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 Die Morde in der Rue Morgue, 1 Audio-CD
von Edgar A. Poe
CD
November 2004
Verlag: Lübbe

Beschreibung: Die Morde in der Rue Morgue
Kommentare und Bewertungen: Serie versus Original
   
Dies ist der siebte Teil der Hörspielserie "Edgar Allan Poe" von Lübbe Audio. Natürlich geht das Serienkonzept diesmal arg zu Lasten der Original-Story von Poe, dafür aber kommen wir in der Serie selbst einen ganzen Schritt weiter und erfahren sehr viel Neues über den Mann, der sich Edgar Allan Poe nennt. Wer die sechs vorherigen Folgen nicht kennt, kann mit "Rue Morgue" wohl recht wenig anfangen! Es ist ein verwirrendes Hörspiel, aber gerade der Gag, quasi die Vorgeschichte der Poe'schen "Rue Morgue" zu erzählen, ist brillant. Genauso die Sprecher: Toll Ulrich Pleitgen und absolut überzeugend Iris Berben! "Nur" 4 Sterne weil ich mir etwas mehr Spannung gewünscht hätte, dafür vielleicht weniger "Affen".
Nicht mein Geschmack!
 
So langsam wurde ich immer enttaeuschter, je mehr ich von den CDs Edgar Allan Poe's gehoert habe. Dieser siebte und vorerst vorletzte Teil ist nun wirklich nicht mein Geschmack. Ein Seemann, der zwei Damen kennenlernt und ein "verrueckter" Affe! Das kann ja schon fast nichts werden. Gut, das ist jetzt vielleicht ein wenig boese gesagt, aber ich haette mir mehr erhofft. Meist verspricht die Titel mehr, als der Inhalt hergibt. Schade eigentlich!
Vom Original nicht mehr viel übrig
 
Diese Rezension betrifft die Hörspielfassung von Lübbe.Dieses Hörspiel stellt den siebten Teil der Edgar-Allan-Poe-Hörspiel-Reihe von Lübbe dar. Auch hier wird die in der Vergangenheit begonnene Rahmenhandlung über den an Gedächtnisschwund leidenden Unbekannten, der sich nun Edgar Allan Poe nennt, fortgesetzt. Im Vergleich zu den Teilen 5 (Sturz in den Mahlstrom) und 6 (Der Goldkäfer), wo die Rahmenerzählung rund die Hälfte der gesamten Hörspielzeit einnahm, wird hier der eigentlichen Erzählung - in einen Traum verpackt - wiederum mehr Raum mehr eingeräumt. Allerdings ist von der Poeschen Erzählung kaum mehr etwas übrig geblieben. Natürlich spielt wie im Original ein Orang-Utan eine Rolle und er tötet auch eine Person (im Original sind es zwei), aber damit hat sich auch schon die Ähnlichkeit. Poes Erzählung gilt als Vorläufer für Arthur Conan Doyles Hauptwerk. Wie bei Doyle, ist hier ein Icherzähler, gemeinsam mit einem Genie der Beobachtung (Dupin - Holmes), bei der Aufklärung eines Falles zu beobachten. Dieser wohl wesentlichste Aspekt wird in diesem Hörspiel allerdings vollkommen ignoriert - Dupin wird ein einziges Mal erwähnt. Die Lösung des Rätsels steht überhaupt nicht zur Debatte, handelt es sich doch im Hörspiel um einen Entwicklungsroman, während Poe einen Enthüllungsroman geschaffen hatte. Sogar die Erzählperspektive wird gewechselt, während bei Poe der Icherzähler der Freund von Dupin ist, ist der Icherzähler im Hörspiel, der Seemann in dessen Eigentum der Affe steht. Es wird aber noch schlimmer - denn gut 80 % des Inhaltes sind vollkommen neu erfunden und finden sich bei Poe überhaupt nicht. Bei Poe gibt es keine Geschichte zwischen dem Seemann und den beiden Opfern, im Hörspiel macht aber just jenes den größten Teil der Story aus. Das Hörspiel selbst ist recht gut gemacht, kann aber an die Qualität der beiden Vorgänger nicht anschließen. Natürlich kann ich jetzt nicht empfehlen: "Lassen Sie diesen Teil aus" denn das würde ja ein Loch in der Rahmenhandlung hinterlassen. Und so gebe ich auch zwei Sterne - einen weil ich Null nicht geben kann und einen weil das Hörspiel solide gemacht ist und die Rahmenerzählung weitergeführt wird.
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