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 Die 11 Geheimnisse des ALDI-Erfolgs, 1 Audio-CD
von Dieter Brandes
CD
15. März 2004
Verlag: Campus Verlag

Kommentare und Bewertungen: Provokativ und konsequent einfach. Ein echtes Lehrbuch.
    
Der Bestseller „Konsequent einfach. Die ALDI-Erfolgsstory", liegt nun in überarbeiteter Form vor.Gerade zum Thema „Strategie und Führung" kann man das neue „ALDI-Buch" nachdrücklich empfehlen. Wer in der Einzelhandelskrise nach neuen Impulsen sucht oder sich als Inhaber, Anteilseigner oder Repräsentant der Eigentümer auf die Arbeitstagung mit dem angestellten Management vorbereiten will, findet in diesem Buch zahlreiche provokative Prinzipien zum Nachdenken, etwa zur Budgetplanung: „Planung im Sinn einer Budgetierung ist in begreztem Maß sinnvoll. Etwa, wenn es darum geht, die Aufsichtsgremien über die Erwartungen für das kommende Geschäftsjahr zu informieren. Doch dafür genügt in der Regel eine Globalplanung von Kosten und Erträgen auf Basis des Vorjahres." (101) Der Autor, langjähriger Geschäftsführer und Mitglied des Verwaltungsrates von ALDI-Nord, veranschaulicht Führungs- und Geschäftsprinzipien bei ALDI - insbesondere die Goldene Regel des ALDI-Erfolgs: „Einfachheit - konsequent angewendet" - und macht dadurch den Erfolg der Firma nachvollziehbar. Er verdichtet das ALDI-Konzept in 11 Leitsätzen und schließt mit der Checkliste des Verzichtens. ALDI ist ein Lehrstück für Unternehmen: Das ALDI-Konzept funktioniert auch in anderen Ländern und in anderen Branchen. Man kann das Buch gegenlesen zur Praxis im eigenen Unternehmen und Diskusisonen anregen, etwa über die Haltung des Managements und die Delegation von Verantwortung an die Mitarbeitenden, ebenso über die Rolle von Marketing und Controlling. Wer dies sorgfältig und gründlich tut, wird seine Praxis kritisch überprüfen und vermutlich in manchen Punkten korrigieren. Aber es geht nicht um die schlichte Übernahme von Äußerlichkeiten, sondern darum, das Konzept zu verstehen. ALDIs strategischer Wettbewerbsvorteil, die „dominierende Fähigkeit zu einfachen Lösungen, die immer wieder zu extrem niedrigen Kosten führten", (...) „ist nur schwer zu entwickeln, aber auf keinen Fall einfach zu kopieren" (88). Damit schützt man sich vor erfolgreichen Nachahmern: Heute hat „einer der großen Nachahmer und Mitbewerber, die Firma Lidl, fast alles exakt kopiert, worin sich ALDI äußerlich auszeichnet. Selbst Fußbodenfliesen und längere Kundenschlangen sind ‚ALDI-like'" (159). Allerdings: Für die Konkurrenten käme es darauf an, das Konzept - also Kultur und Strategie der Einfachheit - zu kopieren, statt nur Äußerlichkeiten wie Ladenausstattung und -einrichtung detailgetreu zu kopieren. Nur mit letzterem dürfte man einen Preiskrieg kaum gewinnen können.
Das beste deutsche "Beyond Budgeting"-Fallbeispiel
   
Man muss das Buch als das nehmen, was es ist: als ein Fallbeispiel (neudeutsch: "Case Study") für erstaunlich "einfaches" und "konsequentes" Management. Derartig kohärente Managementkonzepte wie das von Aldi sind in Deutschland und auch weltweit rar. Schon darum sind die Buecher von Brandes wichtig. Aldi hat wirtschaftlichen Erfolg, stellt seine Kunden dauerhaft zufrieden und zeigt gleichzeitig, wie hochgradig „ethisches" Management möglich ist. Das Buch ist eine überarbeitete Neuauflage des Buches „Konsequent einfach" von Brandes. Das Ganze ist kompetent und locker geschrieben, wenngleich mit einigen Redundanzen. Brandes schreibt fast ausschliesslich über das Management bei Aldi.
Wo führt das hin...?

Ich selbst habe BWL studiert, obwohl ich immer gewisse Vorurteile gegenüber diesem „egoistischen kapitalistischen" Studiengang mit Ellbogenmentalität hatte. Mein Studium hat mich dagegen eines Besseren belehrt. Entgegengesetzt all meiner Erwartungen ging es nicht mehr so sehr wie früher darum Kosten zu senken und grenzenlose Gewinnmaximierung zu betreiben. In den neuen Modellen, so wie sie unter anderem auch Daniel Goleman in seinem neuen Buch EQ 2 vorstellt geht es um etwas anderes. Natürlich will und soll jedes Unternehmen auch weiterhin Gewinne erzielen, aber eben nicht um jeden Preis und schon gar nicht auf Kosten anderer. Herr Brandes beschreibt in diesem Buch einen extrem autoritären Führungsstil nach dem Harzburger Modell. Dabei wird delegiert, Befehle werden befolgt, Rückdelegation gibt es nicht. Auch das Hinterfragen von Entscheidungen ist definitiv unerwünscht. Individualentscheidungen werden nicht getroffen. Genau so wenig werden Ausnahmen gemacht. Alles hält sich an die einfachen vorgegebenen Regeln. Das ist wahrlich einfach - keine Frage. Doch ich frage mich schon, auf welche Art dabei die Komplexität aller an diesem Prozess beteiligten Systeme berücksichtig wird (Menschen - sowohl Konsumenten als auch Mitarbeiter, Außeneinflüsse, Entwicklung/Fortschritt, unvorhergesehene Entwicklungen in Wirtschaft, Umwelt oder Politik?) Nützliches Mitarbeiterpotential (Feststellung von Defiziten, Verbesserungsvorschläge, Kreativität, Motivation - und jeder weiß Angstmotivation ist keine gute Motivation) geht verloren. Nach meinem Ermessen mangelt es diesem Konzept eindeutig an Flexibilität, Empathie, Kooperativität und Interessenausgleich. Gute Gewinne werden nur dann erzielt wenn jeder in gleichem Maße davon profitiert. Auch Vertrauen (von dem Herr Brandes gerne spricht) wird nicht durch Kontrolle und starre Vorgaben aufgebaut. Vertrauen kann weder erkauft noch erzwungen werden. Man kann es sich nur verdienen (und sorry, das ist eben nicht immer einfach). Die Firma Aldi kommt mit vielen Menschen in Berührung (Mitarbeiter, Kunden, Vertragspartner). Menschen sind komplizierte Wesen, haben Bedürfnisse, Erwartungen und Vorstellungen. Wir (egal ob Arbeitnehmer oder Arbeitgeber) verbringen die meiste Zeit unseres Lebens im Job? Wenn nicht dort, wo und wann sollen wir dann unsere Bedürfnisse und Wünsche befriedigen? Und wünschen wir uns denn nicht alle gleichberechtigt, fair und respektvoll behandelt zu werden? Haben wir kein Recht unsere Meinung zu sagen? Haben wir kein Recht auf eine kooperative Geschäftsbeziehung mit unserer Firma? Haben wir nicht mal mehr das Recht angehört zu werden? Und nur am Rande bemerkt, ohne die vielen Menschen die bei Aldi arbeiten oder einkaufen - und Kunden können gleichzeitig auch Arbeitnehmer sein - würde Aldi überhaupt keinen Umsatz machen. Durch eine solche Unternehmenskultur (wobei Herr Brandes ja gar nicht weiß welche Unternehmenskultur Aldi eigentlich besitzt) und die damit verbundende „Bürokratie" geht sehr viel positives Potential verloren. Damit will ich sagen, dass ich die Sichtweise von Herrn Brandes für sehr eingeschränkt halte. Er denkt nur an den Gewinn. Doch es gibt noch mehr was ein gutes Unternehmen von einem Schlechten unterscheidet. Weiter sind die Ansichten von Herrn Brandes auch ganz bestimmt nicht neu. Es ist letztlich eine sehr alte Denkweise, die aufgrund diverser Mängel und Probleme (trotz ihrer Einfachheit) durch eine neuere, fairere und bessere Denkweise ersetzt wurde. Vielleicht sollte man nicht ständig „back to the roots" gehen sondern aus Fehlern der Vergangenheit lernen. Ach und noch was. Bin ich der Einzige der den Vergleich mit Albert Einstein, anmaßend, übertrieben und schlicht unverschämt findet. Abgesehen davon hat Einstein durch Experimente, Kreativität und Intelligenz (wozu vor allem Soziale Intelligenz gehört) beeindruckt. Auf Aldi trifft Keines davon zu. Selbst die einfache verständliche Schreibweise des Autors kann daran nichts ändern!Ja ehrlich, es hat mich getroffen dieses Buch zu lesen und auch die Rezessionen all der Menschen die dieses Buch so gut beurteilten.
Schweinerei

Wie kann man nur? Ich bitte nun mal alle Geschäftsführer in allen deutschen Firmen ihren Gewinn nach den Maßgaben dieses Buches zu optimieren. Und wieviele Arbeitslose haben wir dann? Das ist der Gipfel der Unmenschlichkeit! Nicht nur die Arbeitsbedingungen und das "Maulstopfen", das in einer anderen Rezension bereits angesprochen wurden regt mich daran auf, sondern auch das unwirtschaftliche denken... Kündigen wir doch eben mal allen Managern, schmeißen soviel Personal raus wie nur irgendwie möglich und importieren nur noch die billigsten Artikel. Ich glaube diese Theorie nennt man Wirtschaftszusammenbruch.
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