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 Das Mädchen mit dem Perlenohrring, 5 Audio-CDs
von Tracy Chevalier und Stefanie Stappenbeck
CD
Mai 2004
Verlag: Random House Audio

Kommentare und Bewertungen: Ein frisches, liebevolles und detailreiches Buch.
    
Wer die Bilder von Vermeer liebt, wird sie durch dieses Buch auf eine neue Art sehen lernen; wer die Bilder von Vermeer noch nicht kennt, wird nicht eher ruhen, bis er einige gesehen hat.Tracy Chevalier ist etwas Wunderbares gelungen. Sie hat auf eine unterhaltsame, zugleich anspruchsvolle und atemberaubende Art einige Jahre aus dem Leben des Malers Johannes Vermeer (1632-1675) geschildert. In diesen Jahren sind einige der wohl schönsten Bilder von Vermeer entstanden: So u.a. die Frau mit der Perlenkette, Frau mit Krug, die Briefleserin und natürlich das Mädchen mit dem Perlenohrring. Die Geschichte wird von Griet, einem zunächst 16-jährigen Mädchen aus Delft, erzählt, die aufgrund einer familiären Tragödie gezwungen war, als Dienstmädchen zu arbeiten. Sie trat in die Dienste des Malers Vermeer und seiner Familie ein. War auch der Alltag im Haushalt von Vermeer durch schwere körperliche Arbeit und von Eifersüchteleien geprägt, so fand Griet schon sehr bald etwas, was sie aus dieser engen Welt entführte und ihr eine ganz neue Sichtweise ermöglichte: die Bilder von Vermeer. Unbeschreiblich schön führt Chevalier an einige Bilder von Vermeer heran. Am Anfang trifft Griet auf ein fast fertiges Bild von Vermeer, welches er für seinen Gönner van Ruijvens gemalt hat, die Frau mit der Perlenkette. Lebendig, unterhaltsam und detailgetreu schildert sie den Aufbau des Bildes, seine Farben und seine kleinen Geheimnisse. Schon bald taucht der Leser in die Zeit um 1664 ein und verschmilzt ganz mit dem beschriebenen Bild. Er hat fast das Gefühl, als sei er Griet, als könne er sich im Atelier von Vermeer frei bewegen und den Geruch von frischer Farbe einatmen. Weitere Bilder folgen, an deren Entstehung Griet uns teilhaben lässt. Da sind die Farben, die so leuchtend sind und wir lernen, dass weiß nicht einfach weiß, sondern blau, lila und gelb ist. Dass man genau hinschauen muss und dass die Augen allein nicht alles verraten. Man muss schon in sich hineinschauen. Damit werden die Bilder zum Gleichnis für viele Situationen in unserem Leben. Der malerische und dramatische Höhepunkt in diesem Buch ist die Geschichte des Bildes "Das Mädchen mit dem Perlenohrring". Denn dieses Mädchen ist Griet selbst. Durch ihr Gespür für Farben, für die Aufbauten eines Bildes und durch ihre warmherzige und bedingungslose Liebe zur Malerei hat sie ganz zaghaft und unschuldig das Herz von Vermeer erobert. Dies führt zwar zur Entstehung eines ganz wunderbaren Bildes, wirft aber zugleich tiefe, düstere Schatten auf das Leben von Griet, vielleicht sogar auch auf das Leben von Vermeer. Wenn hier insbesondere die Bilder im Mittelpunkt des Buches stehen, so ist Tracy Chevaliers Buch doch kein "Bilderbuch" im eigentlichen Sinne. Denn sie beschreibt sehr eindrucksvoll "ganz nebenbei" das Leben der Menschen in Delft um 1664/1676, ihre Gedanken, ihre Ansichten und ihre Ängste. Das Buch handelt auch von dem Glauben an sich selbst und von der Kraft des Schönen.
Schlichtweg grandios...
    
Ich war total begeistert von diesem Buch! Von dem ersten Moment an fühlt man sich wie in eine andere Welt versetzt. Das Leben des Barock wird detailiert geschildert, und es fällt auch nicht schwer, sich mit Griet zu identifizieren. Für jemand, der für historische Romane nicht viel übrig hat und es nicht ertragen kann, über einige Seiten einfach nur Beschreibungen von Orten und Dingen zu lesen, ohne actionreiche Handlungen, ist es wohl "schleppend" zu lesen. Für alle anderen ist es schlichtweg faszinierend und detailgetreu. Ohne hier jetzt zu viel zu verraten, ist das Ende nicht ganz nach jedermanns Geschmack. Es ist aber trotzdem zugegeben der Zeit und den Umständen entsprechend. Interessant ist vielleicht auch zu erfahren, dass, wenn ich richtig informiert bin, der Roman gerade eben mit Scarlett Johannson und Colin Firth in den Hauptrollen verfilmt wird!
Unbedingt zum Kinofilm lesen!
    
Nun ist die Verfilmung dieses Buches ins Kino gekommen. Um die verfilmte Geschichte wirklich zu verstehen, empfiehlt es sich meiner Meinung nach unbedingt das Buch lesen! Der Film beantwortet nämlich nicht die Fragen: Warum muss Griet überhaupt als Magd arbeiten? Warum ist es z. B. so schlimm für Griet, dass die Fliese mit dem Junge-Mädchen-Motiv in der Mitte zerbrochen wurde? Was wurde am Ende aus Griet? Das Buch sagt noch viel mehr: was denkt und fühlt Griet? Wie entwickelt sich ihr Verhältnis zu ihrer Familie nachdem sie das Elternhaus verlassen hat? Ich habe das Buch auf Englisch gelesen und kann es nur weiterempfehlen. (Übrigens auch auf Englisch: es ist sehr einfach zu lesen und zu verstehen, auch wenn man nur mittelmässig geübt in Englisch ist.)
Traumhafte Bilder
    
"das mädchen mit dem perlenohrring" ist das vielleicht bekannteste gemälde des niederländischen malers johannes vermeer, vermutlich entstanden 1665 oder 1666. der gleichnamige roman von tracy chevalier erzählt die entstehungsgeschichte dieses bildes, wie sie hätte sein können. da es von vermeer keine erhaltenen persönlichen notizen oder briefe zu seinen werken gibt, ist der spekulation tür und tor geöffnet. das buch handelt im prinzip von einer heimlichen liebe. das 17-jährige mädchen griet kommt als magd in das haus des malers vermeer. das junge mädchen ist von dem künstler fasziniert, verliebt sich in ihn und wünscht sich, dass er ihre gefühle erwiedert. doch der künstler betrachtet sie nur als objekt zur verwirklichung seiner künstlerischen ambitionen... diese dem grunde nach banale story bildet den rahmen für ein detailliertes sitten- und zeitgemälde der niederlande um 1666. auch wenn einige zentrale politische und kulturelle themen im roman nicht angesprochen werden, erhält man durch die gut recherchierten und korrekt dargestellten historischen fakten einen hervorragenden einblick in eine längst vergangene zeit. vorallendingen beeindruckt hat mich die genaue darstellung des lebens sowie der gesellschaftlichen stellung einer dienstmagd. gleiches ist meiner meinung nach nur noch margarette atwood in ihrem roman "alias grace" gelungen. auch die darstellung vermeers arbeitsweise, farbherstellung und maltechnik sind hervorragend recherchiert und detailliert dargestellt. das einzige, was ich mir gewünscht hätte, wäre am buch ein anhang und im hörbuch eine beilage, auf der die im buch vorkommenden gemälde abgebildet sind.
Einfach traumhafte Bilder
    
"das mädchen mit dem perlenohrring" ist das vielleicht bekannteste gemälde des niederländischen malers johannes vermeer, vermutlich entstanden 1665 oder 1666. der gleichnamige roman von tracy chevalier erzählt die entstehungsgeschichte dieses bildes, wie sie hätte sein können. da es von vermeer keine erhaltenen persönlichen notizen oder briefe zu seinen werken gibt, ist der spekulation tür und tor geöffnet. das buch handelt im prinzip von einer heimlichen liebe. das 17-jährige mädchen griet kommt als magd in das haus des malers vermeer. das junge mädchen ist von dem künstler fasziniert, verliebt sich in ihn und wünscht sich, dass er ihre gefühle erwiedert. doch der künstler betrachtet sie nur als objekt zur verwirklichung seiner künstlerischen ambitionen... diese dem grunde nach banale story bildet den rahmen für ein detailliertes sitten- und zeitgemälde der niederlande um 1666. auch wenn einige zentrale politische und kulturelle themen im roman nicht angesprochen werden, erhält man durch die gut recherchierten und korrekt dargestellten historischen fakten einen hervorragenden einblick in eine längst vergangene zeit. vorallendingen beeindruckt hat mich die genaue darstellung des lebens sowie der gesellschaftlichen stellung einer dienstmagd. gleiches ist meiner meinung nach nur noch margarette atwood in ihrem roman "alias grace" gelungen. auch die darstellung vermeers arbeitsweise, farbherstellung und maltechnik sind hervorragend recherchiert und detailliert dargestellt. das einzige, was ich mir gewünscht hätte, wäre am buch ein anhang und im hörbuch eine beilage, auf der die im buch vorkommenden gemälde abgebildet sind. Fazit: Unbedingt lesen!
ganz nett aber auch nicht mehr
  
Ich habe dieses Buch gekauft, weil ich historische Romane mag und weil soviel davon geschwärmt wurde. Obwohl ich nicht sagen kann, dass es mir mißfallen hat, verstehe ich aber auch nicht, was an ihm so besonders sein soll. Geschildert wird hier die Geschichte von Griet, die als Magd in Vermeers Haushalt arbeitet. Als dem Künstler ihr Talent bezüglich Farbkomposition und Malerei auffällt, macht er sie zu seiner Assistentin. Griet schwärmt schon bald für ihren Herren. Ein Metzger, der sie zur Frau begehrt, hat dagegen keine Chancen. Auch Vermeer ist sie wohl nicht gleichgültig, doch da er nur aus ihrer Perspektive beschrieben wird, bleibt er etwas mysteriös. Man weiß nicht, ob er sie nicht hauptsächlich für seine Malerei benutzt. Um des Bildes willen, nach welchem das Buch genannt wurde, setzt er sie jedenfalls ziemlichen Strapazen aus. Der Roman nutzt die fiktive Entstehungsgeschichte eines Kunstwerkes, um die Schwärmerei eines jungen Mädchens für einen älteren, sozial höher gestellten und letztendlich unerreichbaren Mann zu schildern. Das gelingt der Autorin auf poetisch schlichte Weise. Trotz der Thematik unerfüllte Liebe wird auf tragische oder melodramatische Szenen weitgehend verzichtet. Statt dessen gleicht der Roman einem Gemälde Vermeers: kleine, alltägliche Details drücken eine tiefere Bedeutung aus. Griet verhält sich letztendlich vernünftig und hadert nicht mit dem Schicksal, das aus ihr eine Metzgersgattin macht. Genau das aber störte mich ein wenig an dem Roman: obwohl ihre soziale Benachteiligung klar zum Ausdruck kommt, ist Griet weitgehend fügsam. Sie kommt auch gar nicht auf die Idee, sich ein persönliches Ausleben ihrer künstlerischen Talente zu wünschen. Ich mag lieber etwas rebellischere Frauen, auch in historischen Romanen.
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