Hörbuch         Rumo und die Wunder im Dunkeln, 21 Audio-CDs


Rumo und die Wunder im Dunkeln, 21 Audio-CDs
von Walter Moers und Dirk Bach
CD
September 2004
Verlag: Hörbuch Hamburg



Kommentare und Bewertungen:
Rumo - Das Wunder !!!
Ein wahrhaft wundervolles, wirklich empfehlenswertes Buch, ohne Längen und voller mitreißender, schier unglaublicher Ideen. Man saugt es gierig ein und hofft, dass es kein Ende hat. Und danach: Fällt man in den tiefes Schlund der Erkenntnis !

Für mich war es wie eine wirklich heftige, lange und anregende Achterbahnfahrt. Dann steigt man aus und es bleibt ein seltsames, tolles Gefühl. Gut und Böse stehen sich in Romo's Leben in einer Perfektion gegenüber, die einem schier den Atem raubt.

Für Kinder ist das Buch m.E. allerdings nicht geeignet. Es ist stellenweise böse. Wirklich sehr böse.

Für Erwachsene ist es allerdings eine echte Emfehlung !

PS: Ich danke Hrn. Moers besonders für diese gute und liebevolle Beschreibung unserer heimischen Wolpertinger. Allerdings sei angemerkt, dass sie doch relativ selten auf 2 Beinen laufen.
Ich konnte es zumindest an unserem noch nicht oft beobachten.


Zurück Zu Zamonien!!
Wer hat sich nicht gewünscht, er könne mehr von den unglaublichen Wundern Zamoniens lesen, als er mit die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär fertig war.
Und wer war nicht furchtbar enttäuscht, als er sich durch das öde, spröde, hochstaplerische Ensel und Krete gekämpft hatten.
Für all die gibt es gute Nachrichten.
Wir sind zurück in Zamonien.
Mit noch mehr Abenteuern.
Noch mehr wilden, exotische, verwegenen und irren Kreaturen.
Und wir werden alten Bekannten begegnen, in einer Zeit, die ein wenig vor der liegt, in der der Blaubär das Licht der Welt erblickte.
Ähnlich wie Käpt'n Blaubär fängt Rumo noch recht behaglich, wenn nicht sogar betulich an, um dann das Tempo rasant anzuziehen und den Leser in einen Strudel von Ereignissen und Welten zu ziehen, aus dem er sich nicht mehr befreien kann (siehe Mahlstrom in Käpt'n Blaubär), bis die letzte Seite erreicht ist.
Um dann erschöpft nach mehr davon zu japsen und die frohe Botschaft zu vernehmen: Walter Moers steckt schon mitten im nächsten Zamonien Buch.
Wenn er wieder herauskommt, dürfen all die Fans daran teilhaben.
Und das müßten, nach Rumo, täglich mehr werden.
Eine Warnung ist aber angebrach.
Rumo ist definitiv kein Kinderbuch und auch nichts für zartbesaitete Gemüter.
Denn in Zamonien geht es immer interessant zu, aber ganz, ganz selten friedlich.


Tarantinoeske Szenen
Nachdem ich 'Die 13 ½ Leben des Käpt'n Blaubär' und 'Ensel und Krete' regelrecht verschlungen hatte, war ich gespannt, was Walter Moers als nächstes schreiben würde.
Da 'Rumo' auch so ein dickes Buch ist, hatte ich ehrlich gesagt wieder eine Art Blaubär-Roman erwartet... Weit gefehlt.
Rumo ist zunächst lange nicht so ein beredter Held wie Blaubär: während Blaubär sein Garn spinnt und nie um Worte verlegen ist, ist Rumo mit dem Schwert schneller als mit den Worten. Er ist ein stoischer Kämpfer, der zwar in allerhand Abenteuer gerät, hinterher aber eher meint 'Ich kann nicht so gut erzählen' und schweigt. Deswegen ist das Buch auch in der dritten Person erzählt, denn wenn Rumo selbst reden würde, wäre es wesentlich kürzer...
Das macht Rumo nicht unbedingt unsympathisch, im Gegenteil, er ist eben kein Schwätzer. Und seine Hemmungen, seine Liebste anzusprechen, kann man recht gut nachvollziehen.
Rumos Abenteuer sind allerdings von der düsteren Sorte. Schon als Welpe gerät er in eine ausgesprochen widerliche Gefangenschaft, aus der er sich ohne Rücksicht auf Verluste freikämpfen muss. Moers spart nicht mit ausgiebig geschilderten, blutigen Details - was mich gelegentlich an Quentin-Tarantino-Filme erinnerte. Wer sich mit der Ästhetisierung von Gewalt anfreunden kann, wird hier auf seine Kosten kommen, mich hat das allerdings ziemlich verstört. Im Laufe der Handlung kommt nämlich noch mehr dazu: ein wahnsinniger König, der wie die römischen Cäsaren Gefangene in tödlichen Kämpfen gegeneinander antreten lässt. Eine durchgeknallte Kampfmaschine, die eine perfide Foltermethode entwickelt hat. Und natürlich jede Menge Monster, die es abzuschlachten gilt... In Zamonien habe ich so etwas eigentlich nicht erwartet. Ich hätte mir gewünscht, dass Moers, der offensichtlich mal was anderes ausprobieren wollte, etwas anderes eingefallen wäre!
Das Buch hat auch weniger blutrünstige Stellen, zum Beispiel erfahren wir mehr über die Haifischmade Volzotan Smeik. Oztafan Kolibril, ein Schüler Professor Nachtigallers, tritt auf - sein Innenleben ist sehr skurril und wissenschafts-satirisch. Rumos Schwert und seine Gespräche mit ihm fand ich zum Kringeln. Das Labyrinth von Rumos Fechtlehrer erinnert an alte Mantel-und-Degen-Filme. Viele andere Details sind wieder liebevoll erfunden und ausgearbeitet...
Ein Urteil über dieses Buch fällt mir allerdings nicht leicht. Ich schätze Moers' erfundene Welt sehr, kann mich aber mit Rumos Abenteuern und den darin vorkommenden geballten Scheußlichkeiten nicht recht anfreunden. Deswegen: 3 Sterne. In der Hoffnung auf mehr, und Neues, vom Autor.


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