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 Das Kreidekreuz, 4 Audio-CDs
von Ulrike Schweikert
CD
Februar 2005
Verlag: Lübbe

Kommentare und Bewertungen: gelungene Weiterführung
    
Nachdem ich von der "Tochter des Salzsieders" begeistert war, musste ich natürlich die Fortsetzung auch lesen. Die Erwartung war hoch, ich wurde aber zum Glück nicht enttäuscht und konnte erneut einige spannende Lesestunden am Beginn der Neuzeit verleben.Schauplatz ist auch diesmal wieder Schwäbisch Hall. Diesmal haben sich aber die Zeichen der Zeit geändert, nachdem 15 Jahre ins Land gezogen waren. Mittlerweile hat ein Mönch in Wittensberg 95 Thesen angeschlagen und die Bibel übersetzt und das Land liegt im Umbruch. Bauern sind nicht mehr bereit immer mehr Steuern zu zahlen und so kommt es zu einem unausweihlichen Aufstand, den Bauernkriegen. In dieser Zeit lebt nun Anna Katharinne, mittlerweile verheiratet und Mutter dreier Kinder. Sie wird unweigerlich in die Wirren der Zeit verstrickt und versucht sich daraus einen Weg zu bahnen. Besonders gut gefallen hat mir die historische Authentizität. Ulirke Schweikert versteht es ihre Geschichte um die Geschichte herum aufzubauen ohne dabei Unwahrheiten über historische Begebenheiten zu verbreiten. Dadurch ensteht ein gutes Bild der Zeit und man kann sich wirklich in die Geschichte hineinversetzten. Ein weiterer großer Bonus des Buches ist, dass Schweikert auch gezielte Literaturangaben macht, damit man sich dann über Einzelheiten genauer informieren kann. Ein rundum gelungenes Buch, aber ein kleiner Tipp: Man sollte um die Charaktere besser verstehen zu können vorher die Tochter des Salzsieders gelesen haben. Es ist aber nicht notwendig, da man die Geschichte auch verstehen kann, wenn man nur diesen Roman liest.
Gelungene Fortsetzung mit kleinen Abstrichen!
   
„Das Kreidekreuz" ist die zwar gelungene Fortsetzung zu „Die Tochter des Salzsieders", aber für meinen Geschmack mit einigen Längen und teilweise etwas zu schwülstig: Fünfzehn Jahre sind inzwischen vergangen, Anne Katharina Vogelmann hat auf Drängen ihres älteren Bruders vor 14 Jahren den Sieder Michel Seyboth geheiratet. Sie hat ihm drei Kinder geboren, aber es ist eine unglückliche Ehe. Sie ist vom Regen in die Traufe gekommen, denn all die Schwierigkeiten, die sie im Hause ihres älteren Bruders hatte, hat sie auch mit ihrem lieblosen Ehemann. Hinzu kommt außerdem noch der Drachen von Schwiegermutter, der ihr das Leben schwer macht und ihr die Kinder zu entziehen versucht. Sie trifft zufällig auf Rugger Beltz, der sie während ihrer Kerkerhaft in „Die Tochter des Salzsieders" bewacht hatte und jetzt Landsknecht ist. Sie verliebt sich in ihn: er ist das genaue Gegenteil ihres Mannes und verkörpert für sie die Freiheit, die sie so vermisst. Die ohnehin schon großen häuslichen Probleme werden dadurch noch größer, da Rugger und Anne Katharinas Mann während der Aufstände auf verschiedenen Seiten stehen und Michel ahnt, dass seine Frau ihm Hörner aufsetzt. Anne Katharina gerät einmal mehr ungewollt zwischen die Fronten, als ihr elfjähriger Sohn Bernhard sich den Aufständischen anschließt und sie sich aufmacht, ihn inmitten der Wirren zu finden..... Frau Schweikert sagt im Anhang, dass sie den Bauernkrieg „historisch genau" und mit „möglichst vielen Details" darstellen wollte. Einerseits fand ich ihre Schilderungen zwar sehr interessant, aber andererseits hat mich die Detailfülle teilweise erschlagen, da ich mehr an Anne Katharinas Schicksal interessiert war und nicht so sehr an Details von Schlachten & Scharmützeln (auch wenn Anne Katharinas Schicksal unweigerlich mit dem Bauernkrieg verknüpft ist). Außerdem fand ich die Schilderungen von Anne Katharinas und Ruggers Beziehung manchmal zu kitschig und überladen. Ansonsten hat sie - wie in jedem ihrer Bücher, die ich bisher gelesen habe - glaubwürdige Personen geschaffen. Ein Glossar sowie eine Liste der Dramatis Personae sind auch in diesem Buch wieder vorhanden. Fazit: „Das Kreidekreuz" ist zwar sehr lesenswert, hat mir aber aufgrund der o.a. Gegebenheiten nicht so gut gefallen wie „Die Tochter des Salzsieders". Daher auch „nur" vier Sterne.
Guter historischer Roman!
   
Der vorliegende Roman ist die Fortsetzung von "Die Salzsiederin" und wir verfolgen somit das Schicksal der Anne Vogelmann weiter. Mich persönlich hat der Roman nicht ganz überzeugt. Die Bauernkriege sind zweifellos interessant, aber manchmal verliert sich die Autorin zu sehr in ihrer Liebesgeschichte und manchmal hatte ich einfach das Gefühl, dass die Autorin mit ihrer Handlung nicht in die Pötte kommt. Schweikerts Stärke ist sicherlich ihre gute historische Recherche (auch wenn sie in diesem Buch manchmal mit Details übertreibt) und die an sich interessanten und gut ausgeleuchteten Charaktere, aber in letzter Zeit habe ich doch historische Romane (auch von deutschen Autoren) gelesen, die sich flüssiger und lebendiger lesen ließen. Vielleicht war es auch einfach keine gute Idee eine Fortsetzung zu schreiben. Das Buch bietet trotz allem gute Unterhaltung und ich habe es wirklich gerne gelesen!
guter Lesestoff, nicht ganz so gutes Hörbuch
  
Zu der Geschichte an sich: Auch ich finde, dass Ulrike Schweikert eine recht gute Fortsetzung von "Die Tochter des Salzsieders" gelungen ist, wobei der Erstlingsroman an Spannung nichts vermissen lässt - wie es bei "Das Kreidekreuz" teilweise der Fall ist. Die Geschichte lässt sich insgesamt etwas langsamer an. Dennoch ist die Umsetzung zu der Zeit der Bauernkriege meiner Meinung nach sehr gut gelungen. Zu der Hörbuchfassung: Es liest Joseline Gassen, welche ihre Stimme u.a. schon Geena Davis oder Bette Midler lieh. Da ich persönlich diese Schauspielerinnen nicht besonders mag, bin ich wohl etwas vorbelastet, was die Stimme angeht. Frau Gassen liest gut, flüssig und mit Ausdruck, aber ich bin dennoch etwas enttäuscht. Das mag allerdings auch daran liegen, dass ich zuletzt das inszenierte Hörbuch von "Die Nebel von Avalon" hörte - und davon war ich restlos begeistert. Wer sich also an der Stimme von Frau Gassen erfreuen kann, dem kann ich das Hörbuch nur empfehlen. Die Printfassung lässt sich jedoch meiner Meinung nach ebenso verschlingen!
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