Hörbuch         Tiger fressen keine Yogis, 3 Audio-CDs


Tiger fressen keine Yogis, 3 Audio-CDs
von Helge Timmerberg und Mathieu Carriere
CD
August 2002
Verlag: Steinbach Sprechende Bücher



Beschreibung:
Er schreibt Reisreportagen aus fast allen Teilen unseres Planeten. Seit er 20 ist, tourt er durch die Welt. Er ist rastlos, hält es nie lange an einem Ort aus und erzählt in seinem ganz eigenen Stil. Helge Timmerberg ist neugierig, aber offen. Er kann den Moment abwarten, in dem etwas passiert und egal, was dann passiert, er schreibt darüber in seiner ganz eigenen fesselnden Art: Dabei bleibt er immer ein bisschen distanziert, geht aber gleichzeitig voller Empathie an die Geschichte und die Personen heran. Aus all seinen Reportagen hört man den Glauben an das Gute und Schöne heraus. Man hört seine Menschlichkeit. Das tut gut bei einem, der fast alles erlebt und ausprobiert hat.

Mit „Tiger fressen keine Yogis – Stories von unterwegs“ liegt eine Sammlung von Helge Timmerbergs besten Reportagen vor. Wenn der Autor dieser schillernden Reiseeindrücke mit einem genialen Sprecher wie Mathieu Carrière zusammenkommt, dann ist Langeweile ein Fremdwort. Vielleicht liegt es ein bisschen daran, dass Carrière sich selbst beeindruckt über die Stories dieses modernen Nomaden geäußert hat. Jedenfalls trifft er den richtigen Ton für die Reportagen über exotische Gefilde und andere Bewusstseinszustände. Egal, ob Timmerberg von den Reisen zu Gurus und Asketen in Indien, dem Besuch von Mutter Theresas Haus des Todes in Kalkutta, den Auswirkungen des Golfkriegs in Tel Aviv oder dem wahren Flamenco erzählt, es klingt immer authentisch. Es klingt nach seinem Credo „Catch the spirit“. Den Geist einer Kultur, einer Stadt oder eines Menschen erfassen – das liegt ihm im Blut.

Helge Timmerberg ist bereits heute eine Legende des Journalismus. Er veröffentlichte seine Reportagen in ziemlich allen Printmedien: Von Tempo, über Bunte, Die Zeit, Stern, Der Spiegel, Allegra oder das SZ-Magazin bis hin zum Playboy. Er war es, der in Deutschland den „New Journalism“ im Stile eines Hunter S. Thompson etablierte. Frei nach dem Motto: Als Reporter soll man den subjektiven Journalismus pflegen.

Für diese Dichte und Intensität der Stories passt Mathieu Carrières Stimme. Bereits mit 15 Jahren wurde er mit der Rolle des jungen Törless bekannt. Er studierte Philosophie und spielte erfolgreich am Pariser Nationaltheater. „Die flambierte Frau“ und die Darstellung von Egon Schiele sind Meilensteine seiner Karriere. Carrière, der als schwierig gilt, erhielt von der französischen Regierung die Auszeichnung „Ritter der Ehrenlegion“.

Trotz aller anderslautenden Meldungen: Es gibt noch immer Geheimnisse auf dieser Welt! Deshalb sind diese faszinierenden Geschichten und Abenteuer ein Muss!

Lesung der autorisierten Auswahl mit Musik, Spieldauer: ca. 190 Minuten, 3 CD.

-- culture.text


Kommentare und Bewertungen:
Helge Timmerberg ist ganz enorm viel herumgekommen
Es ist sehr schwer, Helge Timmerbergs Schreiben einzuordnen. Soll man ihn, der auch Reportagen für den SPIEGEL schrieb, vergleichen mit Hellmuth Karasek? Nein, beileibe nicht so naiv-harmlos, so pointenlos zähschleimig im Formulieren. Dann vergleichbar mit Henryk M. Broder? Nein, beruhigenderweise, buddhistischerweise nicht so voller wutschnaubender, unerbittlicher Kampfeslust. Dann vergleichbar mit der preisgekrönten SPIEGEL-Autorin Marie-Luise Scherer? Nein, nicht mit so einem bitteren, larmoyanten Unterton. Ist er also fröhlicher, so wie Roger Willemsen? Bestimmt, aber er ist mehr herumgekommen. Schreibt er locker-leicht wie die Nachwuchsautorin Else Buschheuer, die mit diesem Tunichtgut und Performancekünstler Schlingensief befreundet ist? Soziologische Nähe ist bestimmt eher vorhanden als zu Karasek, aber Helge Timmerberg ist ganz real enorm herumgekommen: Indien, Israel, Afrika, selbst die Spanienberichte sind so realistisch ins Milieu gekrochen, dass sie nicht mehr zu der uns Bürgern bekannten Welt zu gehören scheinen. Schreibt (und lebt) er wie der Drogenpapst Aldous Huxley? Dafür hat er immer noch zu viel nüchternen Verstand in seiner hinteren Zimmerecke verwahrt. Jetzt weiß ich, womit ich ihn vergleichen kann. Mit Arthus-Bertrand. Das ist zwar kein Schriftsteller, sondern ein den Globus ständig umjagender Luftbild-Fotograf, aber gemeinsam ist: sie haben alles gesehen. Der Unterschied: Timmerberg steckte zuweilen bis zur Halskrause in den Milieus, die Distanz eines stratosphärennah arbeitenden, hochtechnisierten Lichtbildners konnte er selten erklettern. Aber der Leser kann es! Wenn er nämlich über jene Jahrzehnte umfassende Reportagensammlung von Timmerberg hinwegsaust, ohne zu tief hineinzugleiten ... ein Lesegenuss ist es dann auf jeden Fall - auch wenn man nicht wie er ausgerechnet den Landweg von Istanbul bis Kalkutta höchstselbst nachfahren will.


weltreisender Journalist mit bissigem Humor
Das „enfant terrible" des deutschen Journalismus „Helge Timmerberg" ist in der Tat ein Journalist mit der Fähigkeit zu bittersüßen Kommentaren. Egal was er sieht und registriert und an welchem unmöglichen Ort er sich befindet, Helge Timmerberg schafft es immer wieder, mir mit „Tiger fressen keine Yogis", ein breites Grinsen zu entlocken.

Reisen, Reisen, Reisen, das ist das Credo eines der unkonventionellsten deutschen Journalisten. Helge Timmerberg ist unbequem und schonungslos bei seinen Fragen und all zu oft - sehr direkt, doch gerade dies, macht ihn so attraktiv. Sein Fragestil ist ohne Schnörkel und die Antworten, welche er bekommt, sind grandios.

Ob Helge Timmerberg in Indien weilt und dort in einem Ashram wohnt, wo er die „heiligen" Männer interviewt oder eine Zigeuner in Spanien nach dem perfekten Flamenco befragt, immer sind die Antworten überraschend. Auch das Interview in Japan mit dem Yakuzza - Mitglied war erstaunlich und seine spitzen Bemerkungen über die Gäste und Stars/Sternchen des Nobelrestaurants „Borchardt" in Berlin sind glänzend und bissig zugleich.

Die CDs stellen eine Auswahl von kommentierten Reisepunkten dar, verteilt über den ganzen Erdball. Die wachen Augen und das gute Gehör Helge Timmerberg vermittelt dem Hörer in „Tiger fressen keine Yogis" ein ganz besonders Hör-Erlebnis. Es ist der Stil und die Wahl der Wörter, welche es so besonders machen, ihm zuzuhören. Daran hat natürlich auch der Sprecher „Mathieu Carriére" maßgeblichen Anteil, denn seiner Betonung ist es zu verdanken, daß der Inhalt so gut ankommt.

Auch sensible Themen, wie der Aufenthalt in Kalkutta, im Haus „Mutter Theresa", sind ausgesprochen hörenswert und vermitteln einen sehr privaten und persönlichen Eindruck. Helge Timmerberg ist ein Ausnahmejournalist, ständig unterwegs, überall und nirgends zu Hause...

Diese drei CDs haben mir sehr gefallen, da ich bei allen Themen teilweise schmunzeln oder auch lachen konnte. Diese ungeschminkte und ehrliche Art ist es, welche Helge Timmerberg (das „enfant terrible") so unverblümt erscheinen lassen, doch gerade dies ist es - es ist der Spiegel - den er der Gesellschaft vorhält.

Für alle Hörer geeignet, welche Spitze Bemerkungen und unverhohlene Kommentare zum Alltagsgeschehen gerne hören wollen und können. Ein Hörgenuß der ganz besonderen Art, alles, aber nicht langweilig...


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