 Michael Kohlhaas, 1 Audio-CD
von Heinrich von Kleist und Walter Richter
CD
September 2003
Verlag: Der Audio Verlag, Dav

Kommentare und Bewertungen: Großartiges Hörspiel
    
Mitte des 16. Jahrhunderts lebt Michael Kohlhaas als Viehändler in Kohlhaasenbrück in Brandenburg. Er ist ein frommer, ehrlicher und gerechter Mann. Mit seinen Pferden auf dem Weg nach Sachsen, um diese zu verkaufen, wird er von einem Zöllner aufgehalten, bei dem er Zoll zahlen soll. Obwohl er ordnungsgemäß bezahlt wird er vom Burgvogt aufgehalten. Der Junker Wenzel von Tronka verlangt von Kohlhaas einen Passierschein und beschlagnahmt dessen Pferde. Als Kohlhaas zurückkommt sind die Pferde, die zur Feldarbeit eingesetzt wurden, völlig abgemagert. Zuhause erfährt er dann, daß sein Knecht Hirse zu Unrecht vertrieben wurde. Kohlhaas reicht Klage ein, die an mehreren Stellen abgewiesen wird. Als dann noch seine Frau zu Tode geprügelt wird, nimmt Kohlhaas bittere Rache und wird zum Mordbrenner. Auf Vermittlung von Martin Luther, den Kohlhaas sehr verehrt, kommt es zu einer Gerichtsverhandlung. Kohlhhaas bekommt endlich mit seiner Anklage Recht, wird aber für seine Verbrechen zum Tode verurteilt. Teile von Heinrich von Kleist's Novelle "Michael Kohlhaas" beruhen auf wahren Begebenheiten. Ein Viehhändler namens Hans Kohlhaase war, etwa im Jahre 1535, mit seinen Pferden auf dem Weg nach Sachsen. In einer Schenke erweckte er das Mißtrauen anwesender Bauern, die ihn für einen Viehdieb hielten, weil er es eilig hatte und noch in der Nacht weiterreiten wollte. Als ihn die Bauern zur Rede stellten, zog Hans Kohlhaase sein Messer und setzte sich zur Wehr. Die Bauern überwältigten ihn, beschlagnahmten die Pferde und verlangten einen Eigentumsnachweis. Als Kohlhaase nach einiger Zeit mit einer Bescheinigung zurückkam um die Pferde abzuholen, stellte er fest, daß sie bei der Feldarbeit eingesetzt wurden. Außerdem verlangten die Bauern von ihm eínen großen Betrag für die Fütterung. Hans Kohlhaase protestierte bei bei mehreren Fürsten, bekam aber kein Recht. Aus Rache plünderte er mehrere Dörfer und zündete sie an. Er wurde gefangengenommen und zum Tode verurteilt. Auf dem Weg zu seiner Hinrichtung soll er immer wieder gesagt haben: "Nunquam vidi iustum derelictum (Niemals einen gerechten verlassen gesehen)". Das Hörspiel "Michael Kohlhaas" basiert auf einer fiktiven Gerichtsverhandlung in welche die Handlung der Novelle eingeflossen ist. In der Verhandlung kommen alle wichtigen Personen der Novelle zu Wort. Die Sprecher, Heinz Schimmelpfennig als Herse, Konrad Georg (Kommisar Freitag) als Junker Wenzel von Tronka und Arno Assmann als Ankläger, um nur einige zu nennen sind großartig. Herausragend aber ist Walter Richter, allen bekannt als Tatort-Kommissar Trimmel. Mit seiner gewaltigen Stimme ist ihm die Sprechrolle förmlich auf den Leib geschrieben. Ein großartiges Hörspiel zu einem günstigen Preis. Es gehört in jede gute Hörspielsammlung.
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