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 Die Kunst des Liebens. 5 CDs
von Erich Fromm und Max V. Martens
Unbekannter Einband
September 2001
Verlag: Dhv der Hörverlag

Kommentare und Bewertungen: Ein Meisterwerk
    
Natürlich werde ich in dieser Rezension nicht die gleiche Sprache finden wie der Autor Erich Fromm. Was mir viel leichter fällt, ist die Schilderung meiner Erfahrungen mit diesem Buch. Während einer Odyssey durch mich selbst habe ich mir immer wieder Fragen gestellt, welche sich um "Die Liebe" drehten. Oft war mir nicht bewusst, dass ein Großteil meiner Fragen an das Leben eigentlich Fragen an "Die Liebe" waren. Dann drückte mir ein sehr guter Freund, den ich mit einigen meiner Fragen vertraut machte, dieses Buch in die Hand, mit den Worten: "Das hier ist, glaube ich, genau das Richtige für Dich". Er hatte recht! Was tat nämlich Erich Fromm? Er sagte, dass es DIE Liebe in der von mir bisher vermuteten Form gar nicht gibt. Hm. Statt dessen sprach er von der Aktivität des "Liebens", vom Tun statt "Darauf warten". Das hat mich sehr erleichtert. Wie viele Menschen gucken mit dem Spaten in der Hand zum Horizont, obwohl der Schatz, den sie suchen, 30 cm unter ihnen in der Erde verbuddelt ist? Ich habe nun natürlich nicht alle Fragen aus meinem Kopf löschen können. Ich bin jemand, bei dem die Fragen leicht Amok laufen. Dieses Buch konnte dies aber in vielen Bereichen wirkungsvoll stoppen. Gut so!
Die Zukunft ist und war präsent
   
Erich Fromm - ein Psychologe mit wirklich guten Denkansätzen - hat hier ein Buch über ein Thema geschrieben, welches wohl in fast jeder Literatur auftritt. Es gibt jedoch den gewaltigen Unterschied, dass er das Thema "Liebe" hier erörtert hat. Nicht vielen Menschen sind seine Gedanken bewusst - selbst dann nicht, wenn sie das Buch bereits gelesen haben. Aber er stellt in meinen Augen das Gesellschaftsprinzip verständlich dar und deutet ebenfalls Perspektiven an, wie es sich in dieser Welt gut leben läßt.. in Liebe, welche keine Illusion ist, kein Machtkampf, kein Narzissmus, sondern WAHR.Negativ fand ich nur teilweise im Hinblick auf die Leserschaft (welche nicht immer über einen Fremdwörter-Wortschatz verfügt), dass sehr viele Fremd- und Bildungswörter vorkommen (auch psychologische Begriffe), die nicht jeder kennt und die deshalb das Lesen erschweren könnten.
"Wahre" Liebe ist eine große Kunst
   
Ein Buch, wie man es sich wünscht, offen und ehrlich, dem Leser zugetan, ein allseitiges Vertrauen und Verständnis ausströmend. Fromm macht es uns vor, wie es funktionieren sollte oder könnte, die Kunst des Liebens zu leben. Man darf nicht erwarten, in diesem Buch eine Do-it-yourself-Anleitung zum Thema Liebe und Beziehung zu finden, es ist vielmehr eine Analyse der Widerstände und Widrigkeiten gegen eine erfüllte und ehrliche Liebe um der Liebe willen, wie sie ihr in unserer modernen Gesellschaft entgegenstehen. In Anlehnung an marxistische Erkenntnisansätze überträgt er diese auch auf die psychologische Situation des Menschen, der sich mehr und mehr von seinem Selbst, seinem Innern entfremdet hat, der nicht mehr ehrlich sich selbst lieben und damit die Menschen in sich und sie selbst zu lieben in der Lage ist. Eingelullt von Konsum und Produktion, Geschwindigkeit und Alltagstrott, ist auch die Liebe zu einem Tauschwert verfallen, man gibt sich dem hin, von dem man den besten Gegenwert für einen selbst zu erhalten hofft. Zugegeben, das alles klingt recht fremd, aber in der klaren und offenen Sprache Fromms erkennt man schnell diverse Eigenarten, man fühlt sich in der Lage, die eigene Situation zu hinterfragen und die Konsequenzen für einen konzentrierteren und aufmerksameren Umgang mit sich selbst und seinen Mitmenschen anzugehen, eine sehr positive Wirkung des Buches. Fromm propagiert die reife Annahme des Menschen um seiner selbst willen, das Wagnis, den Partner um seines Daseins willen zu lieben, sich mit ihm in den Persönlichkeiten zu treffen. Dabei stellt er die verschiedenen Formen fehlgeleiteter und nicht eigentlicher Liebe vor, in der wir nur zu oft vertraute Zustände finden können. Es ist kein Buch, daß den Leser mit einer Läuterung in ein besseres Leben entläßt, aber es sind die weisen Ratschläge eines besorgten Menschen, denen zu folgen kein Fehler sein kann.
Romantisch, aber etwas unmodern
  
Als das Buch in den fünfziger Jahren erschien, war es auf dem Gebiet der Psychologie sicherlich eine kleine revolutionäre Schrift: anders als Sigmund Freud, sieht Erich Fromm die Liebe als nicht nur ein sexuelles Phänomen, und das Sichverlieben als fast abnormes Verhalten, sondern er erkennt die Liebe als das Besondere, das wir alle in ihr sehen wollen. Er schreibt quasi eine Liebeserklärung an die Liebe. Sie ist für ihn Kunst. Ebenso wie die Musik kann sie aber nur dann Erfolg haben, wenn einem nichts wichtiger ist als diese Kunst. In unserer entzauberten heutigen Welt suchen wir ja geradezu wieder nach dieser romantischen Liebe und so kommt uns Fromm mit seinen Ausführungen gerade recht! Man sieht es: das Buch liegt auch heute noch in der ersten Reihe in der Hobby-Psycho-Abteilung mit dabei. Trotzdem: man sollte nicht übersehen, dass Erich Fromm da Behauptungen aufstellt, die für die heutige Gesellschaft so einfach nicht mehr tragbar sind. So wettert er zum Beispiel gegen die Aufhebung der Geschlechterrollen, da hier die Zerstörung der erotischen Liebe droht. Aha! Sollen die Frauen wieder zurück an den Herd um die Liebe nicht zu zerstören? Auch differenziert er zwischen der mütterlichen und der väterlichen Liebe zum Kind und sagt da ganz unverblümt, dass die mütterliche Liebe noch nicht so ausgereift ist wie die männliche, da sie bedingungslos ist, keine kulturellen Anforderungen an das Kind stellt. - Insgesamt sicherlich ein gutes Buch, das allerdings nicht so ohne weiters in allen Punkten auf die heutige Zeit bezogen werden sollte, sonst laufen wir Gefahr, in alten Mustern steckenzubleiben. Es gibt sie, DIE Liebe, aber sie wandelt sich eben mit der Zeit! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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