Hörbuch         HR Giger´s Vampirric, Der Vampyr, 1 Audio-CD


HR Giger´s Vampirric, Der Vampyr, 1 Audio-CD
von Hans R. Giger, Leonhard Stein, Amelia Reynolds Long und Helmut Krauss
CD
September 2004
Verlag: Festa



Kommentare und Bewertungen:
Ungewöhnlich GUT
Die erste Geschichte heißt "Der Vampyr" und verbindet auf meisterliche Weise das alltägliche mit dem unheimlichen. Der Autor Leonhard Stein hat damit etwas geschafft, das nur ganz wenige seiner Zunft zu Stande bringen.
Die zweite Geschichte kommt von Amelia Reynolds Long und steht dem Vampyr in nichts nach.
Hier könnte man schon sagen, dass es ein überdurchschnittliches Hörbuch ist und eine generelle Kaufempfehlung aussprechen.
LPL Records legt allerdings noch einen drauf.
Da die Reihe H.R. Giger's Vampirric heißt könnte man meinen, dass der Künstler und Designer (und Erschaffer der Monster aus der ALIEN Reihe) nur seinen Namen verkauft hat. Doch der Meister kommt auch selbst zu Wort und spricht die Einleitungen zu den Geschichten, was dem ganzen das gewisse Etwas verleiht.

All das gelesen von Helmut Krauss, der wieder unter Beweis stellt, welch fantastischer Erzähler er doch ist!

Ungewöhnlich und Genial, so muss es sein!


Ein Kleinod vor dem Vergessen bewahrt
Die ersten vier Folgen der neuen LPL Records Reihe „HR Giger's Vampiric" sind dankenswerter Weise zeitgleich erschienen und wer ein Freund des ersten Teils, „Die verloren gegangene Kunst des Zwielichts" mochte, der wird „Der Vampyr" entweder gleich mitgenommen haben oder sich nach dem Durchhören gleich wieder auf den Weg gemacht haben, Teil zwei zu erwerben.

Wiederum führt der schweitzer Künstler und Oscarpreisträger Giger uns wieder in seine Gedankenwelten und erläutert in aller Kürze, was es ist, dass ihn an diesen Geschichten so fasziniert und abermals sind es zwei, die auf einer CD mit einer Laufzeit von 78 Minuten untergebracht wurden.
Den Anfang macht „Der Vampyr" eine fast schon kafkaeske Horrorgeschichte, die sich auch als Parabel auf die Arbeitswelten der modernen Zivilisation lesen bzw. hören lässt.
Die Hauptfigur ist der sehr auf Äußerlichkeiten bedachte Herr Samassa, ein Mann, der nichts so schätzt, wie teure Kleidung, gutes Essen und eine Zigarre. Das ein solcher Mann sowohl beruflich, wie auch privat in jeder Hinsicht erfolgreich ist, liegt auf der Hand. Eine schöne Freundin rundet das Leben des Genussmenschen ab - um so angewiderte ist er von dem relativ zudringlichen Annäherungsversuch einer neuen, aber wenig attraktiven Kollegin. Doch hinter der Fassade des ungepflegten Mauerblümchens steckt mehr, als man zunächst gedacht hätte. Das Fräulein wohnt nicht nur in der selben Pension, es zeigt auch ein lebhaftes Interesse, nicht nur an einem Treffen mit Herrn Samassa, sondern vor allem auch an seinen Körpersäften. In seiner Not fällt dem jungen Mann, der allnächtliche Besuche bekommt, nichts anderes ein, als andere Opfer darzubieten, um sich selbst vor der Unersättlichkeit des Fräuleins zu schützen. Schnell leidet seine Konzentrationsfähigkeit ebenso, wie sein Äußeres und bald sieht man den einstigen Beau durch die nächtlichen Straßen huschen, als wäre er selbst ein Untoter.
„Der Vampyr", eine Kurzgeschichte aus den 1920ern stammt aus der Feder von Leonhard Stein. Bei dem Namen handelt es sich - laut Giger - um ein Synonym, die wahre Autorenschaft ist bis heute ungeklärt. Solche Anekdoten verleihen natürlich gerade einer Horrorgeschichte wie dieser den letzten Schliff - obgleich diese ihn nicht nötig gehabt hätte. Das Tempo ist gemächlich und der Blut- und Ekelfaktor tendiert gegen Null, aber der Niedergang eines Menschen, der sich, wie weiter oben erwähnt, so wunderbar als Chiffre für die Lasten und Laster der modernen Zivilisation lesen lässt, jagen einen wohligen Schauer nach dem anderen über den Rücken.
Helmut Krauss erweist sich als wahres Stimmwunder, wenn er nicht nur Stimmungen und Atmosphäre in seine rauchigen, getragenen Vortrag legt, sondern er erweckt tatsächlich einen Charakter zum Leben, erschafft eine ganze Stadt um ihn herum und schickt ihm und den Hörer dann einen fleischgewordenen Alptraum hinzu.
„Der Vampyr" ist eine ganz besondere Geschichte für alle Freunde älterer Horrorkunst, die noch ohne viel Blutvergießen auskam. Giger hat hier eine echte Perle ausgegraben.

Die zweite Geschichte, „Der Untote", erzählt uns von Henry Thorne, der von den Schatten, die in dem Familiengemäuer in den Wahnsinn getrieben wird.
Seine merkwürdige Geschichte erzählt er seinem guten Freund Michael, dem Ich-Erzähler, der versucht, sich ein eigenes Bild von dem nervösen Leiden seines Freundes zu machen. Die Zutaten der Kurzgeschichte von Amelia Reynolds Long sind klassisch; ein vererbtes Anwesen, sonderbare Todesursachen und natürlich der obligatorische Fremde, der dann auftaucht. Als sich die ersten Morde ereignen, gilt es, die Sache besser schnell aufzuklären.
Longs Geschichte vom Untoten in der eigenen Familie plätschert ohne besondere Vorkommnisse vor sich hin. Vielleicht, weil alles allzu klassisch verläuft und man sich an keiner einzigen Stelle fragt, was hier wohl vor sich gehen mag. Nicht das die Erzählung wirklich schlecht wäre, sie ist nur eben auch nicht besonders gut und selbst Helmut Krauss kann mit seiner charismatischen Stimme nicht viel mehr aus ihr herausholen.
Auch Giger selbst scheint sich eher unsicher in bezug auf „Der Untote" zu sein, denn seine einführenden Worte haben nichts mit der Geschichte zu tun und sind stattdessen so bizarr, wie man es sich eigentlich von Longs Kurzgeschichte gewünscht hätte.

Nicht ganz so überzeugend wie die erste CD der „Vampiric" Reihe, ist das Hörbuch doch immer noch weit jenseits der allermeisten anderen Horror Hörbuch Produktionen und auf alle Fälle ein Kauftipp. Mit der titelgebenden Geschichte hat Giger eine wahre Meistererzählung vor dem Vergessen bewahrt. Das „Der Untote" den äußerst positiven Gesamteindruck schmälert, fällt da eigentlich nicht weiter ins Gewicht.
Optisch präsentiert sich die CD als Fortsetzung, lediglich eine farbliche Varianz bildet den einzigen Unterschied zu dem Cover des ersten Teils, das, ich erörterte das Thema ja schon an anderer Stelle, eben Geschmackssache ist.


Vampirgeschichten der anderen Art von H.R. Giger
H. R. Giger ist sicherlich so gut wie jedem bekannt durch die Erschaffung der Alienfigur. Ein komplett neues Genre wurde geboren und H. R. Giger schaffte es, Millionen Kinobesucher mit seinen Kreaturen in den Bann zu ziehen, doch seine wahre Passion gilt seit jeher dem Blut und was wäre da passender als sich mit den „Kreaturen der Nacht", den Vampiren, zu beschäftigen. In H. R. Gigers „Vampirric", zeigt er den Hörern schwarze Geschichten voll von Horror und Schrecken, jedoch mit ungewöhnlich starker lyrischer Kraft.

H. R. Giger`s Name bürgt für guten Horror und bedrückende Bilderwelten, seine Visionen erregen Schrecken und verstören den Betrachter. Durch die Erschaffung des „Alien" verdiente er sich sogar einen Oscar, doch seine Bilderwelten sind tiefer und düsterer. Ich habe sie selbst gesehen auf Schloß Gruyéres, wo eine Dauerausstellung sein Lebenswerk zeigt. Das der Autor sich zum Blut und allen was damit zusammenhängt hingezogen fühlt, ist nur allzu verständlich. Das große Thema „Vampirismus" in allen seinen Formen und Schattierungen bietet H.R. Giger viel Stoff aus dem sich Kraft schöpfen läßt. Seine Geschichten sind vielfach aus dem französisch sprachigen Raum entlehnt und hier auf der CD zusammen getragen. LPL Records bürgen wieder einmal für gut gemachten Horror und Gänsehaut (nicht nur an den Ohren!). Die Geschichten bestechen durch eine besondere Wortwahl, so ganz anders als „normale" Vampirgeschichten - fast schon gedichthaft und mit verstörender Eindringlichkeit, versteht es der Leser dem Zuhörer völlig in seinen Bann zu ziehen.

Die einleitenden Worte von H. R. Giger sind zwar immer gleich, wie ein „Jingle", jedoch gibt er zu jeder Geschichte (diese CD ist Teil einer Serie, jedoch ist jede CD in sich abgeschlossen) einen kurzen Einblick in die Thematik der aktuelle Story. Sicherlich hätte dies ausführlicher sein können, denn wann hört man schon einmal H.R. Giger selbst sprechen und seine Gedanken sich einem mitteilen, danach folgt die jeweilige, sorgsam ausgewählte, Vampirstory.

In der Geschichte „Der Vampyr" und der Kurzgeschichte „Der Untote" geht es um Vampire die in unser Leben treten.

Die Story „Der Vampir", zeigt den Hörern auf, wie ein geordnetes Leben in die Brüche geht, wenn ein vampir sich beginnt für einen zu interessieren. Das Blut ist ein starker Faktor und seine Bahnen bricht es sich gegen alle Widerstände und Konventionen. Selbst die Liebe verdorrt, wenn sich ein Vampir der Seele bemächtigen will. Eine Geschichte, welche die Kälte widerspiegelt, die in den Vampiren herrscht und die sich auf alles legt, was sie berühren und begehren.
Die Geschichte „Der Untote", welche mir besonders gefallen hat, zeigt die Wandlungsfähigkeit der Vampire auf. Die Schatten treiben den Hörer in den Wahnsinn, doch sind es wirklich Schatten? Wenn ein Bruder plötzlich einen weiteren Bruder haben soll, so geht da mehr vor als man sich denken kann. Doch niemand erkennt den wahren Schrecken des neuen Bruders, welcher fortan im Turm lebt. Kinder beginnen zu verschwinden und die Dorfbewohner werden unruhig und letzten Endes beginnt die Jagd auf das Schattenwesen...

Auch diese Geschichte spiegeln die Kraft wirklich gut gemachter Vamir-Stories wieder, welche selten zu finden sind und wenn man sie auftut, so fehlt doch das Element der Stimmung. Helmut Krauss liest hier vor und er treibt die Stimmung auf den Höhepunkt, jedes Haar stellt sich einzeln auf, wenn er brüchig und heiser etwas vor sich hin murmelt, jedes Wort von seinen Lippen habe ich genossen. Dies sind Vampirgeschichten der exzellenten Art.


Ein prima Hörbuch mit etwas schwächerer Geschichte
Ich habe mir alle vier Teile der VAMPIRRIC Saga gekauft. Mein absoluter Favorit ist DER HORLA. Vielleicht hätte ich nicht von hinten anfangen sollen zu hören, denn den Horla toppt so schnell nichts. Das erklärt hier auch meine Vergabe von "nur" 4 Sternen, da ich die Geschichte nicht so toll gefunden habe. Verstehen Sie mich nicht falsch - auch hier stimmt das ganze Paket... ein toller Sprecher (hier wird aber eher vorgelesen denn vorgespielt, wie es bei der Horla der Fall war), nur eben die Geschichte hat mich nicht so gefesselt. Das ist aber der einzige Punkt, den ich persönlich kritisieren möchte.

Ein kleiner Tip: am besten bei Teil 1 Anfangen und bis zum HORLA durcharbeiten, nicht umgekehrt :-))


Die Stimmen des Graunes sind wieder da!
Die zweite Folge der Reihe Vampirric schließt qualitativ nahtlos an der ersten Folge an. Wieder hat LPLrecords zwei Klassiker der modernen Horrorliteratur ausgegraben.

Den Auftakt bildet die makabere Geschichte "Der Vampyr" von Leonhard Stein, in der ein junger Mann unliebsame Erfahrungen mit einer neuen Kollegin sammelt. Anschließnd treibt ein Untoter in der gleichnamigen Geschichte von Amelia Reynolds Long sein Unwesen.

Gelesen werden die Geschichten diesmal von der deutschen Stimme von Marlon Brando. Der Schauspieler Helmut Krauss trägt die Geschichten hervorragend vor und sorgt dafür, dass einen manch Schauer über den Rücken läüft.


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