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 Die Siedler von Catan, 6 Cassetten
von Rebecca Gable und Martin May
Hörkassette
September 2003
Verlag: Lübbe

Beschreibung: Der Wind heult durch das Dorf. Schwerter schlagen klingend aneinander. Stimmen rufen verzweifelt um Hilfe. Rau und grausam geht es im hohen Norden zu. Das bekommt das kleine Küstendorf Elasund im Jahr 850 bitter zu spüren. Feindliche Völker greifen an, rauben Vieh und Frauen, morden die Männer. Nachdem sie sich durch den Rat der Runen vergewissert haben, beschließen die Überlebenden Dorfbewohner, sich mit ihren Schiffen gen Westen auf zu machen und eine neue Heimat zu suchen. Nach vielen Mühen gelangen sie in das sagenhafte Catan. Doch anstatt nun friedlich das Leben auf der vollkommenen Insel zu genießen, kommt es zu einem Bruderzwist, der die ganze Gemeinschaft von Neuem bedroht. Martin May trägt auf sechs Kassetten die gekürzte Fassung des Romans von Rebecca Gablé Die Siedler von Catan vor. Der bekannte Schauspieler (Das Boot) verleiht sämtlichen Figuren seine Stimme. Er schafft es, mit charmanter Zurückhaltung, ohne übertriebene Emotionen die Geschichte der Nordmänner auf spannende und angenehm hörbare Weise vorzutragen. Kerstin Kaiser, die bei dieser gelungenen Vertonung die Regie geführt hat, setzt hin und wieder kleine dezente Geräuschakzente und lässt das Hörbild so farbiger erscheinen. Worauf aber, dank des souveränen Vortrags von Martin May, durchaus auch hätte verzichtet werden können. Statt eines aufwändigen Booklets gibt es nur knappe Informationen zu Autorin, Sprecher und Inhalt des Romans. Was zählt ist der Vortrag. Und der ist gelungen. Insgesamt 440 Minuten spannende Unterhaltung zum Verschenken und Selberhören. --Anne Hauschild
Kommentare und Bewertungen: sympatische Charactere, macht viel Spaß zu lesen...
    
Hier geht es um viel mehr, als nur um das Spiel. Wie alle Bücher von R.Gablé ist auch dieses ein richtiges kleines "literarisches Wunderwerk", sie schafft es immer wieder mich so in ihre Erzählungen hineinzuziehen, dass ich in kürzester Zeit mit dem dicken Wälzer fertig bin :-) Im Vordergrung stand wohl die Idee zu dem Spiel "Die Siedler von Catan" einen Roman zu schreiben. Und das ist hier in erstklassiger Qualität gelungen. Liebevoll skizierte Charactere, historischer hintergrund so weit es denn möglich ist, bei einem Buch, über ein Spiel, im Mittelpunkt steht auf jeden Fall die Frage der Religion. Die Götter "gegen" den christen Gott-> ist das möglich auf einer Insel/einer Gemeinschaft beides anzuerkennnen.. sehr spannd ... Happy-End Ja und Nein, man muß das wirklich selber lesen. Was sehr, sehr viel Spaß macht! Und leider viel zu schnell zu ende ist.
Ein tolles Buch .....
    
Wer die 3 ersten historischen Romane von Rebecca Gable gelesen hat und diese - nach etwas zögerlichem Beginn - genau wie ich geradezu verschlungen hat, dem sei dieses Buch ebenfalls sehr ans Herz gelegt. Anders als in den ersten Romanen findet sich der Leser hier in einer rein fiktiven Welt wieder, die allerdings dem Wikinger-Dasein des 9. Jahrhundert entlehnt ist. Nach einem Überfall der "Turonländer" im Herbst und einem anschließenden harten Winter, beschliessen einige der Einwohner von Elasund - getrieben von Hunger und Armut sowie den sagenhaften Erzählungen des Reichsten Kauffahrers im Ort - ihr Glück auf einer nahezu unbekannten und unbewohnten Insel fernab ihrer alten Heimat zu suchen. Nach einer langen und sehr beschwerlichen Reise kommt die kleine Gruppe Elasunder auf einer Insel an, die sie bislang nur aus der Sage kannten : Catan ...... Liebevoll schildert Rebecca Gable hier die Schwierigkeiten des Neuanfangs - Bau der Häuser, Rodung von Ackerflächen, etc ... - sowie die Auseinadersetzung zwischen dem alten Glauben der Wikinger und dem Christentum. Sehr einfühlsam baut sie ihre Protagonisten auf, schildert die Sitten und Gebräuche dieser Kultur und erlaubt es dem Leser durch detaillierte Schilderungen der Natur, das Leben auf Catan zu verfolgen. Ein spannendes und sehr interessantes Gesamtwerk mit vielen "Einzelepisoden", die das Lesen sehr kurzweilig machen. Prädikat : Für Fans dieses Genre ein absolutes MUSS !!!
Wieder ein gelungener Gablé!
    
Mit "Die Siedler von Catan" ist Rebecca Gablé wieder ein spannender "historischer" Roman gelungen. Natürlich handelt es sich diesmal nicht im eigentlichen Sinn um einen historischen Roman, denn nicht nur Catan (nach dem Spiel von Klaus Teuber), sondern auch sämtliche handelnden Personen sind frei erfunden. Deshalb verzichtet die Autorin auch auf jegliche Datierung. Dennoch beruht der Roman auf kulturgeschichtlichen Fakten über die Wikinger, ist also kein reiner Fantasyroman (wie vielleicht einige Fans befürchten). Candamir und Osmund sind von klein auf die besten Freunde. Nachdem sich die Überfälle der feindlichen Turonländer sich häufen und die Dorfgemeinschaft einen Hungerwinter überstehen muß, beginnen die beiden mit Osmunds Onkel Olaf für ein Auswandern zu werben. Die Fahrt soll auf eine Insel führen, die Olaf vor einigen Jahren entdeckte. Doch schon jetzt sind viele gegen ein solches Unternehmen und die Zweifler lassen sich nur durch ein göttliches Zeichen überreden. So brechen bald neun vollbepackte Schiffe mit Männern, Frauen, Kindern und Sklaven zu einer langen und gefährlichen Reise auf. Ein fürchterlicher Sturm spült sie schließlich an die Ufer von Catan. Laut der Sage hat Odin Catan perfekt gemacht und tatsächlich ist die Erde fruchtbar und das Klima mild. Die neue Siedlung wächst und gedeiht. Doch schon bald gibt es Schwierigkeiten. Candamir schafft sich in Olaf einen mächtigen Feind und auch seine Duldsamkeit mit seinem Sklaven Austin, einem christlichen Missionar, bringt viele gegen ihn auf. Bald droht nicht nur seine Freundschaft zu Osmund zu zerbrechen, sondern die gesamte Gemeinschaft. Mit Candamir hat die Autorin ein weiteres Mal einen sympathischen, menschlichen Held erschaffen: Aufbrausend und zu unüberlegten Handlungen tendierend, hat er doch sein Herz am rechten Fleck. Candamir ist bei weiten nicht perfekt. Oft braucht er etwas länger um sich schließlich (und oft widerwillig) zum Richtigen durchzuringen. Gerade diese Charaktereigenschaften lassen ihn so lebendig erscheinen. Wie wir es gewohnt sind werden auch alle anderen Personen liebevoll und detailreich beschrieben und so eröffnen sich wieder viele interessante Nebenhandlungen. Wer bereits die anderen Bücher von R. Gablé mit Begeisterung gelesen hat, sollte sich schnellst möglich ein Exemplar sichern. Er wird es sicher nicht bereuen! Aber auch alle, die in ihrer Freizeit eifrig "siedeln" dürfen sich dieses Buch nicht entgehen lassen!
Anders, aber trotzdem gut
   
Von Rebecca Gablé habe ich mittlerweile alle historischen Romane gelesen und keinen Kauf bereut. Bei ihr mache ich auch einmal eine Ausnahme und lege mir das teure Hardcover - eine Anschaffung, die sich allein wegen der liebevoll gestalteten Bücher mit bunten Land- oder Stadtkarten bzw. bei den Siedlern von Catan der Zeichnung der Insel, lohnt. Gablés Geschichte beginnt wie immer mit den Hauptfiguren und zieht sofort in ihren Bann. Kein langes Vorgeplänkel erschwert den Einstieg in die Handlung, sondern man schaut den Figuren bei Alltagssituationen über die Schulter und lernt schnell Familienmitglieder oder andere für den Plot wichtige Gestalten kennen. Im Falle der Siedler von Catan beginnt die Handlung furios, denn Candamir und Osmund, Ziehbrüder und Hauptfiguren der Geschichte, müssen miterleben, wie ihr Dorf von den feindlichen Turonländern überfallen und die Bewohner in der Folge vom Hungertod bedroht sind. Hieraus entsteht letztendlich der Entschluss, ihre Heimat zu verlassen und das Glück anderswo zu suchen. Wen der Buchtitel an das gleichnamige Spiel von Klaus Teuber erinnert, hat richtig vermutet, denn die Autorin hat das Buch um die Insel auf Bitte des Spieleerfinders hin geschrieben und dabei versucht, die wichtigsten Spielelemente (Tausch, Handel, Güterknappheit etc.) zu verarbeiten. Wie beim Spiel sind auf der neuen Insel gewisse Güter nur knapp vorhanden und die Menschen teilweise auf den Austausch von Waren oder Arbeitskraft angewiesen. Allzu stark ist dieser Aspekt allerdings meiner Meinung nach nicht ausgeprägt oder wird von der interessanten Handlung eher überdeckt. Das wäre aber auch der einzige Kritikpunkt, den ich anzumerken hätte. Etwas ruhiger als ihre anderen Romane finde ich die Geschichte, die eine nicht immens hohe, dafür aber gleichmäßige Spannung aufrecht zu erhalten vermag. Fazit: Ein gelungener historischer Roman, der diesmal übrigens auf fiktiven und nicht wie sonst (teilweise) realen historischen Persönlichkeiten beruht.
Keine Steigerung, sehr schade
 
Da ich bereits die anderen Romane von Rebecca Gablé gelesen hatte, war ich auf Die Siedler von Catan natürlich ganz besonders gespannt. Leider hält der Roman nicht wirklich das, was es verspricht. Der Erzählstil der Autorin ist wie immer sehr gut und auch solide, nur leider fehlt der Geschichte selbst der nötige Tiefgang, um sie so einzigartig zu machen wie Das Lächeln der Fortuna oder Das zweite Königreich. Die Charaktere kommen ein wenig gestelzt und unglaubwürdig rüber, auch wenn sie in das Geschichtsfeld der Story gut eingebunden sind. Was mich noch gestört hat, war, dass die Autorin ihren Plot im Bezug zu den vorausgegangenen Büchern nicht wirklich verändert hat und die Geschichte am roten Faden durchexerziert, ohne wirklich neue, überraschende Wendungen bereitzuhalten. Darum war das Buch leider keine Steigerung, was ich sehr schade fand, aber vielleicht wird das beim nächsten ja wieder ganz anders.
Der schale Geruch nach Kommerz
 
Als großer Fan von Gables Historien-Schinken so wie ich greift man natürlich automatisch zu allen Werken, die die talentierte Autorin geschrieben hat. Wie viel wurde von der Werbung "Die Siedler von Catan" versprochen ein "Historischer Roman" a la Gable. Doch wenn man zum Beispiel "Das Lächeln der Fortuna" zu schätzen weiß, bekommt man bei diesen "Siedlern" praktisch einen Kulturschock. Kurz zum Inhalt: Etwa 850: Ein Dorf im hohen Norden kommt aus den verschiedensten Gründen auf die Idee, auszuwandern, und ein neues Land zu bevölkern. Nach einer langen Schiffsreise entdecken sie zufällig eine Insel, und machen wie Robinson Crusoe, nur zum Unterschied ein ganzes Dorf, verschiedenste Erfahrungen und Entwicklungen. Von Historischer Roman kann nicht die Rede sein. 99 % basiert das Buch auf das gleichnamige Brettspiel, absolut nichts hat damit mit Menschengeschichte zu tun. Man lernt auch absolut nichts Neues über die Kultur der Wikinger, wie von der Werbung versprochen. Ein Fantasy-Roman wie tausend andere: Nichts besonderes! Unmittelbar kommt der schale Geschmack des Kommerz in den Sinn: Ein reines Werbebuch für das Brettspiel. Rebecca Gable hat mit diesem Werk ihre Prinzipen verraten: Seriöse Historische Romane. Diesmal wird etwas versprochen, was nicht gehalten wird. Zwar ist der Schreibstil von Gable unverändert, aber die bezeichnende Stärke, durch ihre geschichtliche Kompetenz Glaubwürdigkeit zu vertreten, ist verloren gegangen. Man kann der Autorin nur raten, sich wieder auf völlig eigene Projekte einzulassen. Mit Hoffnung auf baldiger Besserung gibt es trotzdem 2 Punkte.
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