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 HR Giger´s Vampirric, Das Grabmal auf dem Pere Lachaise, 1 Audio-CD
von Hans R. Giger, Karl Hans Strobl und David Nathan
CD
September 2004
Verlag: Festa

Kommentare und Bewertungen: Allerhöchstes Niveau
    
Oscar Preisträger H.R. Giger spricht das Vorwort zu dieser unheimlichen Erzählung von Karl Hans Strobl. Auf die Geschichte möchte ich nicht eingehen, da die anderen Rezensenten das zur Genüge getan haben. Die Technik ist auf allerhöchstem Niveau. Gigers unheimliche Stimme geht beinahe fließend über in die Variantenreiche Erzählkunst von David Nathan der als Synchronstimme von Johnny Depp zu der Créme de la Créme deutschsprachiger Sprecher zählt.Außerdem, mal ehrlich: Gibt es etwas genialeres, als sich von Johnny Depp eine Gruselgeschichte erzählen zu lassen? Und der Preis ist auch sehr moderat... also kaufen!
Ein Meisterwerk!
    
Teil drei von Giger's Vapirric Reihe hat, im Gegensatz zu den beiden ersten Teilen nur Platz für eine einzige Geschichte: Aber die hat es in sich! Karl Hans Strobel, ein Österreicher, der zusammen mit Meyrink und Ewers zu den wichtigsten deutschen Phantasten des frühen 20. Jahrhunderts zählt, schrieb eine unvergessliche Horrorgeschichte über Gier, Wahnsinn und Alpträume, die sich jeder selber macht. „Das Grabmal auf dem Pere Lachaise" besteht im wesentlichen aus den Tagebuchauszügen des Wissenschaftlers Ernest, der, da er bettelarm ist, sich auf eine äußerst merkwürdige Geschichte einlässt: Die am 13. März 1911 verstorbene Anna Feodorowna Wassilska hat in ihrem Testament verfügt, dass demjenigen Mann zweimal hunderttausend Franken aus ihrem Nachlass gegeben werden sollen, der es schafft ein Jahr in ihrer marmornen Krypta auf dem Friedhof zu leben. Iwan, ein Tartar hässlich wie die Nacht und seiner nun toten Herrin noch immer treu ergeben, versorgt Ernest während seiner Tage mit den exquisitesten Speisen, doch soll dies, gemäß der Verfügung des Testamentes der einzige Kontakt sein, den der Wissenschaftler pflegen darf. Ernest sieht, allen Unkenrufen der Öffentlichkeit, dem Flehen seiner Frau und der lästernden Presse zum Trotz, das ganze positiv: Er will die Zeit ausgiebig nutzen, um durch verschiedene Experimente eine neue Theorie über das Licht aufzustellen und welcher Ort wäre dazu besser geeignet, als eine Gruft ... Dennoch macht Ernest sich im Laufe der Zeit so seine Gedanken über die merkwürdige Bedingung, die mit der Auszahlung des Vermögens verknüpft ist. Teils durch Vorkenntnisse, teils durch Gespräche mit Iwan setzt sich nach und nach das Bild einer ebenso grausamen, wie sadistischen Frau zusammen, die im Leben wilde und blutige Orgien feierte, jungen Männern gerne in den Hals biss und ihren Bediensteten Nadeln ins Fleisch trieb. Ob Madame Wassilska nun besonders grausam war oder nur Angst davor hatte, lebendig begraben zu werden, ist Ernest im Grunde auch herzlich egal. Er kommt allerdings nicht umhin zu bemerken, dass er durch die leckeren Speisen, die der pustelige Tartar Tag für Tag herankarrt, immer fetter wird - soll er gar gemästet werden? Bei Nacht erblickt Ernest nun immer öfter ein merkwürdiges Licht und bei Tage entdeckt er an sich selbst entstellende Narben und Blutergüsse, obgleich er doch tief und fest geschlafen hat und sich an keinerlei Verletzungen erinnern kann. „Das Grabmal auf dem Pere Lachaise" brilliert vor allem deshalb, weil der Horror sich bis zum Schluss im Kopf des Hörers abspielt. Keine blutrünstigen Details, keine Gewissheit, nur Hinweise, die sich so und so deuten lassen. Meisterlich ist das Arrangement klassischer Vampir Elemente, der Friedhof, die Krypta, der hässliche Diener, die sexuellen Ausschweifungen, die allesamt so präsentiert werden, das beim Hörer keine Zweifel übrigbleiben und die sich dennoch nicht in die Form einer klassischen Vampirgeschichte pressen lassen. David Nathan, nahezu jedem als die sympathische Synchronstimme von Johnny Depp bekannt, tut ihr übriges und vollzieht eine langsame, schleichende Transformation von einem Wissenschaftler zu einem geifernden Irren und beklemmt sitzt man vor den Boxen und fragt sich, was denn nun wirklich geschieht, in der marmornen Krypta der Madame Wassilska. Auch für dieses Meisterwerk möchte man H.R. Giger, dem bekannten schweitzer Künstler und Oscarpreisträger, die Hand schütteln, denn genau wie Meyrink, Ewers und Stein ist auch der österreichische Autor Strobl bereits der Vergessenheit anheim gegeben. Obwohl Teil eins und, in etwas geringerem Maße auch Teil zwei, die Meßlatte für die Reige „Vampirric" hoch gehangen haben, ist Teil drei der vorläufige Höhepunkt, was, neben der hervorragenden Geschichte, eindeutig Nathans Einfühlungsvermögen in die krude Figur und das bizarre Setting zu verdanken ist. Bei dem Preis kann man eigentlich nur daneben liegen, wenn man daran vorbei geht. Selbst Freunde der Nacht, die mit den älteren Geschichten wenig anfangen können, sei diese CD ans Herz gelegt.
Beklemmend realistisch!
    
Unter uns... als ich gelesen habe, daß es sich bei dem Sprecher um die Synchronstimme von Johny Depp handelt, habe ich erst einmal gezögert, da ich den Schauspieler und die damit verbundenen Filme nicht wirklich gut finde. Meine Angst war, daß ich im Geist zu sehr an den Schauspieler denke, wenn ich die Stimme höre. Johny Depp war aber schnell vergessen. Mir bot sich eine äußerst aufreibende Gruselgeschichte! Sie handelt von einem Mann, der sich für Geld in ein Grab in Paris einsperren läßt und dabei nicht bemerkt, daß er Nachts von einem Vampir nach und nach augesaugt wird... das aber nur knapp zum Inhalt, denn mehr kann und will ich nicht erzählen. Das Hörbuch bleibt bis zur letzten Sekunde ein Erlebnis, die Geschichte ist "ganz großes Kino", der Sprecher lebt seine Rolle regelrecht. Hier stimmt alles bis hin zum kleinsten Detail. Hier bekommt man knappe 80 Minuten Spannung und Aufregung pur. Hut ab, ein tolles Werk, qualitativ vergleichbar mit DER HORLA aus der gleichen Serie.
Vampirgeschichten der anderen Art von H.R. Giger
    
H. R. Giger ist sicherlich so gut wie jedem bekannt durch die Erschaffung der Alienfigur. Ein komplett neues Genre wurde geboren und H. R. Giger schaffte es, Millionen Kinobesucher mit seinen Kreaturen in den Bann zu ziehen, doch seine wahre Passion gilt seit jeher dem Blut und was wäre da passender als sich mit den „Kreaturen der Nacht", den Vampiren, zu beschäftigen. In H. R. Gigers „Vampirric", zeigt er den Hörern schwarze Geschichten voll von Horror und Schrecken, jedoch mit ungewöhnlich starker lyrischer Kraft. H. R. Giger`s Name bürgt für guten Horror und bedrückende Bilderwelten, seine Visionen erregen Schrecken und verstören den Betrachter. Durch die Erschaffung des „Alien" verdiente er sich sogar einen Oscar, doch seine Bilderwelten sind tiefer und düsterer. Ich habe sie selbst gesehen auf Schloß Gruyéres, wo eine Dauerausstellung sein Lebenswerk zeigt. Das der Autor sich zum Blut und allen was damit zusammenhängt hingezogen fühlt, ist nur allzu verständlich. Das große Thema „Vampirismus" in allen seinen Formen und Schattierungen bietet H.R. Giger viel Stoff aus dem sich Kraft schöpfen läßt. Seine Geschichten sind vielfach aus dem französisch sprachigen Raum entlehnt und hier auf der CD zusammen getragen. LPL Records bürgen wieder einmal für gut gemachten Horror und Gänsehaut (nicht nur an den Ohren!). Die Geschichten bestechen durch eine besondere Wortwahl, so ganz anders als „normale" Vampirgeschichten - fast schon gedichthaft und mit verstörender Eindringlichkeit, versteht es der Leser dem Zuhörer völlig in seinen Bann zu ziehen. Die einleitenden Worte von H. R. Giger sind zwar immer gleich, wie ein „Jingle", jedoch gibt er zu jeder Geschichte (diese CD ist Teil einer Serie, jedoch ist jede CD in sich abgeschlossen) einen kurzen Einblick in die Thematik der aktuelle Story. Sicherlich hätte dies ausführlicher sein können, denn wann hört man schon einmal H.R. Giger selbst sprechen und seine Gedanken sich einem mitteilen, danach folgt die jeweilige, sorgsam ausgewählte, Vampirstory. Die Geschichte „Das Grabmal auf dem Pére Lachaise" ist echte Klasse, sie fängt bescheiden an und steigert sich in Terror und Wahnsinn, welcher allein im Kopf stattfindet. Wer läßt sich schon wegen 2x 100.000 France in ein Grabmal einsperren, zusammen mit einer Toten, die als „männermordend" schon zu Lebzeiten galt. Der Wahnsinn hat Methode und die Tücken liegen im Detail. Der Delinquent wird gemästet, doch wozu? Wer saugt des Nächtens an ihm und warum wird der Marmor im Grab weich wie Butter? Eine Geschichte mit einem katastrophalen Ende, grausam und ekelerregend, widerlich und schrecklich - einfach teuflisch... Ein ganz besonderer Hörgenuß für gänzlich abgebrühte Vampirfans. Auch hier besticht zudem die Stimme von David Nathan als Leser der Geschichte. Sehr einfühlsam und klar führt er den Hörer heran an das unvermeidliche, an den Terror, an das Ende. Eine prächtige Geschichte mit Biß und Liebreiz wie man sie nur selten findet.
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