Hörbuch         Die Wellenläufer, 5 Audio-CDs


Die Wellenläufer, 5 Audio-CDs
von Kai Meyer, Andreas Fröhlich und Alexander Nix
CD
März 2004
Verlag: Hörcompany



Kommentare und Bewertungen:
Fabelhaft
Rezension: Die Wellenläufer (Hörbuch)

Die Wellenläufer
Von Kai Meyer
Gelesen von Andreas Fröhlich

Das Piratenmädchen Jolly ist eine sogenannte „Quappe", das bedeutet, dass sie in der Lage ist, über das Wasser zu laufen. Als Kind wurde sie vom Piratenkapitän Bannon auf dem Sklavenmarkt gekauft und von ihm, wie seine eigene Tochter großgezogen. Dank ihrer ungewöhnlichen Fähigkeit ist zu einem unentbehrlichen Mitglied der Piratenbande geworden und hat in vielen Seeschlachten eine entscheidende Rolle gespielt, aber eines Tages ist das alles vorbei.
Bannons Mannschaft ist wieder einmal auf Beutezug. Eine spanische Galeone, mit gerefften Segeln, wird nur von einer winzigen Besatzung gehalten und schließlich von den Piraten überwältigt. Leider hat das eigene Schiff der Piraten, die „Magere Maddy", bei der Seeschlacht einen Treffer im Waffenlager erhalten und beginnt zu sinken. Die Piraten kapern das Schiff der Spanier, nur um festzustellen, dass überhaupt keine Spanier an Bord sind. Bannon hält die Situation für zu gefährlich und gibt den Befehl, die Segel zu hissen, woraufhin aus den gerefften Segeln tönerne Krüger auf das Deck der Galeone fallen und ihren tödlichen Inhalt freisetzen. Giftige Spinnen!
Alle werden von Panik ergriffen, doch nur Jolly kann sich mit ihrer Fähigkeit über das Wasser zu laufen hinüber zum sinkenden Piratenschiff retten. Die Galionsfigur der „Mageren Maddy", ein Neptun mit Dreizack, besitzt einen versteckten Mechanismus, den nur Bannon und Jolly kannten, mit dem die hölzerne Statue sich in ein Rettungsboot verwandeln lässt. Jolly schafft es mit letzter Kraft den Mechanismus zu betätigen und das Rettungsboot zu besteigen, als sie feststellen muss, dass sie keineswegs alleine ist. An Bord des anderen Schiffes muss eine der Spinnen in ihre Umhängetasche gekrabbelt sein, die nun über ihren Körper kriecht. Jolly wird gebissen, kann das Untier aber noch erschlagen, bevor sie das Bewusstsein verliert.

Munk, der Sohn eines Tabakfarmers, sitzt auf den Klippen einer winzigen Insel und starrt auf das Meer, als etwas an Land gespült wird. Er läuft einige Schritte über das Wasser und zieht einen Neptun aus Holz an Land. Zu seiner größten Verwunderung stellt er fest, dass die Galionsfigur innen hohl, aber nicht leer ist. Er zieht ein lebloses Mädchen heraus.

Jolly erwacht nach mehreren Tagen aus einem festen Schlaf. Zu ihrer Überraschung findet sie heraus, dass ihr Retter Munk genau wie sie selbst eine „Quappe" ist. Munks Eltern hatten aus Angst, ihr Sohn könnte auf Grund seiner Fähigkeit in Gefahr sein, beschlossen auf der winzigen Insel ein abgeschiedenes Leben zu führen. Munks Vater ist sich sicher, der Anschlag auf die „Magere Maddy" galt nicht ihrem Käpt'n Bannon, sondern ihr selbst. Irgendjemand macht Jagt auf die letzten „Quappen".
Sie beschließen die Insel so schnell wie möglich zu verlassen, doch da taucht ein Acherus auf, das schrecklichste Wesen, das Jolly und Munk jemals gesehen haben. Mithilfe der Muschelmagie kann Munk die Bestie zwar besiegen, aber seine Eltern kann er nicht retten.

Der Geisterjäger, ein Freund von Munk, nimmt die Beiden auf seinem Geisterschiff mit nach Port Royal. Er erzählt Jolly und Munk vom „Mahlstrom", der ein Portal zu einer anderen Dimension ist. Er ist sich sicher, dass nur die beiden letzten „Quappen" in der Lage sind die Welt vor den Folgen des „Mahlstroms" zu retten. Jolly hat am „Mahlstrom" nur sehr wenig Interesse, sie will Bannon finden, und wenn das nicht klappt ihn wenigstens rächen. Sie erhofft sich Hilfe vom Piratenkaiser Kendrick, doch dieser lässt sie gar nicht erst vor. Also beschließt sie, einfach in seine Unterkunft in Port Royal einzudringen und ihn zur Hilfe zu zwingen. Leider ist sie nicht die einzige, die es auf Kendrick abgesehen hat. Soledad, die Tochter des letzten Piratenkaisers, der von Kendrick gestürzt und getötet worden ist, will ihm den Gar aus machen. Jolly hält sie jedoch auf, als die Leibwache Kendricks näher rückt und die Beiden fliehen gemeinsam. Da das Geisterschiff nicht allzu schnell ist hat der Geisterjäger ein neues Schiff organisiert, die „Karfex". Der Kapitän der „Karfex" heißt Walker und hat einen ungewöhnlichen Steuermann, Buenaventure; ein Wesen, halb Mensch, halb Pitbull.
Auf hoher See stellen sie fest, dass sie nicht zu sechst auf der „Karfex" sind, sondern zu siebt. Griffin, ein „alter Freund" von Jolly hatte sich im Laderaum versteckt. Wohl oder Übel nehmen sie ihn mit nach Tortuga, denn sie erhoffen sich dort etwas mehr herausfinden zu können.
Leider haben die sieben Gefährten in Tortuga auch nicht mehr Glück, alles was sie von dort mitnehmen können ist der „hexametrische Holzwurm", den Jolly zum Bedauern aller vor dem Ertrinken gerettet hat. Weil Jolly und Soledad ihn bedroht haben, hat Kendrick ein ahnsehnliches Kopfgeld auf die beiden jungen Frauen ausgesetzt. Fortan sind ihnen Kopfgeldjäger auf den Fersen. Nun führt sie der Geisterjäger nach Aelenium, ein sagenhafter Ort, mitten im Atlantik. Doch nicht alle erreichen Aelenium, zwei der Gefährten gehen in einem Kampf mit einem Kopfgeldjäger über Bord.

„Die Wellenläufer" ist der erste Teil einer spannenden Trilogie.
Die Geschichte ist spannend, lustig, traurig, manchmal sogar gruselig.
Das Hörbuch ist einfach fabelhaft und ungemein fesselnd. Zwar fällt das ganze, da Jolly und Munk selbst erst 14 Jahre alt sind, unter Kinder(hör)buch, und hat eine sehr junge Zielgruppe, aber auch ältere Semester können durchaus ihren Spaß daran haben oder ihm, wie meine Wenigkeit, mit Haut und Haar verfallen.
Andreas Fröhlich, bekannt als Bob Andrews in „Die Drei ???" und Edward Nortons Synchronstimme leistet großartige Arbeit, als Vorleser. Er verleiht jedem Charakter ausnehmend viel Charme, in dem er gekonnt seine Stimme verstellt. Seine Interpretation des „hexametrischen Holzwurmes" ist absolute Meisterklasse.
Auch noch erwähnenswert ist, dass man nicht nur Andreas Fröhlichs sympatische Stimme hört, sondern dass im Grunde immer eine wunderbare Untermalung von Meeresrauschen oder eine andere passende Geräuschkulisse (wie z.B. Kneipengeräusche, in einer Tavernen-Szene) zu hören ist.

Das einzige Manko am „Die Wellenläufer"-Hörbuch ist, dass der zweite Teil erst im September 2004 erscheinen wird.

Mechthild Kotecki


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