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 Unheimliche Geschichten, 3 Audio-CDs
von Guy de Maupassant und Achim Grauer
CD
November 2003
Verlag: Naxos

Kommentare und Bewertungen: "Wirklich unglaublich"
    
Acht Geschichten über Ängste und Furcht gelesen von dem Schauspieler Achim Grauer, der seit 2001 aus dem Kino und Fernsehproduktionen (u.a. "Lautlos", Prod. Tom Twyker) bekannt ist. Mit einer hinreißend ruhigen Stimme verleiht er den Geschichten Gestalt. Seine staunend-sensible Tonart läßt Achim Grauer regelrecht mit den Geschichten, die in Ich-Form vorgetragen werden, zu einer perfekten Einheit verschmelzen. Als Zuhörer bekommt man den Eindruck, als stecke er selbst mittendrin im Geschehen. Eine grandiose sprachliche Leistung, wenn man bedenkt, von welchen Selbstzweifeln, Angstzuständen, Halluzinationen, Bewußtseinsstörungen und einer negativen Lebenseinstellung Guy de Maupassant aufgrund seiner Erkrankung geplagt wurde und die er nur schreibend verarbeiten konnte.In "Wer weiß" begibt sich de Maupassant aus Angst vor dem selbst Erlebten und auch zu seinem eigenen Schutz in eine geschlossene Anstalt, da er sich als Spielball einer seltsamen Vision fühlt. Denn in seinem Haus, ruhig und etwas außerhalb der Stadt, in einem schönen Garten gelegen, geschehen eines abends nach einem Opernbesuch seltsame Dinge..... "Das Haar", "Die Furcht", "Die Hand", "Vision", "Er", "Die Nacht" und "Der Horla"(ungekürzt auf 1 CD)) sind Geschichten, die wirklich unter die Haut gehen, erschreckend, verwirrend und einmal auch traurig. Ich finde, dies ist ein absolutes Must-have für Guy de Maupassant Fans. Zurücklehnen, genießen und das ganz bestimmt nicht nur einmal.
Maupassant, der Poe Frankreichs!
    
Jedem audiophilen Kenner des gepflegten Schreckens sei dieses Hörbuch-Juwel der Unheimlichen Literatur ans Herz gelegt. Maupassant, der sich nie zu schade drum war, über Existenzen zu schreiben, welche naturgemäss eher am Rande der Gesellschaft stehen (da wären z. B. Prostituierte, Verrückte, Seemänner, Verbrecher...), zieht hier alle erzähltechnischen Register um den Hörer zu beeindrucken. Die Geschichten (von denen die Vampir-Story "der Horla" wohl die Berühmteste ist) handeln vorallem von den "inneren Abgründen", von seelischen Nöten und Urängsten der Menschheit. Sehr subtil und einfühlsam und mit einem Gespür für psychologische Feinheiten und mit sprachlicher Raffinesse erzählt er vom täglichen Wahnsinn. Jede Geschichte wird durch ein kurzes Musik-Stück von John Cage eingeleitet, was die düstere Atmosphäre schon vorweg nimmt und zusammen mit den meisterhaften Erzählungen für kurze Weile und wohlige Eingeweideschauer sorgt. Trotzdem sollte man Maupassants kurze Prosa keineswegs in den üblichen "Horror-Topf" werfen, denn dafür ist sie einfach zu raffiniert und vielleicht sogar mit einem gewissen Wahrheitsanspruch behaftet, der sie eben gerade so erschreckend und glaubwürdig macht. Maupassant jedenfalls wusste wovon er sprach, hatte er doch ebenfalls seinen Lebensabend (wie der Verfasser des Tagebuchs in "das Haar") in geistiger Umnachtung verbracht. Somit haben diese Erzählungen schon fast prophetischen Charakter. Bitte mehr davon!
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