Hörbuch         Die Philosophin, 6 Audio-CDs


Die Philosophin, 6 Audio-CDs
von Peter Prange und Katrin Fröhlich
CD
September 2004
Verlag: Lübbe



Kommentare und Bewertungen:
eine wunderschöne geschichte
Dieses Buch ist einfach wunderschön. Man fühlt sich gleich als ein Teil der Hauptfigur "sophie". Man fühlt wie ihr das Herz beim Tot ihrer Mutter gebrochen wird. Um so schöner ist es dann als Denis Diderot in ihr Leben tritt.
Eine herrliche geschichte, bei der man los weinen könnte...


Anspruchsvolle Unterhaltung par excellence !
Ein faszinierender Roman über die Philosophie und die Liebe!

Die geneigte Leserschaft erlebt den Wandel Sophie Vollards vom quasi ungeschliffenen Rohdiamanten - mit großer Liebe zum geschriebenen Wort - zum funkelnden Edelstein: sie schreibt eigene Traktate zur ersten im Frankreich des Louis XV. erschienenen Enzyklopädie, sie redigiert und verändert den Inhalt, um die Enzyklopädie zu retten und zerstört damit scheinbar ihre Liebe:

Die Geschichte beginnt damit, dass Sophie im Jahre 1747 als elfjährige die Hinrichtung ihrer Mutter miterleben muß. Angeblich wurde diese wegen Hexerei, ihrer Liebe zu einem Mann sowie aufgrund ihrer Liebe zu Büchern hingerichtet. Daher hat verbringt Sophie nahezu ihr ganzes Leben in Angst vor Büchern und vor der Liebe.

Sophie wächst im Kloster auf, geht nach Paris und findet Arbeit im Café Procope. Einem Sammelpunkt der Dichter und Denker. Dort lernt sie Denis Diderot kennen und trotz aller Ängste und Bedenken zu lieben. Diderot gibt ihr nicht nur den Mut, ihrer Leidenschaft zu lesen, nachzukommen, sondern eröffnet ihr gewissermaßen auch das Tor zu ihrem eigenen Intellekt.

Über einen Zeitraum von etwa 20 Jahren begleiten wir die Ups and Downs der Beziehung zwischen Sophie und Diderot, ebenso wie das Gerangel um das Erscheinen der Enzyklopädie: Wissen ist Macht. Wer Wissen hat, hat Macht über das eigene Leben. Wenn das gemeine Volk zu viel Wissen hätte, würde nach Auffassung der katholischen Kirche - in Form des Beichtvaters der Königin, Pater Radominsky - das Gesetz Gottes außer Kraft gesetzt. Ergo: die katholische Kirche fürchtete um ihre Vorherrschaft. Daher setzte sie alles daran, die an dem Erscheinen der Enzyklopädie beteiligten Gelehrten und Philosophen zu verunglimpfen und die Enzyklopädie verbieten zu lassen.

Teilerfolge sind auf beiden Seiten zu verzeichnen, bis schließlich ein Attentat auf Louis XV. im Jahre 1758 der Kirche eine neue Handhabe gibt und die Enzyklopädie im Jahre 1759 von Rom auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt wird. Sophie setzt alles daran, damit Diderots Lebenswerk - die Enzyklopädie - doch zu Ende geführt werden und erscheinen kann. Sie stellt das Erscheinen der Enzyklopädie über ihre Liebe zu Diderot...

Atmosphärisch dicht, sprachlich brilliant, äusserst spannend und nebenbei auch noch ein lehrreicher Einblick in die Philosophie. Anspruchsvolle, spannende Unterhaltung, die mich völlig in den Bann gezogen hat.

Fazit: „Denn das Lesen der Schriftzeichen war ihre Sucht" (über Sophie, S. 67). Süchtig kann man in der Tat werden und zwar nach Büchern, die genauso gut fabuliert sind, wie dieses. 5 Sterne mit Muß!


Ein großes Stück Geistesgeschichte
Wir schreiben in Paris das Jahr 1747. Von Gott und den Menschen verraten kommt Sophie in die riesige Hauptstadt des Königreichs. Um das nötigste zu ihrem Lebensunterhalt zu verdienen, um zu überleben, arbeitet sie im Café "Procope". Hier, im Treffpunkt der Freidenker und Aufrührer, verliebt sie sich entgegen aller guter Vorsätze in einen Gast: Denis Diderot. Er ist ein französischer Philosoph der das seit der Bibel gefährlichste Buch der Welt plant, eine umfangreiche Enzyklopädie mit dem ganzen Wissen der Menschheit. Das ist Sprengstoff für die morsche Monarchie. Sophie ist von den neuen Ideen gleichermaßen fasziniert wie verängstigt. Schon bald weiß sie, dass es dabei um viel mehr geht als nur um ein Buch.Es geht um ihr eigenes Leben, ihr Recht auf Freiheit, Liebe und Glück.Ein packendes Buch.


liebevoll, aufgeklärt&philosophisch
Frankreich zur Mitte des 18. Jahrhunderts: das Land ist geprägt von Aberglauben, religiösem Fatalismus und einem schwachen König, der sich lieber mit Gelagen und seinen Mätressen beschäftigt als mit dem Schicksal seines Volkes. In diesem Umfeld entsteht die Philophenschule der Auklärer, die sich der Vernunft und der Gerechtigkeit verschrieben haben. Durch ihre in großen Auflagen gedruckte Enzyklopädie können sie ihre Ideen ins ganze Land hinaus tragen und polarisieren so die Gesellschaft. Letztendlich liefern sie damit auch einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Revolution.
Um diese spannende Epoche dem Leser näher zu bringen, überlagert Prange die historischen Schilderungen mit der Liebesgeschichte von Sophie Volland mit dem Philosophen Denis Diderot.
Das Buch ist sehr interessant und spannend, die Sprache ausgesprochen elegant und gut zum Inhalt passend. Einge philophische Gedanken werden darin aufgegriffen, die den Leser innehalten lassen. Obwohl mir der Roman recht gut gefallen hat - etwas mäkeln muss ich leider auch. Für meinen Geschmack steht nämlich die Lovestory etwas zu sehr im Vordergrund, ich hätte stattdessen einen Schuss mehr "Philosophie" bevorzugt. Trotzdem ein klarer Vier-Sterne-Roman, bei dem man nichts falsch machen kann!


kein ergreifendes Buch
Die Wichtigkeit der im Buch beschriebenen Enzyklopädie wird für den Leser nicht ergreifend genug rübergebracht. Überhaupt ist kein guter Spannungsbogen vorhanden. Vielleicht, habe ich auch kein allzu großes philosophisches Verständnis.


Mehr Melodram als historischer Roman
Die junge Kellnerin Sophie Volland lernt im Jahre 1747 im Café Procope, einem populären Treffpunkt von Autoren und Philosophen, den jungen Schriftsteller Dennis Diderot kennen und verliebt sich gegen ihren Willen in den charismatischen Charmeur. Dieser ist gerade im Begriff das neue Buch der Bücher, "das Sturmgeschütz der Vernunft, die Armada der Philosophie, die Kriegsmaschine der Aufklärung", die weltbekannte Enzyklopädie zu beginnen, ein Werk das alles Wissen der Menschheit unter einem Buchdeckel vereinen soll. Nach langem Kampf und nachdem Sophie sich in eine Ehe mit einem anderen Mann gestürzt hatte, finden sie und Diderot zusammen. Er weist sie in die Geheimnisse der Philosophie ein und lässt sie schon bald, nachdem er ihr natürliches Talent entdeckt hat, auch an seinem Werk mitarbeiten. Da die Enzyklopädie in konservativen und kirchlichen Kreisen jedoch viele Feinde hat, belastet die mühsame und auch gefährliche Arbeit die Liebe zwischen den beiden zunehmend. Diderot muss sich entscheiden- zwischen seinem Lebenswerk und der Liebe...

Peter Pranges Roman ist recht zwiespältig zu bewerten. Auf der einen Seite stehen die sprachliche Schönheit des Buches, die wunderschöne Liebesgeschichte zwischen dem Aufklärer und der Protagonistin und die sicherlich vorhandene Spannung. Auf der anderen Seite schafft Prange es nicht das vorrevolutionäre Paris aus der Mitte des 18. Jahrhunderts überzeugend wiederauferstehen zu lassen, tiefere Einblicke in den Prozess und das Wesen der Aufklärung zu vermitteln und die Darstellung Rousseaus grenzt schon fast an Denunziation (auch wenn dieser wohl tatsächlich ein eher unangenehmer Zeitgenosse gewesen sein mag). Aus diesen Gründen ist das Buch eher denjenigen empfehlen, die einen gefühlvoll geschriebenen Liebesromane zu schätzen wissen, als dem Liebhaber historischer Romane.


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