Hörbuch         Furcht erregende Darbietungen, 3 Audio-CDs


Furcht erregende Darbietungen, 3 Audio-CDs
von Philip Ardagh und Harry Rowohlt
CD
Oktober 2003
Verlag: Random House Audio



Beschreibung:
Philipp Ardagh hat einen unaussprechlichen Namen. Allerdings sieht das nur auf den ersten Blick so aus, denn laut Ardagh spricht sich Ardagh "Harder" aus, wie in "Hit me harder", nur ohne das zweite "h". So jedenfalls hat es der irre Ire, der mit Frau und zwei Katzen in einem kleinen rauen Küstenort in England lebt, auf seiner Homepage selbst beschrieben.

Harry Rowohlt ist einer, der mit seinem Faible für alles Irische und Schottische nicht nur Ardaghs Namen perfekt aussprechen kann. Er kann auch jenen (von ihm selbst übersetzten) Text über eine Figur blendend rezitieren, die den ausgeflippten Autor von annähernd 60 Büchern über Nacht berühmt werden ließ: Eddie Dickens heißt der dicke Knabe, der nach einer spektakulären Anreise in Furcht erregende Darbietungen im Anwesen seines wahnsinnigen Großonkels Jack und seiner wahnsinnigen Großtante Maud -- "Schlimmes Ende" mit Namen -- angekommen ist. Aber das dicke Ende kommt erst noch, als plötzlich ein Leichenwagen samt Sarg auftaucht, aus dem nach einer Ohren betäubenden Explosion der große Entfesslungskünstler Zucchini steigt. Kaum nötig zu erwähnen, dass Rowohlt mit whiskygeschwängerter Raucherstimme an Hand des folgenden hanebüchenen Abenteuers ein wahres Stimmfeuerwerk an Witz entfesselt.

Mit Philipp Ardagh hat Harry Rowohlt, der bereits Schlimmes Ende umwerfend kongenial nachsprach, nicht nur den zerzausten Bart und eine (zumindest ähnliche) Brille gemein, sondern auch einen ausgeprägten Sinn für skurrilen Humor. Dass er nicht zwei Meter groß ist wie der Ire, fällt da kaum ins Gewicht. Als witziger Vorleser ist er eh der Größte. Und Furcht erregende Darbietungen ist sowieso eines der Highlights unter den Hörbüchern. Nicht nur für Kinder ab zehn Jahren. --Thomas Köster

Lesung, 3 CDs, ca. 140 Minuten.


Kommentare und Bewertungen:
Abgefahren
Dieses Buch ist der zweite Teil der Eddie-Dickens-Trilogie nach „Schlimmes Ende", das den Deutschen Jugendliteraturpreis 2003 erhielt. Der Preis ist verdient, da das Buch mal eine ganz neue Art zu erzählen in die Jugendliteratur gebracht hat (Laurence Sterne soll vergleichbar sein, gehört aber einer anderen Epoche und anderem Genre an). Und wie auch im ersten Teil erleben wir in diesem Buch, besonders verdichtet gegen Ende, ein Feuerwerk skurriler Einfälle und speziellen Humors. Da wundert es nicht, dass der Autor ein Brite ist...
Die Handlung spielt im England des 19. Jahrhunderts und umfasst die bereits im ersten Band eingeführten Personen, die Mitglieder der Familie Dickens, und einige neu hinzugekommene Figuren. Wir befinden uns in einer Welt bizarrer Merkwürdigkeiten und spleeniger bis übergeschnappter Typen, in der das einzig normale Individuum der Junge Eddie zu sein scheint.
Diesmal geht es um eine Geschichte, die sich nach und nach als Krimi um gestohlene Juwelen entpuppt. Als spannend würde ich sie nicht bezeichnen, dafür bietet das Ganze eine andere Art von Unterhaltung: das Geschriebene lebt neben den absurden Ideen und dem trockenen Humor von der Person des auktorialen Erzählers, der explizit in Erscheinung tritt und somit eine eigene Rolle im Buch einnimmt. So wendet er sich des Öfteren direkt an den Leser, indem er ihm Erläuterungen, Hinweise, Rück- und Vorgriffe sowie Belehrungen gibt, woraus sich beinahe eine Art interaktiver Dialog ergibt - zwar kann man dem Erzähler nicht wirklich antworten, doch ist man immer wieder aufgerufen, selbst aktiv zu werden, zu überlegen, etwas nachzublättern usw.
Gelacht habe ich bei der Lektüre nicht, doch macht es wirklich Spaß, dieses ungewöhnliche Buch zu lesen. Der Plot an sich ist nichts Besonderes, doch das Drumherum macht dies wett. Es ist auch kein einfach zu lesendes Buch, da der Witz im Detail steckt und es manchmal nicht leicht ist, den Überblick zu behalten. Daher denke ich auch, dass die zumeist vorgenommene Altersempfehlung „ab 10" nicht für alle Kinder zutreffend sein kann und somit etwas zu niedrig gegriffen ist.
Ein Buch voller Krach, Knalls und Explosionen, mit ganz viel abgedrehtem Humor, mit gelungenen Kapitelüberschriften und geschickt gestalteten, reißerischen und Neugier entfachenden Kapitel-Schlüssen.
Kongeniale Übersetzung von Harry Rowohlt, perfekt illustriert von D. Roberts und ein geniales Cover mit hohem Wiedererkennungswert, auch bezogen auf Band 1.

Zudem ist es vom Autor (und auch für den Verlag) schlau eingefädelt, das Buch zwar unabhängig vom 1. Teil anzupreisen, doch viele Anspielungen und Verweise auf den 1. Band anzubringen, um doch beim Leser (und Käufer!) die Lust auf die komplette Trilogie zu entzünden.


Chaos und Spannung hoch Drei
Eddie Dickens sollte dem Freund guter Kinderliteratur noch aus "Schlimmes Ende" bekannt sein - aber Philip Ardagh hat in diesem Jahr schon den zweiten Teil seiner Knüllertrilogie veröffentlicht. Und ich kann ohne schlechtes Gewissen sagen, dass der zweite dem ersten Teil in nichts unterlegen ist.
Wieder haben wir es mit Eddie und seiner verrückten Familie zu tun. Dazu gehören seine Eltern, Mr & Mrs Dickens, der "Wahnsinnige Onkel Jack" und die "Noch Wahnsinnigere Tante Maud". Diese wohnen alle im Haus des Wahnsinnigen Onkel Jack, welches "Schlimmes Ende" heißt. Die Handlung setzt mit einem Knall ein: Das Haus fliegt in die Luft, als Eddie und sein Onkel einen Sarg, der auf einem Leichenwagen vor dem Haus liegt, in den Leichenwagen zurückschieben wollen. Als Eddie nach der Explosion den Sarg in der Scheune wiederfindet, entsteigt ihm gerade ein Mann: Der große Zucchini, der sich als "Eskamoteur und Eskapologe" bezeichnet, zu deutsch: Entfesslungskünstler. Bei einem Zaubertrick sollte er angeblich, gefesselt und in die Holzkiste gesperrt, in einem Grab begraben werden und sich vor den Augen des Publikums befreien. Doch ein Missgeschick sorgt dafür, dass er nun in "Schlimmes Ende" gelandet ist - wo ist seine bezaubernde Assistentin Danielle, und was haben die netten Herren mit den mit Pfeilen verzierten Pyjamas auf dem Titelbild verloren...?

Ein klasse Buch. Sein Vorgänger "Schlimmes Ende" ist nominiert für den "Deutschen Jugendliteraturpreis 2003" und hat in meinen Augen den Preis verdient. Am 9. Oktober wird sich zeigen, wie die Karten stehen. Und alle Fans von Eddie Dickens können sich auf den Herbst 2004 freuen, dann erscheint "Schlechte Nachrichten", der dritte Teil des schrulligen Abenteuers.


Einfach genial
Nach "Schlimmes Ende" die noch "schlimmere" Fortsetzung!
Wir haben uns diesesmal für das Hörbuch, gelesen von Harry Rowohlt entschieden und es ist ein Hörvergnügen das seinesgleichen sucht! Skurrile Charaktere, Absurditäten und Ereignisse so wunderbar betont vorgelesen, daß allein der Tonfall die Ohren zum Klingen bringt!
Ein genialer Stilbruch nach dem anderen (die Liste der beteiligten Personen kommt in der Mitte), Nebensätze furios formuliert und wunderbare Wortkompositionen, die für Kinder (und nicht nur die) erklärt, zerlegt oder widerlegt werden. Das Ganze in einem so wunderbaren ausgefeilten Plauder-Erzählstil - unbeschreiblich!

Meine Tochter (10) fiebert schon dem 3. Teil entgegen und ich fiebere mit!


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