen rufen sich nochmals in Erinnerung: ein grandioser Dieter Borsche als Pius, Siegfried Wischnewski, Fritz Tillmann und Rudolf Fernau -- nur einige der großen Schauspielernamen, die diesen Stellvertreter zu einem grausamen katholischen Lehrstück machten. Unbedingt hörenswert! --Ravi Unger

Hörspielfassung; 2 CDs; Gesamtlaufzeit zirka 130 Minuten.


Kommentare und Bewertungen:
*** Bedingt empfehlenswert ***
Als Viel-Hörer von Hörbüchern und Hörspielen, bin ich wohl schon ein bisschen verwöhnt, was dieses Genre angeht. Die Luft wird wohl irgendwann dünn(er) - oder man selbst ist zu verwöhnt! ;-) Aber das ist womöglich mein persönliches Empfinden. Wie sich jenes genau darstellt mag ich hier darlegen - entscheiden müssen Sie selbst.

Ich halte das Hörspiel "Der Stellvertreter" nämlich für nicht besonders empfehlenswert; soviel vorweg.

a) Das Thema ist zu interessant, als das man es sich "nebenbei" als Hörspiel anhört:

Als ich um das Thema las, um das es beim "Stellvertreter" ging wurde ich schnell neugierig - ich kannte das Buch vorher nicht-, geht es doch um (vermeintlich!) geschichtliche Hintergründe der Judenverfolgung in Zusammenhang mit der Kirche; um Papst Pius' "Schweigen" zum Thema der Judenverfolgung im 2. Weltkrieg, nämlich.
Ohne Zweifel, ein brisantes Thema. Dennoch sollte man (das hat sich nicht nur bei diesem Stück bewährt) nicht alles glauben, was man liest oder hört. Es gibt viele Kritiken (und richtiggehende Diskussionen !) um dieses "Stück" Hochhuths, und soweit ich auf dem laufenden bin, ist sein Vorwurf an Papst Pius XII., jener solle "geschwiegen" haben zur Tatsache der Judenverfolgung, wohl nicht aufrechtzuerhalten.

b) Die Tonqualität der Aufnahme ist nicht von hoher Qualität:
Gut, man muss dieser Hörspielfassung des HR einräumen, dass sie 1963 entstand, da sollte man schon ein Auge zudrücken, wenn nicht alles so perfekt klingt. Es kann nicht mit einem Hörspiel wie dem vom "Herrn der Ringe" mithalten, soviel steht fest. Das bedeutet aber auch, dass man sich als Hörer verdammt konzentrieren muss um die Lautstärkenschwankungen der unterschiedlichen Sprecher zu identifizieren/ wahrzunehmen.
Meines Erachtens ist es keinesfalls für eine Autofahrt geeignet.
Ohnehin ist es - wegen der Brisanz des Themas - nicht geeignet als "Unterhaltungslektüre".

Das ich es dennoch gerne gehört habe,und nicht direkt für einen Fehlkauf hielt möchte ich nicht zum Ausdruck bringen.
Irgendwie hat das Stück als Hörspielberarbeitung - jetzt nicht des Inhalts wegen! - Erinnerungen an alte Zeiten ausgellöst, als ich abends im Radio manchmal Hörspiele nebenbei gehört habe. - Ich erinnere mich jetzt weider ... die haben auch so was Verstaubtes an sich gehabt, diese Hörspiele von vor 20 bis 25 Jahren. Sowie dieses Stück hier. Die Darsteller haben "Theaterdeutsch" geredet. Anders jedenfalls als heute gesprochen oder vorgelesen wird. Man kann aus alten Hörspielen oder Theaterstücken regelrecht heraushören, WIE alt sie sind. Und die Sprecher haben so einen typischen "Theaterdeutsch-Charakter" in ihren Stimmen. - Ein bisschen kommt man sich dabei schon so vor, als wäre man selbst auf einem Zuschauerrang.

Ich glaube, so sollte man es auch mit diesem Hörspiel halten.
Augen zumachen und sich in einem Theaterstück wähnen. ;-)


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Belletristische Dramatik auf Hörbuch

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