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 Deutschlandreise, 2 Audio-CDs
von Roger Willemsen
CD
Februar 2002
Verlag: Eichborn

Kommentare und Bewertungen: Willemsen's Wochen in Deutschland
    
Schon das Fernsehen hat die Qualität von Roger W. nicht erkannt und nun tuen sich auch die Leser und Kritiker mit seinem Buch schwer. Dabei gibt er doch nur eine Momentaufnahme unseres Landes wieder. Er reist durch Deutschland, um dieses Land und seine Menschen hautnah zu erfahren - wer macht sich denn heute noch diese Mühe? Uns geht es doch nur um Konsum, alles was man nicht kaufen kann - Charaktäre, Landschaften, das Meer - zählt nicht.Für mich ist Roger W. der Euelnspiegel unserer Gesellschaft, nur, dass keiner in diesen Spiegel schauen will, wohl, weil er sich selbst erkennen könnte. Wir sollten froh und stolz sein, dass es noch solche geistigen Leuchten gibt und in jeden Spiegel schauen, der uns vorgehalten wird.Ein wunderbares Buch für die Leute, die es verstehen wollen...
Ohne Zusammenhang
 
Vorneweg: Ich mag Roger Willemsen. Ich mag ihn sogar sehr. Für "Willemsens Woche" habe ich manchesmal meinen Terminkalender an einem Freitagabend angepaßt.Aber die Sympathie hilft nicht. Das Buch ist gründlich mißlungen. Der Ansatz und die Idee erschienen mir so interessant, daß ich das Buch gekauft habe. Na ja, und wegen Roger Willemsen eben. Ich ärgere oder langweile mich nicht allzu oft während ich ein Buch lese. Dazu lese ich nicht wahllos genug. (Das letzte Mal bei Martin Walsers "Tod eines Kritikers", damals allerdings noch viel mehr als jetzt.) Gelangweilt habe ich mich bei der "Deutschlandreise". Zum Glück ist das Buch kurz genug, denn ich lese jedes Buch zu Ende. Wohl aus Anstand dem Autoren gegenüber, vielleicht auch, weil ich mir Besserung erhoffe. Letztere kam bei Willemsen nicht. Beispiel: "Im Stadtbild, in den Namen der Läden, den Kleidern der Menschen ist alles gleichzeitig anwesend, die Stile und die Zeiten verschränken sich. Die Harmonika und die lustige Fidel sind spezialisiert auf ein Heimweh ohne Heim." Verständlich? Nein, werden manche sagen, denn es ist aus dem Zusammenhang gerissen. Es gibt keinen Zusammenhang! Und das ist ein zufällig beim Aufschlagen gewähltes Beispiel. Es gäbe Hunderte davon. Intellekualität alleine macht noch kein gutes Buch. Es tut mir leid, Roger, wirklich. Mehr als ein zusätzlicher Sympathiestern ist nicht drin.
enttäuschend, langweilig
 
Da mir die vorab veröffentlichten Auszüge sehr gut gefallen hatten freute ich mich schon sehr auf die Lektüre der vollständigen "Deutschlandreise". Doch ich wurde bitter enttäuscht, denn in einem meiner Meinung nach viel zu sehr gezwungen-intellektuellen Stil verlässt Willemsen viel zu oft seine Rolle als Beobachter und Beschreiber und beginnt stattdessen das aus seiner Sicht größtenteils hässliche oder von Verlieren bevölkerte Deutschland zu kommentieren. Diese Passagen enthalten zwar einerseits viel Wahres, jedoch sind sie in einem so ermüdenden und teilweise verwirrenden Stil geschrieben, durch den der Autor dem Leser wahrscheinlich seine offensichtliche "Intellektualität" zu zeigen versucht, dass man sich teilweise wirklich bis zum Ende quälen muss und manchmal kurz davor ist, das Buch halb gelesen ins Regal zu stellen. Schade um die gute Idee und die vertane Chance, ein wenig mehr Beschreibung und etwas weniger Essay-Stil hätte dem Werk sicher gutgetan, denn dass Willemsen gut schreiben kann steht ausser Frage. Fazit: Als TV-Mensch und Journalist schätze ich Roger Willemsen weiterhin sehr, als Buchautor bin ich jedoch von ihm enttäuscht.
Willemsens Arroganz kennt keine Grenzen!

Glaubte man den Schilderungen des Autors, könnte man nur sagen :"Gute Nacht Deutschland!" Willemsen zeichnet das Bild eines verblödeten und abgestumpften Landes, nichts als Trostlosigkeit und Deppen weit und breit! Allerdings stellt man schnell fest, dass es sich bei diesem Buch nicht, wie von Elke Heidenreich vollmundig im Klappentext versprochen, um eine "grandios erzählte Reise ins Innerste eines Landes", sondern um eine psychotische Reise ins offensichtlich zu tiefst verbitterte Innerste eines durch und durch arroganten Autors handelt, der sich schon lange nicht mehr als Teil unserer Gesellschaft, sondern als ein über alle Abgründe menschlichen Verhaltens erhabener Intellektueller fühlt, dem ein "Normalsterblicher" nicht das Wasser reichen kann. Stilistisch geht der Autor hierbei sehr geschickt vor, in dem er dem Leser die eigenen zynischen Gedanken als objektive Erlebnisreise quer durch die deutsche Gesellschaft zu verkaufen versucht, quasi als Reiseberichterstatter, der niederschreibt, was er im Gespräch mit Mitreisenden erlebt und erfährt. Während des Lesens dachte ich nur: "Gott sei Dank hat er Dich nicht getroffen und in seinem Buch zu einer Grimasse deiner selbst verwurstet!" Schade auch, das sich Elke Heidenreich für ein solches Possenspiel hergibt und tatsächlich soweit geht, Roger Willemsen als "Dichter" zu betiteln! Gruselig das Ganze!
Enttäuschend!

Dieses Buch erscheint mir als eine Aneinanderreihung gewaltsam konstruierter moral-, sozial- und kulturkritscher Geschichtchen im Kontext einer geografisch gegliederten Reise. Ein oder zwei Schmunzler die dieses Buch bei mir auslöste, sind mir zu wenig!
sehr eigenwillige und graue Betrachtungsweise Deutschlands..

Ist Deutschland so schlecht? Besteht Deutschland nur aus Arbeitslosen, Nutten, Zuhältern und Pornodarstellern? Das kann doch nicht sein! Warum ist R. W. nicht mal ein paar Meter neben den Bahnhöfen in die Parks und Gartenanlagen und zu Spielplätzen gegangen. Warum hat er sich nicht mal mit netten Studenten und freundlichen Müttern (nicht alle Mütter sind asozial und haben fette hässliche Kinder!!!) unterhalten. Es liegt immer am Betrachter selbst, ob seine Augen etwas positives oder negatives sehen wollen. Ich habe mich durch das Buch gekämpft immer mit der Hoffnung, endlich auch mal etwas freundliche schönes zu lesen. Aber in der Welt eines R. W. scheint es so etwas wie Freude nicht zu geben. Mein Mann hat mich nach dem Lesen des Buches gefragt, was ich jetzt von R. W. halte und ich antwortete ihm: "R. W. kommt mir vor wie ein überintellektueller Schreiberling dem die Freude am Leben noch nie zuteil geworden ist, der nur den Ernst und das Leid kennt und selbst wenn er auf das Positive treffen würde auch nie die Liebe und das Lachen in sein Leben lassen wird bzw. kann."
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