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 Der Medicus von Saragossa, 4 Cassetten
von Noah Gordon und Wolfgang Hübsch
Hörkassette
April 2000
Verlag: BMG Wort

Kommentare und Bewertungen: Geht unter die Haut
   
Nachdem ich den "Medicus" von Noah Gordon mit großer Begeisterung gelesen habe, weckte der Klappentext des "Medicus von Saragossa" bei mir alte Gefühle. Es hörte sich so an, als wäre dem Schriftsteller nichts neues eingefallen und die Gecshichte an einem anderen Ort noch einmal erzählt worden. Jetzt nahm ich das Buch dennoch in die Hand und mußte feststellen, dass es etwas ganz anderes und neues darstellt. Die Darstellung der jüdischen Lebensweis, die sich auch im "Medicus" findet ist viel detaillierter und dadurch sehr mitreißend. Die Inquisition als sehr spannender Aspekt der Geschichte ist sehr lebendig und überzeugend dargestellt. Nicht nur die Furcht vor den Inquisitoren, auch die Verschlagenheit dieser und wie sie durch den Titelhelden genutzt wird wird ohne "rosarote Brille" beschrieben. Wieder ein gelungenes Werk, dass viele Informationen und "Gänsehaut" für den Leser bereit hält. Eine Überraschung!
Spannende Unterhaltung unter unglücklich gewähltem Titel
   
Erzählt wird die Geschichte von Jona Toledano, der auf der Flucht vor der Inquisition quer durch Spanien reist, um der Zwangskonvertion seines jüdischen Glaubens zum Katholizismus zu entgehen und die Täter zu finden, die seine Familie ermordet und zerstört haben. Auf Jonas Lebensweg quer durch Spanien werden immer wieder Verbindungen zu seiner Heimatstadt und den Verbrechen an seiner Familie geknüpft, und die Suche nach den Tätern setzt sich wie ein Puzzel zusammen.Im Gegensatz zu anderen Büchern von Noah Gordon steht die Beschreibung der jüdischen Bräuche im "Medicus von Sarragossa" eher im Hintergrund. Wenn man bereits den "Medicus", den "Diamanten des Salomon" oder den "Shamanen" gelesen hat, ist man mit diesen Kenntnissen auch ausreichend versorgt. Statt dessen ist nun noch mehr Platz, die Personen und Handlungsorte bildreich zu beschreiben, so dass man von jeder Szene ein wahres Bild vor Augen hat. Der deutsche Titel "Der Medicus von Sarragossa" ist nun nicht gerade glücklich gewählt, vermittelt er doch die Erwartung, dass es sich um einen Nachfolger des großartigen "Medicus" handelt. Bis zur Hälfte des Buches habe ich mich tatsächlich gefragt, was das Buch mit besagtem Medicus zu tun hat. Es wäre besser gewesen, das Buch wie im Original unter dem Titel "Der letzte Jude" herauszugeben, da das Buch, wenn man einen Medicus-Nachfolger erwartet, sicher enttäuschend wirkt. Lesen Sie das Buch gedanklich einfach unter dem Titel "Der letzte Jude", und es wird Sie auf keinen Fall enttäuschen. Es wartet ein spannendes Lesevergnügen auf Sie!
Grässlicher Titel, tolles Buch
   
"Der Medicus von Saragossa" ist schlichtweg der falsche Titel für ein durchaus tolles Buch. Um Assoziationen an den "Medicus" desselben Autors zu wecken und so die Verkaufszahlen steigern zu wollen, wurde der Originaltitel "Der letzte Jude", der wunderbar Rückschlüsse auf die Handlung zulassen würde, über Bord geworfen. Alle, die das Buch mit der Hoffnung erwarben, eine Neuauflage des "Medicus" lesen zu können, waren dann zurecht enttäuscht. Der Roman an sich ist ein durchweg gutes Buch. In schillernden, farbenfrohen Worten beschreibt Noah Gordon das Schicksal des vermutlich letzten überlebenden Juden in Spanien während der Inquisition. Ein Makel ist nur die allzu glücklich verlaufende Odyssee des Jona Toledano durch Spanien, fast überall bringt das Schicksal ihm Glück; etwas mehr Realitätssinn wäre hier besser gewesen. Ansonsten ein hervorragend recherchierter Roman mit Hand und Fuß. Eine gewisse Vorhersehbarkeit entsteht nur noch dadurch, dass der Leser ahnen kann, dass bestimmte Personen in der Handlung irgendwann später wieder auftauchen werden. Generell interessant ist für den Leser das Eintauchen in eine ihm fremde Kultur, über die er gleichzeitig viel lernt.
Gut, aber der erste Teil zu langatmig
  
Ich war gespannt auf den neuen "Mdeicus". Noah Gordon greift mit diesem Buch ein sehr interessantes Thema über die Inquisition und Judenverfolgung in Spanien im 15. Jahrhundert auf. Er hat die Problematik sehr gut herausgearbeitet. Leider ist es Ihm nicht gelungen an den seinen "Medicus" anzuknüpfen, da Jona erst in der zweiten Hälfte zum Arzt avanciert. Leider fehlen, wie im ersten "Medicus", ausführliche Behandlungsbeschreibungen. Ich hatte das Gefühl, das Noah Gordon viel mehr hätte schreiben können und er sich mit seiner Story leider etwas verzettelte. Für "Medicus-Fans" leider eine kleine Enttäuschung.
Dünner Aufguss
  
Der „Medicus" gehört zu den meistgelesenen Romanen in meinem Bücherregal. Deshalb hoffte ich, mir mit der „spanischen Version" einen weiteren Lesegenuss zu sichern. Doch leider war die Enttäuschung nicht gering. Es ist zweifellos ein Roman nach dem altbewährten Medicus-Rezept. Fast alle bekannten Versatzstücke werden verwendet. Das wäre ja an sich noch nicht weiter schlimm. Doch wenn es so dünn daher kommt wie ein zum zweiten Mal aufgegossener Teebeutel, macht sich doch schnell Frust breit. Besonders enttäuscht war ich von der zweiten Hälfte des Buches, weil Noah Gordon für mein Empfinden zunehmend keine Lust mehr auf diese Story hatte und deshalb gegen Ende heftig Gas gegeben hat. Ich will es nicht übertreiben, doch der Schluß wirkt auf mich eilig und lieblos heruntergeschrieben. Ich gebe diesem Werk dennoch drei Sterne, weil auch ein schwacher Roman von Noah Gordon noch lesenswerter ist als manche andere Autoren in diesem Genre.
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