Hörbuch         Der Untergang des Hauses Usher, 1 Audio-CD


Der Untergang des Hauses Usher, 1 Audio-CD
von Edgar Allan Poe, Ulrich Pleitgen, Till Hagen, Klaus Jespen und Heinz R. Kunze
CD
November 2003
Verlag: Lübbe



Beschreibung:
Verlust der Identität, Suche nach dem Ich und gespensterhafte Konfrontation mit der eigenen schaurigen Vergangenheit, in Träumen oder in der Realität... Das Ganze atmosphärisch dicht zu spannender Unterhaltung verarbeitet – keine Frage der Klassiker von Edgar Allan Poe wurde in der Hörspielreihe von Lübbe Audio auf beeindruckende Art neu „interpretiert“. Die Hörspiele nach Poe, mit Ulrich Pleitgen in der Hauptrolle, haben wenig mit dem Original gemein, dennoch bleibt die Adaption dem Wesen der Vorlage verpflichtet: Hier wie dort werden Bilder aus unerforschten Bewusstseinszonen evoziert, wird mit Furchtkomplexen jongliert, wird mit Angst und Vorahnung gespielt. Die Inszenierungen sind filmähnlich mit sehr realistischen Geräuschen. Highlight der Produktionen: der Titelsong „Der weiße Rabe“, den der Rock-Poet Heinz Rudolf Kunze exklusiv für diese Edition geschrieben hat!

Den Rahmen der Hörspiel-Serie bildet die Geschichte des Protagonisten, des an Amnesie leidenden Edgar Allan Poe. (Den Namen gab er sich in Ermangelung eines anderen; er ist ihm zuerst eingefallen.) Auf der Suche nach seiner Vergangenheit, seiner Identität findet er sich in den fantastischen, Grauen erregenden Geschichten des berühmten Schriftstellers Poe wieder. Er lernt beängstigende Seiten seines Bewusstseins kennen und wünscht sich nicht selten, lieber ohne Vergangenheit zu sein.

In „Der Untergang des Hauses Usher“ erlebt er in seinen Träumen Poes Geschichte vom Untergang des Hauses Usher noch einmal. Allein die Art, wie er eingeladen wird, die mysteriöse Wirkung des Sees... es geschehen beunruhigende, seltsame Dinge. Hat ihn sein Jugendfreund wirklich eingeladen? Es scheint, als würde der sich nicht an den Brief erinnern! Es gibt nur einen Diener im Haus. Und die Gäste, die eingeladen werden sollten, kommen nicht; der verunglückte Schmied, zu dem er ins Dorf aufgebrochen ist, ist gar nicht verunglückt.

Das Grauenhafte, die langsam fortschreitende verheerende Entwicklung wird durch die Musik von Heinz Rudolf Kunze stilsicher untermalt. Selbst für Kenner des Originals dürfte die durchgehende Spannung spürbar bleiben. Ein Grund ist mit Sicherheit die Vermengung der beiden Ebenen: die Inhalte der bekannten Geschichte und die Reise des Gedächtnislosen in sein Unterbewusstsein mit seinen verborgenen Ängsten und Schuldkomplexen. Dass der Protagonist etwas Schrecklichem ausgeliefert ist, ist klar. Doch was ist das? Welche Rolle spielt beispielsweise der Arzt, der ihm rät, hier zu bleiben?

Edgar Allen Poe (1809 bis 1849) prägte mit seinen Texten Horror, Fantasy und die Detektivgeschichte. Die Novelle „Der Untergang des Hauses Usher“ erschien 1839 und zählt zu seinen bekanntesten Werken. Poe war ein erstklassiger Analytiker, ausgestattet mit einem außergewöhnlichen psychologischen Scharfblick und großer poetischer Begabung. Das Leben des literarischen Erfinders des Schreckens war jedoch unstet und gekennzeichnet durch Schicksalsschläge, Armut und Krankheit. Mit zwei Jahren wurde er adoptiert, seine Schulzeit verbrachte er im Heim, von der Militärakademie wurde er unehrenhaft entlassen. Seine Arbeit als Journalist war schwierig. Der berühmteste Vertreter der amerikanischen Romantik, der in die unbekannten Tiefen der menschlichen Seele Einblick nahm, der Verfasser eines der berühmtesten amerikanischen Gedichte mit dem Titel „Der Rabe“ (1845) starb einsam, in finanzieller und gesundheitlicher Not, nachdem zwei Jahre zuvor seine Frau Virginia gestorben war.

Hörspiel, Spieldauer: ca. 61 Minuten, 1 CD. Mit Musik von Heinz Rudolf Kunze. Auch als MC erhältlich (3785713460) -- culture.text

Der Untergang des Hauses Usher


Kommentare und Bewertungen:
Ein neues Gewand für Edgar Allan Poe
HörBÜCHER gibt es viele, die Geschichten von Edgar Allan Poe dem Hörer nahebringen. HörSPIELE waren bisher überhaupt nicht auf dem Markt. Die zweiteilige Maritim-Produktion DER MAGNETISEUR machte vor kurzem den Anfang. Ihr folgten die ersten vier Poe-Folgen aus der Lübbe-Reihe (hoffentlich wird die Serie fortgesetzt!). Das besondere an diesen Poe-Hörspielen ist die gruselige Atmosphäre, die unmerklich in die Ohren des Hörers schleicht, um sich in seinem Kopf zu entfalten - Gänsehaut ist vorprogrammiert. Dank sorgfältiger Geräuschkulisse tauchen die akustisch übermittelten Bilder des Grauens wie von selbst vor den Augen des Hörers auf. Das Besondere an dieser Reihe: Keines der vier Hörspiele hält sich die Handlung betreffend an das Original, oder zumindest: Einige Abläufe wurden neu strukturiert, was den Geschichten merklich neue Lebendigkeit einhaucht. Wer Poe-Bücher gelesen und Poe-Filme zur Genüge ngesehen hat, kann dennoch diese Hörspiele genießen - denn sie bringen etwas Neues, versprochen! Ulrich Pleitgern als Protagonist und die Musik von Heinz Rudolf Kunze - was will man mehr? Hervorzuheben ist, dass diese Hörspiele ECHTE Hörspiele mit Tiefgang sind - und nicht ein Effekt den nächsten jagt. Entspannend und gerade deshalb gruselig bis zum Abwinken. DER UNTERRGANG DES HAUSES USHER sowie FROSCHHÜPFERS RACHE wurden bereits in den 70er Jahren vom Label EUROPA auf einer LP produziert. Ein Meisterwerk, das gelegentlich bei ebay zu finden ist - allerdings zu sehr hohem Preis! Die vier neuen Lübbe-Hörspiele stehen jener EUROPA-Produktion in nichts nach; ich hoffe und bete und wünsche, dass noch viele weitere Poe-HörSPIELE auf den Markt kommen. Soweit ich weiß, plant auch MARITIM weitere Poe`s. Na denn, angenehmes Gruseln! Noch ein Tipp: Die von EUROPA wieder aufgelegte LARRY-BRENT-Reihe (für jeden Horror- und Grusel-Fan ein Meilenstein in der Hörspiel-Geschichte!) wurde, wie fast jeder weiß, jetzt fortgesetzt - zwanzig Jahre nach den ersten 15 Folgen kamen zwei brandneue BRENT-Hörspiele dazu. In wenigen Monaten erscheint ein weiteres Hörspiel-Abenteuer mit LARRY BRENT ALIAS X-RAY 3 - wie dürfen gespannt sein!


Sehr, sehr gut
Daher 5 volle Sterne! Ich bin nicht nur ein Hörspielfan verschiedenster Richtungen! Nein, ich bin auch ein Fan von englischer und amerikanischer Literatur! Besonders von E. A. Poe! Mit dieser CD habe ich sicherlich nur den Anfang gemacht! Ich werde mir ungeachtet anderer Rezensionen auch noch die anderen Hörspiele von E. A. Poe kaufen! Warum??? Was für eine Frage! Kauft euch dieses Hörspiel und ihr werdet verstehen, warum! Es ist klasse gemacht! Sehr gute Sprecher, die passende Musik, die optimale Lautstärke! Bei dieser muß man wirklich ganz ruhig und konzentriert im Stuhl sitzen, um zu verstehen! Und genau das, die angespannte Haltung, genau das macht noch einen zusätzlichen Reiz aus! Es baut sich dadurch noch mehr Spannung auf! Man kann es kaum glauben, aber es ist so! Und wie hier schon erwähnt: sehr kurzweilig!!!
Das einzige (aber wirklich nebensächliche) was mich stört ist: der Song von Heinz-Rudolf Kunze! Ich bin eh kein Fan von ihm! Aber das was er mal gemacht hat ist zumindest noch hörenswert! Hier hat er leider ein wenig danebengelegen!
Trotz alledem: das Hörspiel ist es wert! Ich bin gespannt auf das was mich erwartet beim Kauf der Übrigen dieser Reihe! Nochmals: Kauft es euch, es lohnt definitiv!


Sehr stimmungsvoll
Sehr stimmungsvoll ist dieses Hörspiel, wie die anderen der Reihe. Ich habe das Hören dieser CD mit einem wohligen Schauer genossen. Es schrammt meiner Meinung nach nur knapp an den 5 Sternen vorbei, da leider die Stimme des Wirtes aus der "Schwarzen Katze" geändert wurde. Schade, sie hatte sogut gepaßt.


Poe zum Hören 3: Der bisher beste Beitrag der Reihe!
Oha, es geht doch. Waren die ersten beiden Beiträge zur Serie von Poe-Adaptionen noch qualitativ schwankend, ist hier der bisher beste Beitrag herausgekommen. Die Originalstory ist natürlich wieder modifiziert worden, aber hier blieb man am nächsten am Original.
Die Schilderung des einsamen Hauses Usher und seiner verdächtigen Bewohner, die ggf. dem Wahnsinn anheim gefallen sind, sind außerordentlich gelungen und selbst Pleitgen fühlt sich wesentlich besser, meint man zu hören. Das liegt sicher auch an stärkerer Interaktion der (wenigen) Charaktere. Trotzdem fällt es erschwerend auf, daß wirklich Charakterstimmen hier einfach fehlen. Sicher, Pleitgen und Co. sind sturmerprobt, aber wenn man in alten Hörspielen wühlt (und seien sie von Europa), dann merkt man, wie gewöhnlich das Ergebnis hier ist und wieviel Atmosphäre doch fehlt.
Endlich einmal ein spannendes Finale bietet die Story hier mit der Flucht durch die dunklen Kavernen des Hauses und auch sonst sind die Toneffekte geschickter eingesetzt worden.
Letztendlich sind es aber wieder nur drei Sterne geworden, denn die Rahmenhandlung bietet tatsächlich überhaupt nichts Neues, nur den Aufbruch vom Hotel bis zur Rettung wiederum durch den Wirt. Es geschieht nichts Wesentliches, der Hörer kommt nicht weiter. Dazu fallen die streckenden, morbiden Musiknummern zunehmend störend auf, wenn auch das satanische Violinenspiel ein Highlight ist.
Geradezu Realsatire ist jedoch der H.R.Kunze-Song, der hier schon wieder angehängt ist und der unbedingt ausgeschaltet werden sollte, wenn man sich nicht die Story total verderben sollte. Hier sollte von Anfang an mit bekannten Namen gewuchert werden und das funktioniert nicht.
Der Funke will zwar noch nicht richtig überspringen, aber immerhin macht "Usher" Mut für den weiteren Verlauf der Reihe.


E.A.Poe zur Unkenntlichkeit verunstaltet
Diese Rezension bezieht sich auf die Lübbe-Hörspielfassung von "Der Untergang des Hauses Usher".

Mit diesem Hörspiel legt Lübbe nach "Grube und Pendel" und "Die schwarze Katze" nun den dritten Teil dieser Reihe vor. Die Rahmenhandlung wird zwar etwas weitergesponnen, aber der Mann ohne Gedächtnis der sich Poe nennt, kommt eigentlich seiner Identität nicht näher. Nun da es nichts mit der eigentlich Geschichte zu tun hat, ist das auch nicht wesentlich.

Wesentlich ist demgegenüber allerdings, dass dieses Hörspiel mit der Vorlage von Poe kaum etwas gemeinsam hat. Das mag jetzt vielleicht übertrieben klingen und immerhin heißt der Besuchte ja auch Usher, seine Schwester stirbt und das Haus brennt letztlich auch ab. Aber im Unterschied zu den beiden ersten Hörspielfassungen dieses Zyklus bleibt hier nicht einmal mehr der Kern der Geschichte erhalten.

Natürlich ist es auch weiterhin ein Hörspiel und die beeindruckende Sprache Poes findet sich nicht mehr wieder. Dennoch aber wird die Stimmung des untergehenden Hauses sehr gut transportiert. Mein Kritikpunkt bleibt nach wie vor, dass die unnötige Rahmenerzählung rund um Poe selbst, dem Gesamtwerk eher schadet als hilft - und eine viel zu freie Fassung der Erzählungen, die hier scheinbar wirklich den Gipfel erreicht.

Das ganze Hörspiel dürfte man durchaus als gelungen bezeichnen, wäre es frei erfunden und würde nicht den Titel einer Poe-Geschichte tragen. Dann würde man vielleicht kritisieren, dass einige Anleihen bei Poe genommen wurden, dass es aber letztlich eine gelungene Geschichte sei.


Poe nur für die, die¿s nie gelesen haben
Hier der dritte Teil der Hörspielserie nach Edgar Allan Poe. Der entlassene Anstalts-Insasse ist noch immer im Hotel und wird noch immer von Alpträumen geplagt. Diesmal will er aber abreisen. Wie spannend. Die Gestaltung ist identisch wie beim ersten und zweiten Teil (Grube und Pendel, Die Schwarze Katze), was dann aber langsam langweilig wird. Identische Musik, ähnliche Fotos. Ein Punkt daher.

Die Geschichte ist mal wieder wen erstaunt's total abgewandelt. Dieses Mal tritt zum Glück die Rahmenhandlung ein wenig in den Hintergrund. Liegt wahrscheinlich auch daran, dass die Geschichte ein paar Seiten mehr füllt als die anderen dieser Hörspielserie.

Gegruselt habe ich mich mal wieder erst beim „Bonussong"...welche Überraschung, schon wieder der „weisse Rabe", bei dem ich mittlerweile ernsthaft dran denke, ihn auf Karnevalsveranstaltungen laufen zu lassen. Grausam, bei jedem Hören findet man wieder neue Stellen im Song, die einfach schlecht sind.


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