Hörbuch         Mondscheintarif, 2 Audio-CDs


Mondscheintarif, 2 Audio-CDs
von Ildiko von Kürthy, Ulrike Grote, Catrin Striebeck und Aglaia Szyszkowitz
CD
Januar 2001
Verlag: Hoffmann und Campe



Beschreibung:
Cora Hübsch, 33 Jahre alt, ist eine Repräsentantin der modernen Frau: selbstbewusst, auf eigenen Beinen stehend, sexuell befreit und ausgestattet mit einer besten Freundin. Cora ist traurig. Der Grund: Sie ist verliebt. Und zwar richtig verliebt in Daniel, einen Mediziner, mit dem sie auf eine, zugegebenermaßen, seltsame Art Bekanntschaft geschlossen hat.

Samstagabend: In der Zeitspanne zwischen 17:25 Uhr bis 23:18 kann die Protagonistin nichts anderes tun, als auf einen Anruf des Mannes zu warten, mit dem sie vor einigen Tagen den besten Sex ihres Lebens hatte. In diesen Stunden erzählt sie zum einen, wie sie Daniel kennen gelernt hat, von ihrem ersten gemeinsamen Essen bei einem Italiener und ihrem Besuch bei ihm zu Hause. Herrlich offen, selbstkritisch und selbstironisch präsentiert sie dabei das ganze Einmaleins der emanzipierten, aber verliebten Frau. Auf einer zweiten Ebene durchlebt sie in diesem Zeitrahmen eine anfangs noch leidlich erträgliche Aufregung, zahlreiche Versuche, sich abzulenken bis zur blanken Verzweiflung. Doch am Ende erkennt sie, dass alle Rollen, die sie spielt, alle Klischees, denen sie aufgesessen ist, ihr beinahe alles verdorben hätten.

1999 erschien Ildikó von Kürthys erstes Buch "Mondscheintarif". Dieses Hörstück mit vier Sprechern ist eine äußerst puristische Umsetzung des Romans - und gerade deshalb so gut. Völlig ohne musikalische Unterstützung, nur mit Dialogpartnern am Telefon, schafft Ulrike Grote ein kleines Wunderwerk. Sie zieht alle Register, ist in Hochstimmung, dann tief deprimiert, kann über sich selbst lachen und schafft es, uns als Erzähler einer Geschichte am Ball zu halten. Toll als Gegenpol Catrin Striebeck, die beste Freundin. Hörstück, Spieldauer: ca. 110 Minuten, 2 CD. Mit Booklet.

-- culture.text


Kommentare und Bewertungen:
Angriff auf die Lachmuskeln
Ildikó von Kürthy's Roman „Mondscheintarif" ist, wie es schon Wolfgang Joop auf der Rückseite des Buches beschrieb, ein Angriff auf die Lachmuskeln. War ich anfangs noch voll der Skepsis, dass es sich hier wieder um einen typischen „Frauenroman" handelt, so fing ich nach ein paar Seiten lauthals zu lachen an. Der ironische Unterton in diesem Roman ist einfach köstlich.

Der Roman ist in zwei Erzählebenen geschrieben: Einmal in der Gegenwart, einer Zeitspanne zwischen 17:12 Uhr und 00:01 Uhr, in der die Protagonistin Cora Hübsch, auf einen Anruf von Dr. med. Daniel Hofmann wartet. Und zum anderen in der Vergangenheit, in der beschrieben wird, wie die beiden sich kennen gelernt haben und wie sich die ganze Geschichte bis zu dem erwarteten Anruf entwickelt hat.

Das herrliche an diesem Roman ist der Monolog von Cora Hübsch. Die Art und Weise, wie sie ironisch über die Dinge „nachdenkt", während sie auf den Anruf von Daniel Hofmann wartet. Wenn man sich dann irgendwann fragt, warum sie denn nicht einfach den Hörer in die Hand nimmt, erfährt man auf Seite 51 den Grund: „Verliebtsein ist Marketing. Wenn du irgendwann geliebt wirst, dann kannst du so sein, wie du bist. Aber bis dahin musst du bestimmte Spielregeln einhalten, um dich für die zweite Runde zu qualifizieren. Und eine dieser Spielregeln lautet ganz klar: Nach dem ersten Sex rufst du ihn nicht an. Nie. Unter keinen Umständen." Und noch schöner wird es dann mit „Ein Mann fühlt sich seiner Männlichkeit beraubt, wenn eine Frau ihm zuvorkommt. Die Stunden oder Tage, die zwischen dem ersten Sex und seinem nächsten Anruf liegen, sind die einzige Zeit, in der das Männchen Herr der Lage ist."

Und so erfahren wir über frühere Lover von Cora Hübsch, wie sich das Telefonieren zu früher, als man noch bei den Eltern wohnte und es keinen Anrufbeantworter gab, verändert hat. Wir erfahren ihre Meinung über Epilationsgeräte („Leichtes Unbehagen nach der ersten Anwendung des Gerätes...das ich nicht lache. Genauso könnte man sagen, die Entfernung eines Blinddarms ohne Narkose würde bloß ein wenig ziepen..."), Wolfgang Petry, die Parfümerie Douglas („Bei Douglas Make-up zu kaufen ist, als würde man in der Wäscheabteilung von Cindy Crawford bedient.") u.a. Am Ende gibt es dann eine sehr überraschende Wendung des Ganzen und ein Happy End. Das Buch zu lesen, macht einfach Spass und daher 5 Sterne.


WELTKLASSE !!!!!!!!!!!!!!!!
Dieses Buch ist mit Sicherheit das Beste was ich seit langem gelesen habe!Ich las die Zusammenfassung auf der Rückseite und war eigentlich absolut nicht begeistert!Las es dann aus einer Sonntagmorgen - Laune heraus doch, und konnte einfach nicht mehr aufhören!Es ist super witzig, und so realitätsnah, dass ich teilweise dachte , die Autorin schriebe über mein Leben!Es spiegelt das typische weibliche Verhalten wieder! Den Männern hinterherzulaufen und dann zu realisieren, dass es doch nichts hilft!
In Mondscheintarif wartet die Hauptperson Cora ,dass ihr "Traummann"sie nach dem Sex anruft!Aber wie das nun mal so ist melden sich die Männer einfach nicht!
Ein fantastisches Buch,dass Verwirrungen, peinlichen Zufälle,neidische Blicke auf den Busen der besten Freundin,Frauenabende, und ganz normale weibliche Problemchen beschreibt! ---- Eben aus dem Leben gegriffen!
Auf jeden Fall zu empfehlen!!!!!!!!!!!!!


Naja - es gibt besseres!
Ehrlich gesagt verstehe ich den Run auf diesen Roman nicht so ganz. Das Buch ist zwar recht kurzweilig, aber bis auf ein paar wirkliche Lacher, fand ich es längst nicht so witzig wie Helen Fieldings Bridget Jones Romane. Normalerweise sehe ich von solchen Vergleichen ab, aber die Autorin selber gibt gerne und oft kund, das sie die Idee schon lange vor Helen Fielding hatte, also muss sie sich auch damit abfinden, mit der Engländerin verglichen zu werden. Leider kommt Helen Fielding dabei sehr viel besser weg. Mit Bridget konnte ich mich viel mehr identifizieren, als mit Cora, der Heldin aus "Mondscheintarif". Während ich mit Bridgets Fettnäpfchen etwas anfangen kann und sie trotz allem herrlich normal und erfrischend finde, hatte ich bei Cora eben immer das Gefühl, aha, eine Romanheldin. Auch Sätze wie "ich habe sowieso einen Hang zur Arbeiterklasse - ich habe mal mit einem Elektriker geschlafen" führen nicht unbedingt dazu, das mir Cora ans Herz wächst. Ebenfalls eine deutsche Unsitte ist es in Romanen irgendwelche Stars und Sternchen mit Namen zu erwähnen. Da komm ich mir immer vor wie einem Klatschblatt und warum in Gottes Namen brauchen Romanheldinnen in deutschen Romanen immer so Namen wie "Cora Hübsch"? Das sind für mich einfach so erzwungene Lacher, die ich eben z.B. in Helen Fieldings Romanen nicht finde.

Abschließend war der Roman schon kurzweilig und hat mich für zwei Stunden nett unterhalten, aber die große Begeisterung kann ich leider nicht teilen. Zumal ich das kurze Buch (142 Seiten) mit 8,50 Euro auch noch sehr überteuert finde.


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