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Hörbuch Brief an den Vater. CD.
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 Brief an den Vater. CD.
von Franz Kafka
CD
Januar 2002
Verlag: Mackensen, Berlin

Kommentare und Bewertungen: sein persönlichstes werk
    
nachdem ich kafkas biographie gelesen habe und natürlich "die verwandlung", "der proceß" und "das schloß", war ich doch etwas überrascht, dass dies alles von "brief an den vater" übertroffen wurde. vom persönlichkeitsgrad kommt es einem tagebuch gleich, wobei dieser brief, den nicht einmal der eigentliche empfänger gelesen hat, übertrifft es sogar. durch diesen brief wollte kafka die beziehung zu seinem vater endlich festigen und klarheit schaffen. seit seiner kindheit an spielte das vaterbild eine große rolle in seinem leben. der vaterkomplex begleitet ihn durch all seine werke, vor allem "die verwandlung" wurde stark davon beeinflusst. zuletzt schickte er ihn jedoch nicht ab, was zeigt, dass kafka nie den mut hatte, auf seinen vater zuzugehen.
der Brief an den Vater
    
Ist es eigentlich erlaubt, eine rein objektive Rezension über Kafkas Brief an seinen Vater zu schreiben? Wenn man Kafka liest, ich betone, liest und nicht überfliegt, kann es gar keine objektive Bewertung von Kafkas Werk, insbesondere dem Brief an den Vater geben. Für Verfechter der Hermeneutik birgt dieses durchaus als Werk gültiges, ja, Zeitdokument natürlich enorm viele Subtilitäten, welche aber nur die einzelnen Folien in Kafkas Werk wiederspiegeln, die jeder kafkaforscher für sich individuell, also subjektiv im gleichen Maße definiert. So sehen wir, es ist erlaubt, aber schier unmöglich, Kafka mit einer objektiven Deutung seines werkes zu huldigen. Dass Kafka sein Werk so schrieb, dass es jeder und keiner voll und ganz versteht, verdeutlicht er im Brief an den Vater. Dieser Brief bietet für Kafka-Neulinge den idealen Einstieg in sein Werk, da die Problematik der Authorität des Vater aus hermeneutischer Sicht immer eine Rolle spielt...aber das ist AUSLEGUNSSACHE ;-)
Kafka - Für mich entdeckt.
    
Nun, ich war zuvor kein Freund der Kafkaschen Werke, habe ich doch "Die Verwandlung" und andere Erzählungen gelesen und dennoch wusste mich nie ein Werk so sehr überzeugen wie "Brief an den Vater". Nicht nur, dass hier der ansonsten so trockene Stil eine neue persönliche Richtung bekommt, die Präzision, mit der Kafka seinen Vater durchleuchtet, ihn durchschaut und mit wesentlichen Begebenheiten er seine Thesen unterstützt. Für mich hat dieses Werk einen sehr greifbaren Aspekt: Hier kann man Kafkas gesamte Verletzlichkeit und gesamte Selbstkritik beobachten. Mit welcher fast schizophremie er heran geht die Schuld des Vaters zu beweisen, ihn dann aber von seiner Schuld freizusprechen. Wie er eine Anklage gegen seinen Vater erhebt und ihn dann persönlich von seinen Vorwürfen freispricht und entschuldigt. Die gesamte Bandbreite der Kafkaschen Gefühlswelt wird hier geboten: Wut, Hass, Verzweiflung, Traurigkeit und auch ganz einfache Schwermütigkeit, die ja immer ein wesentlicher Charakterzug Kafkas war. Wer mehr über die persönliche Seite Kafkas wissen wollte, stößt hier auf ein sehr schönes Werk, was genügend Unterhaltungs und auch Nachdenkstoff liefert.
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