Hörbuch         Also sprach Zarathustra, 6 Cassetten


Also sprach Zarathustra, 6 Cassetten
von Friedrich Nietzsche und Peter Wapnewski
Hörkassette
Mai 2000
Verlag: HÖR Verlag



Beschreibung:
Gott ist tot. Und die Menschen haben es noch nicht bemerkt? Die Religion? Ein Götzendienst in einer sinnentleerten Welt. Was ist schon gut und böse, wenn das oberste Ziel des Lebens in der Relativität der Werte versinkt? Zarathustra ist der Verkünder des neuen Heils: "Ich will die Menschen den Sinn ihres Seins lehren -- welcher ist der Übermensch." Jenes vollkommene Wesen, "rechtwinklig an Geist und Seele", das die Kranken und Schwachen verachtet, die moralinsauren Spießbürger, deren neuer Götze der Staat ist, die Asketen, die ihren Leidenschaften nur das Deckmäntelchen der Tugend überstreifen. Wie Blitze lässt Zarathustra seine Wut, seine Provokation und seine Polemik hernieder fahren auf das Volk.

Reden sind dazu gemacht, gehört zu werden. In der Rede erlangen die Worte, die Nietzsche dem Weltverbesserer Zarathustra in den Mund legt, ihre ganze Kraft. Peter Wapnewski, Professor der Deutschen Literatur -- ein Könner wahrlich in der Kunst des Rezitierens -- lässt sich ein auf die Dichte des Textes. Ein zweifelndes Zögern, ein Schneiden der Stimme, ein Moment atemloser Stille, bevor ein neues Gewitter aus Zorn und Begeisterung gleichermaßen auf den Hörer hernieder fährt. Eindringlich und lebendig ist die Vertonung der drei ersten und wichtigsten Reden Zarathustras aus Nietzsches zentralem Werk.

Doch was gilt schon der Prophet im eigenen Land? "Damals trugst du deine Asche zu Berge, willst du heute dein Feuer in die Täler tragen", ruft der Gläubige Zarathustra zu, als der nach 10-jähriger Einsiedelei zu den Menschen zurückkehren will, "fürchtest Du nicht des Brandstifters Strafen?" Nietzsche ist nicht Zarathustra und doch hat auch er vom geistigen Brandstifter über den Jugendverderber bis zum geisteskranken Wirrkopf fast jeden Titel getragen. Der geistige Missbrauch durch die Nationalsozialisten hat seine Spuren hinterlassen. Trotz allem lohnt sich die Wiederentdeckung Nietzsches. Die Vertonung von Peter Wapnewski eröffnet Kennern eine neue Dimension und bringt Ersthörer auf einen guten Weg. --Cornelia Eulitz


Kommentare und Bewertungen:
Wo die Geister sich scheiden
Ich habe ein Problem mit Hörbüchern. Das steht ganz unmittelbar mit dem im Zusammenhang, worauf Reich-Ranicki bereits 1962 hingewiesen hat. Zum Thema Autorenlesungen hieß es: „Bei der lediglich akustischen Darbietung literarischer Texte werden die Gegenstände der Betrachtung nicht in ihrer ursprünglichen Gestalt präsentiert, sondern zugleich mit einer Interpretation versehen. Stimme und Tonfall erzeugen eine Atmosphäre, die vielleicht, hätte man nur das Manuskript in der Hand, unbemerkt geblieben wäre."

Es versteht sich von selbst, daß der Vortrag seine Aufmerksamkeit nicht nur auf eine bestimmte Interpretation lenkt, sondern sie gleichzeitig jeder anderen beraubt. Mit anderen Worten, der Text verliert. Eine ähnliche Erfahrung macht man immer wieder, bei der Verfilmung literarischer Vorlagen. In der Hauptsache enttäuschen sie, nicht unbedingt, weil schlechte Filme entstehen, sondern weil sie der Tiefe und Mehrdimensionalität eines Textes nicht gerecht werden.

Es gibt aber Fälle, da kehrt es sich gerade zum Gegenteil. Der Vortrag des Zarathustra von Otto Clemens ist ein solcher Fall. Am Zarathustra, heißt es, scheiden sich die Geister. Für die einen ist es das Herzstück von Nietzsches Schaffen, Dichtung und Poesie, deutsche Sprachgewalt wie es sie seit Luther nicht mehr gab; für die anderen eine Aufweichung, der von Nietzsche gewohnten Sätze aus Granit, einfach und schwer, geschaffen für einen Steinwurf gegen das Glashaus der Zeitgemäßen. Ich habe mich immer den letzteren zugezählt. Der Zarathustra scheint mir, wenngleich wenig zimperlich, doch von einer überdichteten, mitunter ins Rührseelige verfallenen Art, die nicht nur sprachgewaltig ist, sondern auch der Sprache Gewalt antut. Beim Lesen habe ich meine Probleme. Beim Hören nicht. Das Projekt von dem bekannten Theater- und Filmschauspieler Otto Clemens und dem Musiker Peter N. Gruber hat mich emotional überzeugt. Der Vortrag hat mich nicht berührt, er hat mich durchdrungen. Für mich hat er den Zarathustra gerettet.

Naturgemäß hört man auf der CD nicht das ganze Werk, sondern eine gefällige Auswahl. Die aber wird dem Ganzen durchaus gerecht, zum einen, weil Nietzsche selbst den Zarathustra nicht systematisch konzipiert hat und zum anderen, weil es hier mehr um das Atmosphärische und Ästhetische geht, als um den Gesamtzusammenhang. Weniger um Philosophie, mehr um Dichtung.

Eine Bereicherung bietet die musikalische Unterstützung, die sich allein auf einen Kontrabaß beschränkt. Niemand braucht sich hier vor einer peinlichen Orchestrierung fürchten, wie man sie oft im Filmischen erdulden muß. Stimme und Instrument erreichen hier eine seltene Intimität. Das eine scheint erschaffen für das andere. Beide haben Nietzsche beim Wort genommen, als er einmal meinte, „Man darf vielleicht den ganzen Zarathustra unter die Musik rechnen".


Eines der besten deutschsprachigen Bücher über Philosophie
Also sprach Zarathustra ist ein Meisterwerk der Philosophie,wobei die Dichtung im Vordergrund steht.Es geht in diesem Buch um Zarathustra, welcher den Menschen den Übermensch predigt.Er versucht zu erklären,dass der Mensch nur ein Verbindungsseil zwischen Tier und Übermensch sei.Ferner spricht er von dem Guten und dem Bösen!Es lohnt sich dieses Meisterwerk Zu lesen!


Nietzsches Meisterwerk...
Lassen wir die Diskussion über pro und contra von Hörbüchern mal aussen vor, obwohl ich sagen muss, dass ich kein Freund von ihnen bin, wie ich mittlerweile festgestellt habe, so bleibt bei diesem Hörbuch folgendes:
Erstens bleibt ein störender Kontrabass, der die Aufgabe hat auch dem letzten Hörer zu vermitteln an welchen Stellen es interessant wird und der auch sonst mehr stört als irgendeinen Nutzen erzielt.
Zweitens bleibt ein vertonter Klassiker der Philosophiegeschichte. Nietzsches Zarathustra ist sicherlich ein geniales, ein spannendes Werk, das steht ausser Frage, doch in dieser Form bleibt von Nietzsches Werk nicht mehr fiel. Die Auswahl einiger Abschnitte aus dem Werk um sie auf eine CD zu komprimieren ist sicher legitim, sie ist auch nicht die Schlechteste, doch klar ist auch, dass der Hörer so nicht in die Tiefen des Werks eingeführt werden und auch nicht seine Klasse verstehen kann.
Drittens bleibt ein Sprecher, der in Österreich als Schauspieler zu Ruhm gelangt ist, der den Zarathustra aber leider nicht gerade sehr Eindrucksvoll vorträgt. Teilweise werden die Passagen einfach nur Monoton vorgelesen, andere wiederrum mit übertriebenem Ausdruck.

Abschließend kann man sagen, dass der Zarathustra an sich lohnens- und lesenswert ist, diese Art der Vertonung jedoch leider nicht.


Langweiliger Vortrag
Leider ist das Hörbuch recht langweilig vorgetragen und nur mit mittelmäßiger Qualität (vor-)gelesen worden.
Schade, dass die gute Vorlage so schlecht umgesetzt wurde!!!


Impressum

 

 

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