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Hörbuch Schlimmes Ende, 3 Audio-CDs
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 Schlimmes Ende, 3 Audio-CDs
von Philip Ardagh und Harry Rowohlt
CD
August 2002
Verlag: Random House Audio

Kommentare und Bewertungen: Immer noch nicht eingeschlafen?
    
Früher, als wir klein waren, legten wir uns abends zum Schlafen ins Bett und unsere Mutter oder unser Vater lasen uns Geschichten vor und wir nickten mit dem Kopf, atmeten ruhiger und schliefen schließlich ein. Aber das war früher. Das war damals, als wir jung und naiv waren, als wir noch nichts von Philip Ardagh oder Harry Rowohlt wussten, als wir uns einen kleinen Jungen wie Eddie Dickins nicht hätten vorstellen oder gar ausdenken können, damals, als wir nicht ahnten, dass es jemals eine Wahnsinnige Tante Maud geben würde, die ein ausgestopftes Wiesel namens Malcolm als Waffe benutzen könnte, damals, als wir vielleicht darüber erstaunt gewesen wären, dass ein Buch mit dem Titel ›Schlimmes Ende‹ so viel Gutes enthalten kann. Eddie Dickins' Eltern leiden an einer seltsamen Krankheit. Ganz gelb sind sie, dazu merkwürdig wellig an den Rändern, und sie riechen nach alten Wärmflaschen. Damit Eddie sich nicht ansteckt, wird er zu seinen Verwandten geschickt, dem Wahnsinnigen Onkel Jack und seiner Gattin, Eddies Großtante, eben jener Wahnsinnigen Tante Maud, die, wie der Wahnsinnige Onkel Jack eingangs entrüstet klarstellt, »ganz bestimmt kein b i s s c h e n wahnsinnig« ist. Die Geschichte um den kleinen Eddie, die in elf losen »Folgen« erzählt wird, ist herrlich überdreht, bis zum (Seiten-)Rand gefüllt mit den verrücktesten Einfällen sowie einem erstaunlich logischen Mangel an Sinn und Moral, und selbst an den eher albernen Stellen niemals belanglos. Harry Rowohlt schenkt diesen Figuren nicht nur eine ganz eigene, unverwechselbare Stimme, sondern auch einen eigenen Atem, einen eigenen Herzschlag, ein eigenes Leben. Selbst die absurdesten Einfälle erzählt er fast beiläufig, mit einer absoluten Notwendigkeit und so, als wäre all dies vollkommen selbstverständlich. Wenn der Wahnsinnige Onkel Jack sich auf dem Kutschendach festschnallt, weil er überdachte Kutschen verabscheut - wenn die Wahnsinnige Tante Maud ihr ausgestopftes Wiesel fragt, ob es schon einmal darüber nachgedacht habe, sich einen Bart stehen zu lassen - wenn der Theaterdirektor mit dröhnender Stimme sich als Kaiserin von Ganzchina ausgibt - dann haben wir diese Figuren schon längst lieb gewonnen. Doch alleine schon, wenn Harry Rowohlt Folge 4 mit den Worten »in welcher Tante Maud einen noch wahnsinniger macht, als sowieso schon« ankündigt, setzen wir uns auf, macht unser Zwerchfell sich bereit und unsere angestachelte Erwartung kitzelt und kribbelt überall im Körper. An Schlaf ist dabei nicht zu denken. Und so legen wir uns abends in einen großen Koffer, und wenn die Wahnsinnige Tante Maud dann zum wiederholten Male den Kofferdeckel aufreißt und mit ihrer gewohnt raspelnden Stimme »Immer noch nicht eingeschlafen?« brüllt, dann schütteln wir den Kopf, kuscheln uns an die Stoffbezüge und kichern leise vor uns hin.
Ein etwas anderes Leseabenteuer
    
Ein herrlich abstruses Buch, dass die Regeln der Erzählkunst reihenweise missachtet. Der Erzähler nimmt sich mit seinen Kommentaren über den Verlauf der Erzählung selbst auf die Schippe, und das auf eine grandiose Art und Weise. Der 11-jährige Eddie Dickens erlebt eine aberwitzige Reise mit seinen verrückten Verwandten, dem Wahnsinnigen Onkel Jack und seiner noch verrückteren Wahnsinnigen Tante Maud, welche ihn von zu Hause abholen, weil seine Eltern ganz gelb sind, und merkwürdig wellig an den Rändern. Wie in einem grotesken Traum gestaltet sich die ganze Erzählung von Philip Ardagh. Man kommt aus dem Schmunzeln gar nicht mehr heraus, wozu auch die lustigen Illustrationen ihren Teil beitragen. Der Kommentar auf dem Buchumschlag trifft es am besten: "Eine fabelhafte Mischung aus Dickens und Monty Python. Brillant!" Und das eröffnet vor allem beim Vorlesen völlig neue Wege. Auch dem Übersetzer Harry Rowohlt gebürt großes Lob, eine rundum gelungene Übersetzung, was ja leider nicht bei allen Jugendbüchern der Fall ist, und sich bei diesem sicher nicht einfach gestaltete. Mein Tipp für alle, die mal ein etwas anderes Leseabenteuer erleben wollen, voller Komik und Anarchie.
Am Anfang gewöhnungsbedürftig
   
Als Kinder- und Jugendbibliothekarin MUSS man ja ein Buch lesen, dass dermassen guten Ausleihzahlen hat! Zu Beginn sehr skeptisch fand ich eine Krankheit, die einen "gelb und an den Rändern etwas wellig" macht und zu deren Heilung man Eiswürfel in Form berühmter Generäle lutscht nicht lustig, sondern doof. Adams "Per Anhalter durch die Galaxis" oder Pratchetts Scheibenwelt sind gegen dieses bizarre und heillos überdrehte Kinderbuch direkt ein Paradebeispiel an Vernunft und gesundem Menschenverstand. Trotz meiner anfänglichen Ablehnung hab ich weitergelesen - und mich schließlich dabei ertappt, wie mich die Geschichte in ihren Bann zog und ich gar nicht mehr merkte, wenn ich schon WIEDER eine neue Folge anfing. Und heute, ja heute hab ich mir die Fortsetzung von "Schlimmes Ende" bestellt und erwarte es schon mit Spannung. Ardaghs Sprache hat mich (bei einem Kinderbuchautoren) beeindruckt. Er scheut sich nicht, komplizierte Wendungen und Fremdwörter (wie "Thespisjünger") zu benutzen, wo andere Autoren eine Überforderung der Kinder befürchten würden. Nichts dergleichen, wie gesagt: das Buch ist in Bibliotheken ein Renner. Toll, wenn Kinder so auf unterhaltsame, witzige Weise eine gedrechselte Sprache lernen! Außerdem spricht er mit dem Leser wie kaum ein anderer Autor, fast so als ob er vor einem stünde. Uneingeschränkt empfehlen kann man dieses Buch trotzdem nicht, denn diese krasse Welt und der selbst für britische Maßstäbe bizarre Humor ist bestimmt nicht jedermanns Ding. Manche Kinder werden dann doch leider Brezina, Stine oder (schlimmer noch) Mangas bevorzugen. Und wenn alle nur noch diesen Müll lesen würden - das wäre doch ein wahrhaft schlimmes Ende ...
Wahnsinnig!
   
Rezension zu „Schlimmes Ende"Ich bin in der fünften Klasse und wir haben „Schlimmes Ende" zusammen im Deutschunterricht gelesen. Das Buch ist sehr witzig und mit vielen Redewendungen und Wortspielen geschrieben. Nicht so gut allerdings finde ich, dass viele schwierige Wörter vorkommen, von denen man als 10-jähriger nicht weiß, was sie bedeuten sollen. Der Erzähler spricht einen direkt an und erzählt auch über sich selbst. Oft berichtet er eine Seite lang von einem ganz anderen Thema. Ich selber lese sehr viel. Gruselbücher, Kinderkrimis, Freundschaftsgeschichten usw., aber solch ein Buch habe ich noch nie gelesen. Total durchgeknallt und verrückt. Es macht wirklich Spaß, „Schlimmes Ende" zu lesen. Die Hauptperson ist Eddie Dickens. Er ist der einzige in der Geschichte, der nicht vollkommen verrückt ist. Außerdem spielen noch mit: Mr. und Mrs. Dickens, der Wahnsinnige Onkel Jack, die Wahnsinnige Tante Maud, Mr. Pumblesnook, das ausgestopfte Wiesel und noch ein paar andere, die, wie man am Namen schon merkt, völlig wahnsinnig sind. Wahnsinnig gut!
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