Täglich Frisch. CD


Täglich Frisch. CD
von Urban Priol
CD
Mai 2004
Verlag: Lübbe



Beschreibung:
Satire oder besser Realsatire vom Feinsten. Genial-bissig kommentiert Urban Priol, der begnadete Kabarettist, in seinem neuen Soloprogramm. „Täglich frisch“ die Lage. Nichts und niemand bleibt vor seiner Lästerzunge verschont. Seine Scharfsicht durchleuchtet alles, entdeckt überall, gelinde gesagt Unstimmigkeiten und stellt diese an den Pranger. Und wie! In rasendem Tempo deckt er Politik, Werbung, ein bisschen „Männer und Frauen“ (Frauen wollen zu Ikea und können bei der Scheidung plötzlich sehr gut mit der finanziellen Überlegenheit ihrer Männer umgehen) und Mütter ab.

„Für wie blöd wollen die uns noch alle halten?“ Diese Frage füllt der wortgewaltige Kabarettist 75 Minuten lang mit Leben. Die unfähigen Politiker oder die Werbung – alle wollen uns verarschen. Wer es bislang nicht wusste, Priol macht es ihm klar. Bush, der Kanzel, Stoiber, Blüm, der Papst, Sanierer, Anlageberater, Finanzbeamte und seine Mutter – alle kriegen ihr Fett weg. Urban Priol beherrscht das Parodieren meisterhaft! Er ist jedoch nicht einseitig oder gar blind. Der dumme, verführbare einfache Mann, der sich im Stammtisch am lautesten artikuliert, und der mündige Verbraucher kommen auch nicht ungeschoren davon. Und natürlich nicht die Bürokratie mit Baubehörde und Finanzamt, die wahren Sozialhilfeempfänger, die echten Kriminellen wie Siemens, Müller usw. Priols giftiger Witz macht nicht vor den Herren Esser und Zwickel halt. Im Rentendebakel schlägt er eine geheimnisvolle, bitter-böse Allianz zwischen Norbert Blüm („Die Renten sind sicher“) und Iraks Außenminister (Don’t believe them. There are no american troups in the land!“) vor.

Highlights der satirisch-parodistischen Show: Sein Beitrag zum vereinten Europa. Beispiel italienische Fluglotsen. Priols Darbietung des Sprachgewirrs in einem Tower jenseits der Alpen ist einfach fantastisch, großartig, brillant. Und das Ende mit seiner apokalyptischen Zukunftsvision. Lässig kommen hier alle wieder zusammen: Weil niemand den Debattierclub, das Parlament, bei ebay mitkaufen möchte, muss es weitergehen. Bush und Blair zetteln wieder mal einen Krieg an, der Weltuntergang steht bevor, Daniel Kübelböck singt ein letztes Mal, die eigene Mutter verrät Bin Laden, der Papst mach sich auf den Weg und die Bauaufsicht verhindert den Notausgang.

Fazit: Nicht umsonst erhielt Urban Priol zahlreiche Preise, der letzte war der „Bayerische Kabarettpreis“ 2003“, der erste 1986 „Das Passauer Scharfrichterbeil“. Der Kabarettist bietet brillante, fein abgestimmte Unterhaltung: politisch-tagesaktueller Spott, messerscharf analysiert und sprachlich überwältigend dargeboten. Absolut empfehlenswert.

Kabarett, O-Ton, Spieldauer: ca. 75 Minuten, 1 CD. Live -Mitschnitt aus dem Kabarett im Hofgarten in Aschaffenburg. -- culture.text


Kommentare und Bewertungen:
"In dubio pro secco"
Herrlich diese CD und der, der sie bespricht, ist wirklich einer von denen, die....., also ein wahrer Kabarettist, so wie wir ihn heutzutage einfach brauchen, vonnöten haben wohlgemerkt.

Und, das muß mann auch sagen, Urban Priol macht ja alles in einer Person, er ist verantwortlich für die Texte (für welche!) und er spricht sie, was sage ich, er spielt sie in derart gekonnter Manier, daß man sich wirklich nur noch wünscht, ihn in Natur zu sehen.

"Weichsteinig im Abgang" diese wunderbar kredenzten Gewächse herber und auch wieder körperbetonter Art und man schüttelt darüber verwundert und wirklich ergötzt nicht nur den Kopf, sondern auch all seinen Frust aus dem Leib.

Ja, so mögen wir ihn, denn er spricht uns aus der Seele, auch wenn er kräftig zulangt und vor allem ist er politisch, das heißt, er packt die öffentlich diskutierten Dinge an, die man aber nun wirklich auch mal anfassen darf und somit verweht er auch etwas den deutschen Jammer.

Ein außerordentlicher Darsteller und Vollbringer wichtiger Tatsachenberichte.


VOLLTREFFER! - Sein neuestes Highlight
Wer dachte, "Alles muß raus!" sei der Anschlag gewesen, der kann sich über die Fortsetzung dieses kabarettistischen Highlights freuen. Deutschland 2004: der halbierte Schröder hofft auf doppelte Wählerstimmen, Priol ist wieder mal auf Ballhöhe. Ulla Schmidt und Münte dürfen auch ihren Senf dazugeben. Erstklassiges, hintersinniges Kabarett. Fünf Sterne für Anspruch und Originalität. Schade, daß man nie erfährt, warum es denn nun ausgerechnet eine Ordnungswidrigkeit sein soll, wenn man eine Putzfrau beschäftigt, deren Job doch die Ordnung..., naja, Sie wissen schon.


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