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 Tod und Teufel, 8 Audio-CDs
von Frank Schätzing
CD
Juni 2003
Verlag: Emons

Kommentare und Bewertungen: Spannendes Mittelalter
    
Großes Lob für das Erstlingswerk von Frank Schätzing ! Der Autor hat mit seinem historischen Kriminalroman rund um die Figuren von Jacop dem Fuchs, der ansehnlichen Richmodis, des geistreichen, politisch wie historisch bemerkenswert gebildeten Jaspar Rodenkirchen sowie der Gegenspieler Mathias und Johann Overstolz und des teuflischen Urquhart von Monadhliath ein mitreißendes Stück spannender Unterhaltung aus dem Mittelalter vorgelegt. Hat man einmal begonnen, läßt einen das flüssig geschriebene Buch nicht mehr los. Bemerkenswert der hautnah vermittelte Kölner Lokalkolorit. Selbst, wenn man wie der Verfasser dieser Zeilen bereits eine andere 2000 Jahre alte Stadt keltisch-römischen Ursprungs und deren beeindruckenden gotischen Dom mehrere Jahre genießen durfte, drängt es einen danach, sämtliche Schauplätze des Romans vor Ort erleben zu wollen.Fazit : Solange es so hoffnungsvolle junge Schriftsteller wie Frank Schätzing oder Tanja Kinkel gibt, braucht man sich in Deutschland um den Nachwuchs an versierten Autoren historischer Romane nicht zu sorgen. Schätzings Werk bleibt eine weite Verbreitung - auch außerhalb Deutschlands - zu wünschen.
Betreten der Baustelle auf eigene Gefahr!
    
Köln Krimis haben zwar eine große Fangemeinde, aber so richtig locken sie keinen mehr hinter dem Ofen hervor. Auch mich musste man zu meinem Glück zwingen, und das tat meine Nachbarin, indem sie mir den Klassiker „Tod und Teufel" von Frank Schätzing auf meinen Geburtstagsgabentisch legte - und zwar als Hörbuch. Der Autor selber liest hier, die leicht gekürzte Fassung seines spannenden Mittelalter- Krimis um den Bau des Doms und macht seine Sache einfach großartig. Mit angenehmer dunkler Stimme lässt er das Geschehen lebendig werden. Er komponierte selber die passende mittelalterliche Musik, bei der man das Gefühl hat, der Spielmann befinde sich direkt in der Lautsprecherbox. Wir befinden uns im Jahre 1260: Hauptdarsteller dieses „Kinos für die Ohren" ist der Dieb Jacop, wegen seiner roten Haare auch „Der Fuchs" genannt. Da er sich es auf dem Kölner Wochenmarkt mit den Verkäufern verscherzt hat, indem er sich beim Schnitzelklauen erwischen ließ, sitzt er nun im Apfelbaum des Erzbischofs und genießt sein fruchtiges Abendbrot. Leider beobachtet er dabei den Mord des Kölner Dombaumeisters, der von einem schwarzen Schatten vom Gerüst gestürzt wird. Unglücklicherweise hat dieser Schatten Jacop auch gesehen und eine spannende Verfolgungsjagd durch die Straßen Kölns beginnt. Die Patrizier gegen die Geistlichkeit, die Handwerker gegen den Adel. Jeder gegen Jeden - wer macht am Ende das Rennen um die Macht in Köln? Faszinierende Charaktere und temporeiche Verfolgungen, bei denen man mit ein wenig Kölnkenntnissen fast bildlich mit auf der Flucht sein kann. Dazu philosophische Exkurse durch die Figur des Gelehrten Jaspar Rodenkirchen und eine dicke Portion Gänsehaut, die einem unweigerlich über den Rücken läuft wann immer der „Schatten" auftritt. Das alles macht die 8 CDs zur perfekten Beschäftigung für verregnete Sonntage. Warum sind es nicht noch mehr Teile, fragt man sich - und drückt die PLAY- Taste erneut.
Spannender, philosophische und lehrreicher Krimi
   
Interessieren Sie sich für historische Romane, die mehr vermitteln als nur eine Geschichte mit mittelalterlicher Kulisse und dabei auch noch extrem spannend sind? Dann liegen Sie bei " Tod & Teufel " verdammt richtig! Köln im Jahre 1260, laufen Sie mit dem Protagonisten teilweise in atemberaubendem Tempo über die Märkte, die Gassen der Stadt. Und eigentlich ist Jacop, der Gelegenheitsdieb mit Herz, den ganzen Roman über auf der Flucht. Er scheint aber mindestens 7 Leben zu haben wie eine Katze auch wenn er der Fuchs genannt wird. Hier liegt vielleicht eine kleine Schwäche in puncto Glaubwürdigkeit im Roman. Er stürzt von Bäumen aus luftiger Höhe, kämpft mit einem übermächtigen Gegner und schafft es aber trotz erheblicher Blessuren immer noch seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Als Leser kann man Köln fast sehen, wie es damals war und die Menschen dort lebten. Aber das Buch ist nicht nur Krimi! Ein Gefährte, den Jacop im Kampf um sein Überleben findet, klärt ihn und den Leser über die politischen und philosphischen Hintergründe seiner Zeit auf. Wie ist die Macht zwischen Papst und Kaiser, Bischof und Fürsten, Patriziern und Zünften aufgeteilt. Wer spielt welche Rolle? Ich habe das Buch kaum weglegen können. Da ich Bahn-Pendler bin, habe ich es als Zuglektüre gekauft. Ich war jedesmal verärgert, wenn ich an mein Ziel gelangt war ( Ziel heißt übrigens Köln ). Also ab unter den Weihnachtsbaum damit und über die Feiertag in einem Rutsch verkonsumieren, besser als jede X-Wiederholung im Fernsehen!
Auch für Nicht-Kölner geeignet !
   
Ein hervorragend recherchierter historischer Roman, der die verschiedenen Gesellschaftsschichten im mittelalterlichen Köln und die Stadt als solche vorstellbar und nachvollziehbar darstellt. Daher auch für einen Nicht-Kölner wie mich (ich wohne im tiefsten Bayern!), der mit den einzelnen Schauplätzen der Handlung nicht vertraut ist, eine empfehlenswerte Lektüre. Für den Liebhaber und Schätzer des Genres "Historischer Roman" ohnehin ein "Muß!" ! Uneingeschränkt geeignet aber auch für Leseratten, die dieses Genre erst entdecken wollen und sich bisher vor oft langweiligen, 1000-seitigen und mit historischen Fakten überfrachteten Wälzern gescheut haben. Dem ist hier nicht so : Der vom Umfang her überschaubare Roman ist angenehm und kurzweilig zu lesen. Die schnelle, ereignisreiche Handlung als solche ist spannend und schlüssig aufgebaut. Auch der mit Geschichtskenntnissen weniger gesegnete Leser wird praktisch nebenher mit dem zum Verständnis des Romans notwendigen historischen Hintergrundwissen versorgt. Positiv zu werten ist die konsequente Darstellung der Charaktere der verschiedenen handelnden Personen mit ihren jeweiligen Schwächen und Stärken in ihrer jeweiligen Denkweise. Das gesamte Weltbild dieser Epoche wird dadurch anschaulich vermittelt. Der Autor versteht es, mit der Sprache umzugehen, ohne den durchschnittlichen Leser zu überfordern. Dies zudem gewürzt mit der notwendigen Portion Witz und Ironie ! Mein einziger Kritikpunkt: Die Hindergründe und Motive der diversen Morde und deren Drahtzieher sind relativ schnell, wenn auch nicht in allen Einzelheiten, durchschaubar, so dass für den aufmerksamen Leser das Ende keine wahre Überraschung mehr bietet. Daher "nur" 4 Sterne, allerdings mit der Tendenz zur Höchstnote.
Dom und Mord
 
Köln im 13. Jahrhundert zur Zeit des Dombaus. Eine Verschwörung ist im Gange, in deren Verlauf der Dombaumeister Gerhard Morart vom Gerüst gestoßen wird. Doch der Mörder hat einen Zeugen, den Dieb Jacop der Fuchs, so genannt wegen seiner roten Haare. Jacop ist seines Lebens nicht mehr sicher, aber er hat in dem Physikus Jasper und seiner klugen Nichte Richmodis tatkräftige Unterstützung. Es macht Spaß, in Büchern an einen Ort geführt zu werden, den man kennt und dessen Geschichte man noch im Hinterkopf hat, und so machen die ersten Kapitel eigentlich Appetit: Das Treiben auf den Märkten, die Straßen und Gassen, die Spelunken und Kirchen, Bettler, Diebe, Kaufleute, Gelehrte, Mönche. Wer den Dombaumeister tötet und wer die Drahtzieher sind, weiss man, es bleibt die Frage nach dem Warum und den Zusammenhängen des Komplotts. Allerdings: Spätestens nach dem Auftreten Jaspers wird das Buch geschwätzig. Endlose Monologe, als Belehrungen für Jacop gemeint, und schnoddrige Dialoge mit Richmodis Vater führt Jasper, die meist nichts mit dem Stoff des Buches zu tun haben und es inhaltlich nicht weiter bringen. Wollte hier etwa der Autor sein profundes Wissen zeigen? Was er über die Geschichte des Dombaus und der Stadt Köln im 13. Jahrhundert recherchiert hat, ist beachtlich; auch ist verständlich, dass die Personen sich nicht in der Originalsprache der Zeit verständigen können - dann würde es ein Großteil der heutigen Leser nicht verstehen - aber im Detail zeigt sich, dass Schätzing das Mittelalter nicht immer fest im Griff hat, z.B. setzt er die Hexenverfolgung ca. 150-200 Jahre zu früh an, was in einem historischen Roman übers Mittelalter ein gewaltiger Fehler ist. Aufklärung und Lösung sind ein wenig flach und können nicht als echter Höhepunkt gewertet werden. Insgesamt hätten dem Roman 100-150 Seiten weniger und etwas Historienforschung mehr gut getan.
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