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 HR Giger´s Vampirric, Der Horla, 1 Audio-CD
von Hans R. Giger, Guy de Maupassant und Torsten Michaelis
CD
September 2004
Verlag: Festa

Kommentare und Bewertungen: Ein Juwel auf dem Hörbuchmarkt
    
LPL Records und H. R. Giger (Genau, der mit dem Alien!) treten eine Zeitreise an. Sie reisen in die Zeit Guy de Maupassant, in die Welt des HORLA. Diese Geschichte greift nach tief verwurzelten Ängsten und zerrt sie auch nach so langer Zeit noch ans Tageslicht (oder Mondlicht). Dieser Effekt ist auch Torsten Michaelis zu verdanken, der in den 78 Minuten keine Längen aufkommen lässt. Michaelis ist eigentlich eher bekannt als die deutsche Stimme von Wesley Snipes, als Hörbuch Erzähler. Um so mehr hat es mich erstaunt, wie gut er, nur mit seiner Stimme bewaffnet, dem Hörer das fürchten lehrt. H. R. Giger spricht persönlich das Vorwort und läutet so auf seine ganz persönliche Art das Grauen ein.Ein echtes Juwel auf dem Hörbuchmarkt!
Dem Wahnsinn so nahe ...
    
„Heut nacht spürte ich, wie jemand auf mir hockte und, seinen Mund auf den meinen gepresst, mir das Leben aus dem Leib saugte. Ja, er sog es aus meiner Brust wie ein Blutegel. Endlich gesättigt, erhob er sich, und ich erwachte so gerädert, so erschöpft und zerbrochen, dass ich mich nicht mehr zu regen vermochte." Ein milchtrinkender Vampir mag auf den ersten Blick nicht allzu gruselig erscheinen, doch tatsächlich hat der Guy de Maupassant mit seinem „Horla" wohl einen der unheimlichsten Geschöpfe der Nacht erschaffen. Natürlich ist dies nicht der Ort, um lang und breit auf das Leben des Autors einzugehen, doch sollte man vor dem Hörgenuss wissen, dass Guy de Maupassant in einer Anstalt für Geisteskranke starb - der „Horla", er schrieb die Geschichte nur sieben Jahre vor seinem Tod 1886, ist zweifelsohne die literarische Umsetzung seiner Ängste und seines heraufdämmernden Wahnsinns und sie gehört unzweifelhaft zu dem Besten, was die phantastische Literatur zu bieten hat. „Der Horla" besteht (in der vorliegenden Fassung, es gibt mehrere) aus den Tagebucheinträgen eines lebenslustigen Mannes, der sich seinem Haus und der Natur drum herum sehr verbunden fühlt. Mit einer unheimlichen Plötzlichkeit sieht er sich seines Lebensmutes, seiner Kraft und Freude beraubt und beobachtet an sich selbst zudem einen körperlichen Verfall, der ihn zunächst an eine Krankheit glauben lässt. Doch schon bald ist er sich sicher, dass in seiner unmittelbaren Umgebung, in seinem Haus, ein unsichtbares Wesen aufhält, ein Wesen, dass ihm die Lebenskraft aus dem Leib saugt. Vorsichtig, seinen eigenen Geisteszustand zunächst misstrauend, stellt er dem Wesen zunächst Fallen, um auszuschließen, dass er etwa schlafwandelt, doch bald kann er die Existenz des anderen unzweifelhaft nachweisen und sieht Spuren, etwa ein Buch, das umgeblättert wird oder Blumen und Gräser, die in der näheren Umgebung des Mannes scheinbar ohne Grund plötzlich umknicken. Auch die Dienerschaft des Herren bleibt nicht unverschont von der Anwesenheit des Unsichtbaren. Streitereien brechen los, wer für welche Missetaten verantwortlich sei und die Stimmung wird zunehmend gereizter. Der Herr beschließt zunächst, ein paar Tage Urlaub zu machen und tatsächlich erholt er sich alsbald in Paris von seinem nervösen Leiden, doch kaum ist er zurück, kommt alles wieder. Kaum hat er das unsichtbare Wesen als den Horla identifiziert, muss er entsetzt feststellen, dass es in Südamerika Zeitungsberichte von merkwürdigen Vorkommnissen gibt, die seinen Erfahrungen sehr stark ähneln und war da nicht vor einigen Wochen ein Frachter aus Rio de Janeiro mit dessen Sichtung das Unglück begann? Mit dem „Horla" liegt vielleicht eine der kreativsten und intelligentesten Variationen des Vampir Themas vor. Wie auch im dritten Band der Vampirric Reihe sind hier der zunehmende Wahnsinn des Erzählers und die Realität seines Schreckens zunächst keineswegs klar zu trennen, was einen erheblichen Reiz der Erzählung ausmacht. Erst der Zeitungsartikel bringt Gewissheit und hebt das Grauen auf eine neue, globale Ebene, denn was hätte der Mensch einer Invasion dieser Wesen schon entgegenzusetzen? Lovecraft war ein großer Fan dieser Erzählung und tatsächlich hätte sie auch ganz hervorragend zu dem Großmeister des Grauens gepasst: Die Ohnmacht und die unbegreifliche, unbeschreibliche Fremdartigkeit des Horla ist charakteristisch für HPL und sollte es tatsächlich einen Lovecraft Fan geben, der die Erzählung des Guy de Maupassant noch nicht kennt, dem kann ich nur raten, seine Wissenslücke rasch zu schließen. Zwar hat Giger auf der vierten CD seiner Vampirric Reihe zum ersten Mal eine Geschichte ausgewählt, die wohl eine der bekanntesten, aber eben auch der wichtigsten Vampir „Shortshocker" sein dürfte, doch ist sie gerade deshalb höchst willkommen. Ein Wort noch zum Sprecher, Torsten Michaelis, der vielen als Synchron Stimme für Wesley Snipes bekannt sein dürfte. Soweit ich das überblicke, ist er für LPL Records als Sprecher ein Neuzugang, er hat sich mit dieser einzigen Kurzgeschichte jedoch sofort auf Platz eins meiner Lieblingssprecher katapultiert. Mühelos erzählt er die Geschichte mit all dem packenden Wahnsinn, mit dem der Guy de Maupassant sie vor knapp 120 Jahren geschrieben hat und lehrte mich mit seiner Interpretation der Geschehnisse rund um den Horla noch einmal das Gruseln und das, obgleich ich die Kurzgeschichte in- und auswendig kenne: Hut ab! Mit dem „Horla" endet H.R. Gigers „Vampirric" vorerst. Man ist dem unbescheidenen Untertitel („Die hochwertige Hörbuch-Serie") mit jeder einzelnen CD mehr als gerecht geworden und ungeduldig fiebere ich den nächsten CDs entgegen, in der Hoffnung, dass Giger noch viel mehr so verdammt guter Geschichten auf Lager hat.
Wahnsinn oder doch ein Vampier?
    
Auch mein zweiter Kauf dieser Serie hat mich nicht enttäuscht. Ähnlich wie bei Teil 3 der CD Serie, hören Sie auch hier einen phantastischen Sprecher, der jede ausgesprochene Silbe lebt. Selten hat mich ein Vorleser mehr gefesselt, als es hier der Fall ist. Das Buch wird in der "Ich"-Position vorgelesen, von einem Mann, der entweder von einem Unwesen angefallen wird - oder sich einfach nur alles einbildet. Im Verlauf der Geschichte driftet er immer mehr ab, bis zum großen Showdown am Schluß, den Endkampf gegen den HORLA. LPL Records ist hier ein Glücksgriff gelungen... Sprecher, Geschichte und optische wie technische Qualität lassen keine Wünsche offen und sind jeden Cent wert. Es bleibt nur zu hoffen, daß uns mehr Geschichten diesen Kaliebers in nicht all zu weiter Zukunft präsentiert werden.
Wow !
    
H. R. Giger's Reihe Vampirric ist eine schöne Reihe! Schön für alle Vampir-Fans. Gruselig wird es kaum, aber manchmal spannend. Die ganze Reihe fand ich eigentlich eher "OK", aber "Der Horla" übertrifft alles. Gerade wenn man den Film Blade mit Wesley Snipes gesehen (und geliebt) hat, dessen Synchronsprecher auch "Der Horla" gesprochen hat, und auch mag oder gar geliebt hat: Dieses Hörbuch sei DRINGENDS empfohlen. Die Geschichte bietet viel Nachdenkliches, viel Spannung und vor allem eine perfekte Umsetzung zum Hörbuch. Alle Achtung!
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