Hörbuch         Mit offenen Karten, 3 Audio-CDs


Mit offenen Karten, 3 Audio-CDs
von Agatha Christie und Klaus Dittmann
CD
September 2003
Verlag: Dhv der Hörverlag



Kommentare und Bewertungen:
Very british eben
'Mit offenen Karten' ist das erste Buch, das ich von Agatha Christie gelesen habe und ehrlich gesagt wird es wahrscheinlich auch mein letztes von ihr sein. Das Tempo ist mir auf Dauer ein wenig zu langsam, weswegen ich gedanklich beim Lesen auch oft abgeschweift bin.
Hercule Poirot ist allerdings trotzdem ein ganz sympatischer 'Kerl' und eines muss man ihr (Agatha Christie) lassen, die Aufklärung des Falles ist ziemlich gut. Deswegen auch vier Sterne.


Klassisches Rätselraten!
Wer Action sucht, ist mit einem Krimi von Agatha Christie sicherlich nicht gut bedient. Trotzdem bietet das klassische Rätselraten "Wer von den vier Verdächtigen war's denn nun?" viel Spass und Spannung und dazu die eine oder andere Überraschung. Die Story ist ein bisschen arg konstruiert: Mr. Shaitana hat eine ungewöhnliche Sammelleidenschaft - Verbrecher und Mörder, die nie gefasst worden. Vier davon lädt er zusammen mit Hercule Poirot, einem Kommissar, einem Geheimdienstagenten und einer Kriminalschriftstellerin zu sich nach Hause ein und wird prompt ermodert. Die Ermittler unter den Gästen stehen nun vor der Aufgabe, den Mörder herauszufinden und forschen dazu auch in der Vergangenheit der vier Verdächtigen. Jede/r hat so seine eigenen Methoden, wobei die von Poirot sicherlich die ungewöhnlichsten sind. Interessant fand ich die Schilderung der Charaktere der Verdächtigen mit all ihren Eigenarten.

Gut gefallen hat mir die Lesung von Klaus Dittmann, dessen Stimme hervorragend zu Hercule Poirot passt. Er hat es gut verstanden, den einzelnen Figuren in den Dialogen einen Wiedererkennungswert zu verleihen. Es handelt sich bei dem Hörbuch um eine autorisierte Lesefassung.


Poirot in Hochform
Meisterdetektiv Hercule Poirot trifft auf einer Londoner Gesellschaft den schrulligen Mr. Shaitana. Dieser besitzt nicht nur eine Leidenschaft für das Sammeln von Antiquitäten, sondern auch von Mördern. So bereitet er sich selbst die große Freude, Poirot zu einer ganz besonderen Abendgesellschaft in sein Haus einzuladen, um ihn seine außergewöhnliche Sammlung zu präsentieren. Aber neben den vier von Shaitana ausgewählten vermeintlichen Mördern sind auch die Kriminalautorin, Mrs. Oliver, Colonel Race vom Geheimdienst sowie Superintendent Battle von Scotland Yard zugegen. Eine gefährliche Konstellation, wie sich sehr bald herausstellen soll. Während die acht Gäste in ihr Bridgespiel vertieft sind, wird Mr. Shaitana kaltblütig erstochen. Nachdem Poirot seinen Freund Battle über den eigentlichen Anlass jener Gesellschaft informiert, ist ihnen sehr bald klar, dass der Mörder unter den vier „kriminellen" Gästen zu suchen ist. So beginnen sie im Vorleben der vier verdächtigen Personen herumzustöbern, um einen Zusammenhang zu Shaitanas Ableben zu finden...

Das ist wieder einmal ein Christie-Krimi ganz nach meinem Geschmack. Von Beginn an ist der Kreis der verdächtigen Personen eingegrenzt und der Leser kann somit fairerweise mitraten und mitfiebern, ohne dass im nachhinein diverse Unbekannte aus Christies Feder gezaubert werden.
Poirot zeigt sich erneut in unbestechlicher Form und lässt den wahren Mörder letztendlich in die Falle tappen. Auch wenn von Anfang an nur vier mögliche Täter in Frage kommen, hält Christie gen Ende immer wieder kleine Überraschungsmomente bereit, die uns Amateurdetektive mit Erfolg verunsichern und die Spannung nur noch mehr steigern. „Mit offenen Karten" ist somit ein unbedingt empfehlenswerter Krimi, besonders für Poirot-Freunde.


Stoff für vier Krimis - das ist das Problem
Die Ausgangssituation dieses Krimis ist sehr reizvoll und trägt die Züge eines Kammerspiels: Poirot wird ebenso wie die drei anderen Spürnasen Battle, Race und Mrs Oliver von dem geheimnisvollen Mr Shaitana zu einem Dinner eingeladen. Ebenso nehmen an dieser Party vier andere Gäste teil; Anne Meredith, Major Despard, Dr. Roberts und Mrs Luxmore. Und wie Shaitana Poirot gegenüber vorher andeutet, hat jeder der vier einen unentdeckten Mord auf dem Kerbholz. Doch gegen Ende der Party ist es Shaitana selbst, dem das Lebenslicht ausgeblasen worden ist...

Prr, selten hat Agatha Christie in ihren Romanen so dick aufgetragen: Vier ausgezeichneten Detektiven stehen vier mutmaßliche Mörder gegenüber- da ergibt sich als erstes das Problem der Stringenz im Verlauf des Krimis. Da alle vier für sich ermitteln und auch die vier Verdächtigen fast nicht in Kontakt miteinander treten, kommt nur zögernd Spannung auf; die Konstellationen müssen sich zunächst sortieren. Doch auch dann drängt sich der Eindruck auf, A. C. hätte besser daran getan, sich auf den einen oder anderen zu konzentrieren bzw. Motivationen und Tathergänge überzeugender und ausführlicher darzustellen. So bleiben viele Fragen offen; am Ende überstürzt sich die Handlung und scheint sehr auf Sensationshascherei bedacht, der das begründende Fundament fehlt.

Ein Hauptproblem hierbei ist wie gesagt die Fülle- um mögliche Täter zu überfühen, müssen zunächst deren frühere Verbrechen rekonstruiert und bewiesen werden. Hier bleibt die Autorin gezwungenermaßen sehr vage und oberflächlich, was man sonst nicht von ihr gewohnt ist. Zwar beweist sie ihren Sinn für verblüffende Erklärungen, bleibt hier aber auf einer eher mittelmäßigen Ebene. Nichtsdestotrotz ist der Roman lesenswert, denn er ist schließlich von A. C.- und die hat immer noch die Begabung, Spannung zu kreieren.


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