Hörbuch         Die Pest, 2 Cassetten


Die Pest, 2 Cassetten
von Albert Camus und Ulrich Matthes
Hörkassette
November 2002
Verlag: Patmos Verlag



Beschreibung:
Die seltsamen Ereignisse, denen dies Chronik gewidmet ist, haben sich 194... in Oran abgespielt...
Unsere Mitbürger wurden ungefähr zu dieser Zeit unruhig...
Das Wort 'Pest' war eben zum ersten Mal ausgesprochen worden...
Doktor Rieux wandte sich heftig von dem Aufruf ab...
Von diesem Augenblick an betraf die Pest uns alle...
Das Ende des ersten Pestmonats...
Einige unsere Mitbürger hatten über der Hitze und der Pest den Kopf verloren...
Tarrou bat um eine Unterredung mit Rieux...
Ehe wir zum Höhepunkt der Pest kommen...
So wehrten sich die Gefangenen der Pest Woche um Woche...
In den letzten Oktobertagen wurde ein Serum ausprobiert...
Seit Paneloux in die Sanitätstruppe eingetreten war...
Die Pest vergaß niemanden zu lange...
Im Morgengrauen eines schönen Februartages öffneten sich endlich die Tore...


Kommentare und Bewertungen:
Man wird des Mitleids müde, wenn das Mitleid nutzlos ist.
Das ist der Satz aus dem Buch der sich mir am festesten ins Gedächtnis eingebrannt hat.

Ich will mich hier nicht mit dem Buch als solchem auseinandersetzen. Sehr viel, ich glaube beinahe schon zuviel, ist hier schon geschrieben, reingedeutet und abgeleitet worden. Man soll den Roman, denn das ist er - vielleicht eine sehr anspruchsvolle Belletristik -, einfach nur für sich lesen, die Gedanken, Lesarten usw. kommen von alleine.

Auch bracht man, meiner Meinung nach, den Text nicht im geschichtlichen Kontext zu sehen - er ist gewissermaßen zeitlos.

Der Roman hat auch einige Schwächen, logische und solche die den Spannungsbogen betreffen und ist trotzdem besser als 98% aller auf dem Markt verfügbaren Romane.

Die Lesung von Ulrich Matthes ist handwerklich nicht zu beanstanden und für mich der beste Weg sich diesem Werk zu nähern. Man ist der „Mühe" des Lesens enthoben und kann sich voll und ganz auf die Handlung konzentrieren.

Fazit: ein nicht ganz einfaches Werk der Weltliteratur, dem man sich doch bitte ohne Vorurteile auf sich wirken lassen soll. Es wird von sich aus dafür sorgen, daß es lange im Erinnerung bleibt!


Gruselig und unheimlich
Nachdem ich die ersten dreissig bis vierzig Seiten dieses Romans gelesen habe, habe ich von Ratten getraeumt. Camus versteht es, Stimmungen zu zeichnen. Der Anfang des Buches ist unheimlich, man merkt, dass Gefahr aufzieht und wundert sich, warum sonst niemand es merkt, warum keine Vorsorgen getroffen werden. Jedes Rascheln im Raum, in dem man dieses Buch liest, laesst einen zusammenzucken und an Ratten denken, den man (oder zumindest ich) ist so in diesem Buch gefangen, dass man seine Umwelt vergisst. Diese Stimmung zieht sich das ganze Buch hindurch, Camus ist ein meisterhafter Erzaehler. Ich kann jedem, der fit in Franzoesich ist, nur empfehlen, dieses Buch in Franzoesisch zu lesen, denn Uebersetzungen verlieren erfahrungsgemaes doch immer einiges an Qualitaet (vor allem sprachlicher). "Die Pest" ist auch als Charakterstudie des Menschen faszienierend. Wie verschiedene Menschen mit der "Krankheit", welcher Art auch immer sie sei, umgehen und ihr begegnen. Diese Buch ist keine Minute lang langweilig: im Gegenteil, auch wenn gegen Ende des Buches die Beschreibungen immer ausfuerhlicher und die Zeitspannen kuerzer werden, so empfindet man es waehrend des Lesens nicht. man wird immer mehr in die Befuerchtungen, Gedanken, Angst und Panik hineingezogen. Das Ende kommt dann recht schnell, man fuehlt sich zwar halbwegs erleichtert, aber behaelt doch im Hinterkopf, dass irgendetwas zurueckgeblieben ist. Das Buch ist von sehr hoher sprachlicher und inhaltlicher Qualitaet, ich kann es jedem ans Herz legen, der ein faszinierend unheimliches Buch ueber das menschlicher Verhalten in einer isolierten Situation lesen moechte (man braucht dazu auch kein grosses Wissen ueber Camus und den Existentialismus, denn dieses Buch ist unabhaengig von philosophischen Stroemungen ein tolles Buch!) (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)


Philosophie kann auch spannend sein
Mit diesem Roman gelingt es Camus Antworten auf wichtigte Fragen der menschlichen Existenz zu geben. Soll man auch angesichts des Leides noch an Gott glauben? Kann man ein "Heiliger ohne Gott" werden"? Wie kann trotz aller Absurdität des Daseins eine postive Einstellung zum Leben finden? Im Gegensatz zu anderen Philosophen und Schriftstellern begnügt sich Camus nicht damit, die Sinnlosigkeit all unseres Tuns nur aufzuzeigen, sondern zieht auch Konsequenzen daraus. Gerade das Scheitern wird zur neuen Ethik erkoren. Jedoch ist dieser Roman weit von trockener Philosophie entfernt sondern beschreibt stattdessen Schicksale Einzelner, die jeweils stellvertretend für eine Weltanschauung stehen. Dass dies alles auch noch in einer wunderbaren Sprache geschildert wird, versteht sich bei diesem Schriftsteller ja schon von selbst. Wem Philosophie bis jetzt zu trocken war wird durch diesen spannenden Roman eines besseren belehrt.


hoher Anspruch ohne Lesequal, sehr empfehlenswert
Einen solchen Roman wird man wohl nur sehr selten finden. Nicht oft habe ich ein Buch gelesen in dem ein solche Tiefe in der Darstellung der menschlichen Psyche erreicht wird. Unglaublich wie Camus die verschiedenen Reaktionen des Menschen auf eine Extremsituation beschreibt. Zusammengefaßt ist die Geschichte schnell und einfach. In einer kleinen Stadt bricht eine ansteckende Epidemie aus, die die meisten der Erkrankten sehr schnell tötet. Die Stadt wird hermetisch abgeriegelt, so daß weder jemand in die Stadt kommen kann, noch jemand dem scheinbar unausweichlichen Schicksal entfliehen könnte. Camus läßt in diesem Szenario seine Figuren spielen und jeder Charakter steht für die unterschiedlichsten Reaktionen auf die Katastrophe; z.B. Rieux, der Arzt, der beginnt auf seine Weise den Kampf gegen die Krankheit aufzunehmen oder Cottard, der für sich zunächst aus der Situation zu profitieren scheint, denn er versucht sich vor dem Gesetzt zu verstecken. Aber auch Tarrous, der die Welt mit anderen Augen sieht und vielleicht unwichtige Dinge in seinen Aufzeichnungen festhält, steht für eine besondere Art, mit der Situation um zu gehen. Ich hatte das Glück dieses Buch ganz ohne den Kommentar eines anderen (z.B. eines verknöcherten Lehrers, der nur seine Meinung gelten läßt) zu lesen und konnte mir so immer meine eigene Interpretation zurechtlegen. Natürlich erinnert die Beschreibung der Verbrennungsöfen an die Verbrennung der Juden in den KZs der Nazis, doch das Buch nur als Metapher auf die Judenvernichtung im Dritten Reich zu sehen, ist natürlich viel zu wenig... Ich kann das Buch nur jedem empfehlen, denn gute Literatur muß nicht eine Qual zu lesen sein, wie dieses Buch beweist, das sich leicht und zügig lesen läßt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)


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