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 Stupid White Men, 2 Audio-CDs
von Michael Moore und Peter Lohmeyer
CD
März 2003
Verlag: Kunstmann

Kommentare und Bewertungen: Michael Moores Politik des Herzens
    
Ich habe noch nie ein so schönes Buch über Politik gelesen. Witzig, sarkastisch, essentiell, aufrüttelnd: Moore rechnet nicht nur mit der Politik Bushs ab, sondern auch mit der der Demokraten. Viel mehr als das: bis auf den grotesken Ablauf der demokratischen Präsidentschaftswahlen in den USA sind viele Beispiele gut und leicht auf die Länder der westlichen Welt übertragbar. Es ist ein Buch zur Zeit, wo in der Politik die Visionen fehlen und sie mehr und mehr zur Interessenpolitik für wirtschaftliche Machtgruppen verkommt. So können sich die Parteiensysteme der westlichen Welt mit einordnen in die Problemstellungen rund um die klassischen Politikfelder, um Innenpolitik, Umweltpolitik, Geschlechtspolitik und Wirtschaftspolitik – Moores Buch ist weitaus relevanter - konkreter - für die allgemeine politische Diskussion, als es zunächst scheint. Besonders gefällt mir zum einen der Aufruf zu Aktivität, auch hier kann man sicher ein gutes Stück übertragen (stürmt die Ortsvereine und wählt in ein paar Monaten die Landtagsabgeordneten), zum anderen aber, dass Moore auch die an eigenen Schwächen zeigt, dass zB. eine konsequente Umweltpolitik nun mal schwer durchzusetzen ist, im Zweifel auch gegen sich selbst, was ja nicht heissen muss, die Umweltzerstörung weiter zu begünstigen. Und schön ganz ingesamt: selten hat man sich bei einem wie an den Quellen zu sehen so sorgfältig erarbeiteten Buch so gut unterhalten gefühlt.
Persönliche Abrechnung mit dummen Amis
   
Ich (22, Studentin) habe dieses Buch gekauft, da mir die stumpfsinnige Loyalität in der Amerikaner gegenüber ihrer Regierung schon lange auf den Geist geht. Dieses Buch enthält viele interessante (und witzige) Statistiken und der Autor scheut nicht davor zurück auch sich selbst aufs Korn zu nehmen. Der Schreibstil ist leider etwas zu sehr auf Bild-Zeitungsniveau, dafür liest es sich sehr schnell. Ich war etwas enttäuscht über den Inhalt da ich mir (wie der Titel ja vermuten lässt) sachlichere Angaben über das Amerika speziell unter bzw. seit Bush's Regierung erwartet habe. Stattdessen rechnet der Autor mit beinahe allen Amerikanischen Politikern und v.a. mit seinen Landsleuten ab, die immer noch denken sie lebten in einer Demokratie... Eine sehr persönliche Stellungnahme, bissig, ironisch, interessant, aber für meinen Geschmack nicht aktuell genug. (Text wurde noch vor dem 11.9.01 fertiggestellt und der Autor hoffte damals noch, die Demokraten könnten Bush bei den Zwischenwahlen 2002 stürzen...) Meine Empfehlung: leichte Kost, einfach verständlich, nicht nur für Gegner der "uneingeschränkten Solidarität" !
Exzellent, aber Platz 1?
   
Nach der Lektüre der englischen Ausgabe dieses Buches war ich als Leser geschockt. Dies resultiert aus folgenden Faktoren: - Als Wähler fühlt man sich in politischen Dingen noch hilfloser. Moore erzählt detailliert, wie sich die Bush-Regierung selber gewählt hat, wie eine Demokratie systematisch ausgehebelt wurde und wie Bush an der Welteroberung arbeitet. - Das von der San Francisco Chronicle als "hysterically funny" Buch hat mich kein einziges Mal auflachen lassen. Man könnte jetzt natürlich an meinem Humor mäkeln aber Fakt ist, dass Moore zwar Geschichten recht gut erzählen kann, aber ein "Brüller" ist dieses Buch garantiert nicht. Moore ist aber ein Meister der Recherche. Welche Details er aus dem Sumpf der amerikanischen Korruption gezogen hat ist einfach exzellent. Moore ist jemand, den man gerne in seinem Freundeskreis haben will, da er ständig die Öffentlichkeit schockierende und sich über Politiker lustig machende Ideen hat, die er hemmungslos auslebt. Als Fazit lässt sich nur sagen, dass man dieses Buch gelesen haben sollte, da mir trotz des regelmäßigen Lesens des Spiegels viele politische Details über Amerika nicht bekannt waren. Man sollte aber nicht erwarten, dass man über dieses Buch lauthals lachen muss.
M.M. hat es sich zu einfach gemacht
   
Ein Bestseller, ohne Frage und das auch verdient, zumindest kalkuliert. Nicht weil es ein ausgewogenes Buch wäre, daß über jeden Zweifel erhaben, Mißstände anprangert und Lösungen aufzeigt, nein, Michal Moore ist kein Noam Chomsky. SWM ist über weiteste Teile plakativ und einfach, es ist mehr ein schnippisches und teilweise kindisches "Ich habe recht und Du hast unrecht". Die Themen sind die richtigen (Neoimperialismus, Neoliberalismus, Sozialabbau, Diktatur des Kapitals, was auch immer) aber der Ton ist durchweg verzweifelt, aggresiv und unpassend. Michal Moore macht es einer schlichteren Anhängerschaft einfacher ihn zu verstehen, ihm zuzujubeln und vor allem ihn zu kaufen, jedem nicht ganz auf den Kopf gefallenem Gegner aber auch einfach ihn anzugreifen. Dennoch sind viele der kurzen Episoden recht unterhaltsam und helfen einem (eine entsprechende Stimmung vorausgesetzt) bei der kurzzeitigen Festigung und Beweihräucherung der eigenen Voruteile den USA gegenüber. Doch es ist keine Kost, die lange hält, zu unausgegoren scheint die handwerkliche Seite, zu undurchschaubar die Motivation und vor allem die Quellenlage. Letztendlich muß sich M.M. die Frage nach der Augenwischerei, die er anderen in SWM anhängt, selber stellen lassen. Also mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Er hätte sich mehr Mühe geben können (doch hätte er dann so viel verkauft?)
Eher enttäuschend!
  
Mir scheint ich bin Eine der Wenigen, die dieses Buch eher enttäuschend fanden. Ich hatte gehofft, einige "brisantere" Informationen über die USA "dieser Tage" zu erhalten, wurde aber eher enttäuscht. Erstens erschien dieses Buch zu spät und war so nicht mehr ganz aktuell, da es vor dem 11. September 2001 verfasst, allerdings erst danach veröffentlicht wurde. Des weiteren waren mir die Fakten schon größtenteils bekannt, ohne dass ich mich ausführlicher mit diesem Thema befasst hätte. Natürlich war das Buch stellenweise ganz witzig, aber eben nur stellenweise. Ich fand es zu überzeichnet, zu linksalternativ. Mir wurde zu sehr auf die "bösen Kapitalisten" geschimpft und die "Weißen" wurden einfach zu sehr zu den Bösewichten und Sündenböcken. Das Kapitel mit Ratschlägen für die Weißen war beispielsweise sehr schwach "nur noch Schwarze beschäftigen, keine Weißen heiraten..." alles in höchstem Maße albern. Natürlich war das - hoffentlich - absichtlich ein bisschen überzeichnet, aber witzig fand' ich's trotzdem nicht. Irgendwie diskriminiert er dann ja die Weißen - ich hatte ihn jedoch so verstanden, als wolle er die Diskriminierung stoppen. Damit ist's jedenfalls nicht getan. Meines Erachtens waren die ersten beiden Kapitel die besten, der Rest war dann - in meinen Augen - eher überflüssig. Ich hätte mir eben gewünscht, dass er differenzierter, bissiger, und zynischer kritisiert und ich hätte mir einen anderen Schreibstil gewünscht. Wahrscheinlich war dieses "betont Umgangssprachliche" beabsichtigt, ich habe mich jedoch daran gestört. Ich kann nicht verstehen, warum das Buch so "hochgelobt" wird. Ich bin nicht für bedingungslose Solidarität mit den USA, im Gegenteil - aber was er genannt hat, war bekannt und eher langweilig, was er über Bush und seine "Junta" gesagt hat, war wahr... Über die Dummheit der Amerikaner muss ich nichts sagen. Leichte Kost, eher banal - aber okay.
Oberflächlich, trivial, sogar rassistisch?
 
Ich habe mir von diesem Buch versprochen, die momentanen Geschehnisse in den USA eben aus der Sicht eines Amerikaners kritisch beurteilt zu sehen. Nach Moore's Film Bowling for Columbine bin ich dabei von einer sauber recherchierten und objektiven Story ausgegangen, die natürlich auch provozieren sollte. Leider wurde ich in diesem Buch maßlos enttäuscht! Moore verkörpert dabei offenbar selbst sein verbreitetes Klischee vom oberflächlichen, nur nach Geld und Macht strebenden weißen US-Amerikaner, vergißt dabei aber wohl, daß er momentan in New York in einem schicken Penthouse von seinen Tantiemen nicht schlecht lebt.. Im ersten Kapitel wird seitenlang die Wahl von George W.Bush behandelt und kritisiert, daß er eigentlich nicht der rechtmäßige und gewählte Präsident ist, da Al Gore eigentlich rechnerisch mehr Stimmen bekommen hat. Klar, im Prinzip mag das stimmen, aber Moore vergißt dabei, daß trotz allem zig Millionen Bürger Bush wählten und das bewußt! Sich jetzt aus der Verantwortung ziehen zu wollen, indem man so tut, als sei der Präsident nicht von allen gewählt, entspricht nicht meinem Verständnis von Demokratie. Durch das gesamte Buch ziehen sich Klischees und Vorurteile die sich momentan leicht verkaufen. Zu leicht wie mir scheint, denn damit wird eine Antiamerikanische Stimmung geschürt, die speziell in Moores Kapitel über den 'weißen Mann' sehr nah am Rassismus vorbeischrammt. Die Welt ist nicht so einfach gestrickt wie sie Moore darstellt und vor allem besteht sie nicht nur aus schwarz und weiß, gut und böse....
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