Hörbuch         Cäsar läßt grüßen, 2 Audio-CDs


Cäsar läßt grüßen, 2 Audio-CDs
von Joachim Fernau und Norbert Langer
CD
September 2003
Verlag: Langen/Müller Audio-Books



Kommentare und Bewertungen:
Geschichte interessant gestalten
Immer wieder muss ich die Worte von Nich-Altphilologen hören: Ne die Römer,die interessieren mich nicht, die wurden mir durch die Schule verdorben. Nun hier kann ich nur sagen: Einige dieser Anti-Römer wurden durch Fernaus Cäsar lässt grüssen kuriert. Es werden Zusammenhänge dargestellt, mit einem Spritzer Ironie und auch einem zwinkernden Auge. Die für Laien doch teilweise langweilige und auch langatmigen Sachverhalten werden interessant und mit Schwung beschrieben, aber immer so, dass man sie jederzeit verstehen kann ohne jedes Patrizier oder auch Plebjergeschlecht Roms zu kennen. Es ist ein mehr als empfehlenswertes Buch für Menschen die vom Geschichteunterricht in der Schule schwer Schäden davon getragen haben und diese nun kurieren möchten


Zur Krise von Weltmächten ...
Immer freier, immer fortschrittlicher und unter dem lauten "Hallo" der Menschen zügig in den Untergang. Natürlich erzählt Fernau die Geschichte des Imperium Romanum, sein Punkt ist jedoch ein anderer: Wenn die "virtus" zum Teufel geht, dann geht auch das Weltreich dahin, ganz gleich wie groß oder mächtig. Fernau schreibt vor wechselnden historischen Kulissen beweisende Essays für seinen ideologischen Grundtenor: Wenn alte Formen aufgegeben werden bevor neue, bessere Formen existieren, dann verfällt vieles, das gut und wertvoll war. Die Zeitgenossen reden meistens jedoch nicht von Verfall; sie nennen es Fortschritt". Dieses Buch steht somit im sinnfälligen Zusammenhang mit "Rosen für Apoll", Deutschland, Deutschland über alles..." und "Sprechen wir über Preußen". Wer die Aktualität politischer Ereignisse verfolgt, könnte bei der Lektüre ebenfalls auf die Frage kommen, wie viel Zeit Fernau - gesetzt den Fall er würde noch leben - wohl den gegenwärtigen Vereinigten Staaten bis zum ideologischen (und damit weltpolitischen) Zusammenbruch noch geben würde...
Unabhängig davon besticht Fernau wie gewohnt mit kurzweiliger und souveräner Geschichtskenntnis ohne sich dabei in sklavischer und wiederkehrender Eintönigkeit mit Nebensächlichkeiten wie Daten und Fakten abzugeben. Man hat bei Fernau immer den Eindruck, dass er diese Souveränität im Umgang mit den Epochen nur deshalb ohne Suizidgefährdung an den Tag legen kann, weil sich bei ihm Resignation und weitgehende Desillusion zur Weisheit des Alters weiterentwickelt haben.
Unbedingt empfehlenswert - auch als weltpolitische Situationsanalyse.


Nette Zusammenfassung der römischen Geschichte
"Cäsar läßt Grüßen" beginnt mehr oder weniger da, wo "Rosen für Apoll" schließt: Bei der Geburt des römischen Reiches. In flottem Stil jagt Joachim Fernau durch die frühen Jahre, die Republik, die Bürgerkriege und die Kaiserzeit. Doch anders als den Griechen gehört den Römern nicht seine volle Sympathie. Und das merkt man ihm deutlich an. Nicht das sein Schreibstil oder sein Witz leiden würden, nein. Vielmehr hält er den Römern ihre Einfaltslosigkeit, ihre Härte, ihre mangelnde Liebe zur Muse vor. Und wie immer steht er dabei in guter Tradition des Historismus: seine Geschichte wird immer an bedeutenden Personen einer Periode exemplifiziert. Und so bleibt nach Genuß dieses Buches bei dem fortgeschrittenen Geschichtsinteressierten eine Menge neuer Denkanstöße - auch und gerade zur Entwicklung des Plebs - zurück, bei dem Einsteiger aber bildet sich zumindest ein guter Überblick über wirken und schaffen der Römer Insgesamt sehr erfreulich zu lesen, allerdings nicht übermäßig mit neuen Erkenntnissen überfrachtet. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)


Einsteigerbuch
Römische Geschichte kann wirklich unterhaltend sein. Wer dies nicht glaubt, sollte dieses Buch gelesen haben, um sich vom Gegenteil überzeugen zu lassen. Joachim Fernau fässt die Geschichte der Römer in einem einmaligen Stil zusammen, der witzig, amüsamt sowie informativ zugleich ist. Dem Leser wird nicht die berühmte Abfolge chronologischer Ereignisse präsentiert, die manch ein spannendes Thema so manipuliert, dass es sich bestens gegen nächtliche Schlaflosigkeit einsetzten lässt. Klassische Zahlenschieberei ist in dem Buch fehl am Platz. Die Ereignisse werden selbstverständlich zeitlich datiert, aber in eine für den Laien verdaulichen Form dargeboten, ohne vom Leser gigantische Vorkenntnisse zu verlangen. Sein frecher und lockerer Schreibstil lädt den Leser auf eine Reise durch die römische Epoche ein, die er nicht so schnell vergisst, da der Autor bewusst auf unwichtige Details verzichtet. Alles in allem ein sehr gelungenes Buch, von dem ich mir lediglich an einigen Stellen besseren Zugang zum politischen Hintergrund gewünscht hätte. Ich kann es jedem empfehlen, der in die römische Geschichte einsteigen will. Geschichtsstudenten sollte es aber allenfalls als Abwechslung zu den sonst verschlafenen Lehrbüchern ansehen, da fehlende Chronologie es zum lernen ungeeignet macht.


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