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 Die göttliche Komödie, 5 Audio-CDs
von Dante Alighieri, Otto Kurth, Peter Lühr, Marianne Hoppe, Wolfgang Büttner und Eckhart Peterich
CD
Februar 2001
Verlag: HÖR Verlag

Beschreibung: In Dante Alighieris Göttlicher Komödie (1307-1321) ist die Hölle eine "blinde Landschaft". Überall herrscht Schreien, Seufzen, Jammern und Zähneklappern; und unterm dunklen Regen, der dem Dichter und seinem Begleiter Vergil am Beginn der Jenseitsreise im Inferno des "Klagewaldes" entgegenschlägt, ist außer den Stimmen der Verdammten und den "gellenden Schreien der Gesottenen" kaum etwas auszumachen. "Von allen Seiten hört' ich Jammern", heißt es, "sah aber keinen Jammernden". Dante tritt "in eine Landschaft, wo kein Licht mehr leuchtet" -- und lässt beim Eintritt ins Höllentor alle Hoffnung fahren. Die Göttliche Komödie ist also eigentlich ein frühes Hör- und Lesespiel, und da lag es nahe, die 100 Gesänge des Buchs in Stimmen und Klänge zu verwandeln. Der Bayerische Rundfunk hat dies 1957 gewagt und mit Marianne Hoppe, Walter Süssenguth, Wolfgang Büttner, Helen Vita, Hans Clarin, Fritz Rasp, Bernhard Minetti und anderen in beinahe sechs Stunden nahezu die gesamte "Schauspiel-Elite der 50er und 60er Jahre" (Klappentext) vor die Mikrophone gebracht. Nun macht uns der Hörverlag diesen grausigen Ohrenschmaus unter der Regie von Otto Kurth wieder zugänglich. Und nebenbei kann man am exzellenten Dante-Sprecher Peter Lühr studieren, wen sich Klaus Kinski bei seiner grandiosen Lesung von Villon-Gedichten (Ich bin so wild nach Deinem Erdbeermund) zum Vorbild nahm. Im hellen Paradies, in dem Vergil den Dichter nach der gemeinsamen Reise durch Hölle und Fegefeuer an die früh verstorbene Geliebte Beatrice übergibt, wird Dantes Göttliche Komödie dann wieder eher zu einem visionären Sehstück, und im 6. Himmelskreis leuchtet schließlich erlösend Christi Bild. Das ist eins der Gesichter, "die ich nicht schildern kann": der Dichter beginnt zu schweigen. Wenn man dies derart beredt wie Dante tut, dann mag man immer wieder gern davon hören. Hörspiel, Spieldauer 315 Minuten, 5 CDs. Auch auf 4 MC erhältlich --Thomas Köster
Kommentare und Bewertungen: Guter Versuch, einer angemessenen Übersetzung
   
Sicherlich tut man sich heutzutage mit dem Werk Dante Alighieris nicht leicht und insbesondere die Göttliche Komödie zeigt einem beim Lesen immer wieder, wie wenig man von Religion und deren Entstehung doch weiß, aber immerhin, hier wurde ein großes Werk geschrieben und zwar zwischen 1290 und 1313. Dante hat sich mit neun Jahren (das muß man sich einmal vorstellen!) in Beatrice dei Portinari verliebt und dieses Mädchen war Ansporn seines Schaffens, Inhalt seiner Träume und sie selbst, so sagt er, ist Führerin durch einen Teil seiner göttlichen Komödie, neben Vergil. Natürlich spricht hier nicht nur der leidenschaftliche Liebhaber, quasi wie ein damaliger Troubadour, sondern auch der geschichtlich Interessierte und aufklärende Wissenschaftler möchte die Menschen hinführen zu einem Leben außerhalb des Verderbens. Daß dabei heidnische Mythen und christlicher Glaube gegenübergestellt werden, in Harmonie gebracht werden, ist wohl schon aristotelisches Gadankengut, das damals in Europa (wieder!)aufkam und somit offiziell geübte Tatsache christlicher Theologie bis heute, also oftmals schwer verständlich. Allein die Führungen durch Hölle, Läuterungsberg und Paradies mit all ihren Vorräumen ist oftmals für uns Heutige verwirrend. Deshalb gibt es Erläuterungen zu diesem Werk und das Nachwort und die Anmerkungen sollen niemals ausgelassen werden, sonst tut man sich sicherlich zu schwer mit dem ganzen Werk. Daß aber die Sprache gerade dieser Ausgabe etwas altertümlich sein soll, wäre für mich geradzu ein Vorteil. Dante hat in Terzinen geschrieben und diese finden gerade bei Gmelin ihre Entsprechung. Dabei ist eine Übersetzung in Prosa für heutige Leser und Leserinnen vielleicht auch nicht von der Hand zu weisen. Somit wäre das Werk, das ja von inneren Qualen gekennzeichnet ist, in seiner originären Art sehr streng und formal ist und antike und mittelelalterliche Vorstellungen überwindet, unter Umständen noch verständlicher für uns. Diese gebundene Ausgabe von Reclam in der bekannten Übersetzung von Hermann Gmelin aber ist meines Erachtens schon verständlich.
Alterthümliche Übersetzung
 
Das hat Dante nicht verdient! Eine Neuausgabe und man sucht sich ausgerechnet eine so schlechte Übersetzung von 1937 aus. Ein Beispiel gefällig? Inferno 28 "Er wars, der Cäsarn mahnte, der Verjagte, Daß, wer gerüstet, sich zum Schaden harrt, Den Zweifel so erstickend, der noch zagte" Wer soll so etwas mit Genuß lesen? Wer soll das verstehen?
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