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 In eisige Höhen, 9 Audio-CDs
von Jon Krakauer und Christian Brückner
CD
August 2004
Verlag: Steinbach Sprechende Bücher

Kommentare und Bewertungen: Schockierend und faszinierend zugleich
    
Der Traum eines jeden mehr oder wenigen engagierten Bergsteigers, den Mount Everest zu besteigen, wird hier durch die Schilderung des Dramas am 10. Mai 1996 zerstört. Aber ist es nicht die Gefahr und das Risiko, was diese gewisse Faszination aufrecht erhält, das jeder Bergsteiger bewusst oder unbewusst eingeht? In dem Glauben, diese Fehler nicht zu machen, und im entscheidenden Moment richtig zu handeln, werden solche Katastrophen auch in Zukunft nicht ausbleiben. So dachten auch die Führer zweier kommerziell geführten Expeditionen im Jahre 1996, die später selbst unter den Opfer waren. Eigentlich Experten, die es hätten wissen müssen. Im Monat Mai kamen insgesamt 12 Menschen an diesem Berg ums Leben. Jon Krakauer gelingt es in seinem Bestseller, sowohl die mitreißenden schönen, adrenergen Momente, als auch die infernalen Ereignisse dieser gesamten Tour spannend zu schildern, sodass der Leser dies nachzuempfinden vermag. Seine gründlichen Recherchen nach diesem Drama tragen zur Glaubwürdigkeit dieses Buches bei. Spekulationen über das Verhalten von Anatoli Boukreev entziehen sich jeglicher Grundlage. Es ist unwahrscheinlich, dass Nichtbeteiligte, wohlbehütet bei 1013 mbar Luftdruck in ihren vier Wänden, dies zu beurteilen vermögen. Der schicksalhafte Tod Boukreevs bei einem Lawinenunglück im November 1997 macht diese Debatte ohnehin bedeutungslos.
Das Buch ist zu Recht ein Bestseller geworden, ...
    
wenn auch die ebenfalls vom Beteiligten A. Bourkeev geschriebene Schilderung der Ereignisse die Dinge etwas anders darstellt. Krakauer, der eigentlich mit dem Auftrag einer Reportage über den neuen Bergsteigertourismus Anfang der 90er an den Everest geschickt wird, wird plötzlich selbst Teil der verhängnisvollen Umstände, über die er eigentlich berichten soll. Er nimmt teil an einer Expedition, in die sich auch in der Höhenkletterei unerfahrene Kunden einkaufen können, um die Situation vor Ort unter die Lupe zu nehmen. Krakauer gelingt es mit diesem Buch ganz hervorragend, die Schwierigkeiten, die aus den Ansprüchen der "Kunden" und den Einschätzungen der routinierten Bergführer zwangsweise entstehen mussten, auch dem in diesen Dingen unerfahrenen Leser vor Augen zu führen. Er arbeitet ganz klar die sachlichen Verfehlungen in der Durchführung der Expedition heraus, schildert auf der anderen Seite aber auch die emotionale Komponente bei einer solchen Unternehmung, die nicht immer nur von rationalen Überlegungen geprägt ist. Alles in allem auf jeden Fall eine bemerkenswertes und spannendes Buch über eine menschliche Tragödie, die vielleicht hätte vermieden werden können, aber auch erst durch ihre Wirklichkeit einige aufgerüttelt hat.
LESENSWERT!!!
    
Nach einem Fehrnsehbericht über die Besteigung des Everests hat mich meine neu gefundene Leidenschaft zu diesem Buch geführt. Krakauers Werk ist auch für Personen ohne Hintergrundwissen über das Bergsteigen geschrieben. Die Geschehnisse werden in einen spannenden und packenden Erlebnisbericht verpackt. Man möchte das Buch erst nicht mehr aus der Hand legen, dann nicht mehr weiterlesen, um sich von den Gedanken über dieses Drama zu lösen. Ich werde auf jeden Fall noch weitere Bücher zu diesem Geschehnis lesen, um mir eine Meinung über die Darstellung Krakauers zu erlauben. Das Buch kann ich aber auf jeden Fall sehr empfehlen, trotz der Kritik, Krakauer schildere nur seine Sichtweise. (was dem Buch nicht im Geringsten Spannung oder Lesequalität nimmt!) Es empfiehlt sich anhand der Personenübersicht im vorderen Teil und anhand der Schilderungen im Buch während des Lesens eine kleine Skizze über die Gruppenaufstellung zu erstellen. Das erleichtert die Zuordnung, wenn das Drama beginnt... Unbedingt LESEN!
Faszination Berg & Mensch
    
Krakauer wird Zeuge einer Tragödie, wie sie ergreifender kaum erdacht werden könnte. Sämtliche Charaktere bilden eine fast klassische Konstellation und gerade die Tatsache, daß es sich um ein authentisches Ereignis handelt, läßt keinen Leser dieses Buches unberührt. Mit seiner gleichzeitig um Sachlichkeit bemühten als auch sehr emotionalen Erzählweise zieht der Autor seine Leserschaft innerhalb weniger Seiten völlig in seinen Bann. Ich habe dieses Buch innerhalb von 24 Stunden verschlungen und war anschließend so erschüttert, daß ich es direkt nochmal von vorne lesen mußte. Trotz oder gerade wegen Kakauers sehr persönlichen Sicht der Dinge blieb anschließend die Frage offen, inwiefern er das Recht hat, höchst private Situationen wie z.B. die letzte Gespräch zwischen Rob Hall & seiner Frau zu verwerten oder harsche Kritik gegenüber dem zwischenzeitlich verstorbenen Anatoli Boukreev zu äußern. Schließlich handelt es sich hier um einen Roman und nicht um ein Gerichtsverfahren, und derlei doch bedenkliche Aussagen machen niemanden lebendig, sondern befriedigen nur die Neugier des Lesers. Der sich im Übrigen gleichzeitig auf jeden Fall Boukreevs "Der Gipfel" und auch Göran Kropps "Allein auf dem Everest" zu Gemüte führen sollte, schon allein um auch eine andere Sicht der Dinge kennenzulernen.
Ein Mensch und seine Schuld
   
Ich habe "In eisige Höhen" beim ersten Mal regelrecht verschlungen; ein packendes Buch. Beim zweiten Mal habe ich unter Zuhilfenahme von Papier und Bleistift langsamer gelesen, um endlich die vielen Zusammenhänge, Personen, Einzelschicksale, Daten und Uhrzeiten zu verstehen. Ich rechne Jon Krakauer die Art, wie er von den Geschehnissen erzählt, hoch an. Und ich nehme ihm auch ab, wie sehr ihn das Erlebte und seine eigene Verstrickung und Teilschuld in die / an den Ereignissen beschäftigt. Ich halte das Buch für ehrlich, anders als etwa Anatoli Boukreev's "Der Gipfel" und im Gegensatz zu den Büchern Gammelgaards und Breashears' für absolut nicht überflüssig. Nach meinem Dafürhalten trägt Krakauer, auch wenn er es anders empfindet, keine Mitschuld am Tod von Yasuko Nambo oder von Andy Harris. Nach zweimaliger Lektüre des Buches werfe ich aber ihm und den anderen Beteiligten wiederholten Verrat an Beck Weathers vor. Es will absolut nicht in meinen Kopf, wie "Bergkameraden" einen der ihren gleich dreimal nach Gang dem Tod überlassen schmählichst im Stich lassen. Das hat mich mit Abstand am meisten erschreckt. Erst ließ man Weathers allein am Berg zurück und dann zweimal nach Gang in seinem Zelt - eher aus egoistischen erschreckt und geschockt, dass er noch immer lebt, anstelle ihm beizustehen und sich darüber zu freuen, dass er noch lebt. Zusammenfassend ein packendes, ehrliches Buch.
Sehr interessant, aber anscheinend nicht ganz die Wahrheit
 
Ich habe das Buch von Jon Krakauer förmlich verschlungen. Es ist überaus spannend erzählt und vermittelt bis ins kleinste Detail, wie man sich beim Versuch, den Everest zu bezwingen fühlen muß. Leider entsprechen Krakauers Darstellungen wohl aber nicht ganz der Wahrheit. Nach der Lekture des Buches "Der Gipfel. Tragödie am Mount Everest." von Anatoli Boukreev und G. Weston DeWalt sind mir doch starke Zweifel an der Darstellung Krakauers gekommen. Ich werfe Jon Krakauer nicht vor, daß er nicht den wahren Hergang der Tragödie geschildert hat, da die vermeintliche Wahrheit wohl keiner kennt; Was ich ihm aber vorwerfe ist die Tatsache, daß er objektive Fakten außeracht gelassen hat, obwohl ihn mehrere Kollegen, die zum Teil auch an der Everest-Besteigung teilgenommen haben darauf aufmerksam gemacht haben, daß sich gewisse Dinge völlig anders ereignet haben. Beispielsweise beschuldigt Krakauer Boukreev, daß dieser keiner Everest-tauglichen Anzug getragen hat, und er somit seinen Kunden keine echte Hilfe war. Es existiert sogar ein Foto, daß das Gegenteil beweist. Krakauer jedoch hat Boukreev nie eine Chance gegeben, seine Sichtweise darzustellen.
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