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 Vor dem Frost, 2 Audio-CDs
von Henning Mankell, Sven Stricker, Ulrich Pleitgen und Ulrike C. Tscharre
CD
Juli 2003
Verlag: Dhv der Hörverlag

Kommentare und Bewertungen: Perfekte Übergabe des Staffelholzes
    
Mankell präsentiert einen neuen Protagonisten. Linda Wallander, die Tochter des grantigen Kommissars, den doch so viele liebgewonnen haben. Und ganz ehrlich, diese Entscheidung war grandios. Wenn man sich von Anfang an darauf einlässt, dass Linda die neue Hauptfigur ist, dann wird man sie sehr schnell mindestens genauso gern mögen, wie ihren Vater.Nach zwei schwächeren Werken kehrt Mankell wieder zu seiner Bestform zurück. Er findet seinen wunderbaren Erzählstil wieder und bereitet damit ungemeine Lesefreude. Das Besondere daran ist nicht bloß, die Tatsache, dass er es versteht, die Handlungsstränge höchst interessant zu verweben, sondern seine Sprache und Beschreibungen sind einfach traumhaft. Der Plot der Geschichte ist sehr interessant und erzeugt permanent Spannung. Zusätzlich hat sich Mankell im Lauf der Zeit auch sprachlich entwickelt. Mit "Vor dem Frost" kehrt er innerhalb seiner Krimiserie wieder an den Olymp zurück den er z.B. mit Mitsommermord bereits einmal gestürmt hatte. Inhaltlich nimmt er sich diesmal des Themas religiöser Fanatismus an, allerdings abseits des Islam an den viele sofort denken werden. Eine kleine christliche Sekte überschreitet die Grenze zur Normalität und das alles in der Umgebung von Kurt Wallanders Tochter Linda, die kurz vor ihrem Eintritt in den Polizeidienst steht. Auch für Stefan Lindmann, den wir bereits in "Die Rückkehr des Tanzlehrers" kennen und schätzen gelernt haben, ist wieder Platz.
Gut- einfach nur gut
    
Dieses Hörspiel lebt von seinen Sprechern und der unheimlichen Brutalität der Protagonisten der Vorlage. Aber der größte Pluspunkt ist für mich Ulrike C. Tscharre, die einem mit ihrer Stimme gefangen nimmt und weitaus mehr kann als die Marion Beimer in der Lindenstraße zu sein. Die Gedanken (Monologe) glaubhaft nachvollziehbar und oft unemotional gesprochen wirken deshalb besonders gefühlsecht. Sollte dieses Buch jemals verfilmt werden, wünsche ich mir das hier erzählende Gespann als Darsteller. Ich selbst besitze inzwischen alle erschienenen Mankell-Hörspiele, habe die Bücher aber nie gelesen. Deshalb kann ich auch nur die CD's beurteilen. Und die garantieren Spannung pur. Und die ungewöhnlichen und vielschichtigen Stimmungen wissen mich zu beeindrucken. Und "Vor dem Frost" ist für mich das absolute Highlight! Und ich hoffe Mankell lässt Linda Wallander noch viel mehr erleben.
was ist den das?
  
Um es kurz und bündig zu sagen:das ist nicht das was man sich von einem Buch von Henning erwartet.In "Vor dem Frost" ist die Handlung mehr als schleppend.Linda,Wallanders Tochter hätte in diesem Roman die Möglichkeit gehabt als große Protagonistin aufzutreten.Das ist ihr aber durch diese heillose Durcheinander verwährt geblieben. Mankell hat versucht zu viele Geschehnisse zur selben Zeit in eine spannende Geschichte zu packen.Was ihm leider nicht gelungen ist. Das ewige Verschwinden von Linda's Freundinnen,religiöse Fanatiker (aus dem Massenselbstmord vor vielen Jahren um Jim Jones in Guyana) und dann noch die Anspielung auf den 11.September sind einfach zu viel auf einmal.Und dann noch Kurt Wallander: in dieser Geschichte wirkt er nicht gerade wie man ihn sonst eigentlich kennt als kompetenter Kommissar.Sondern als "grantelnder" und sehr unzufriedender und im allgemeinen mehr an seine Pensionierung denkender Mann. "Vor dem Frost" war übrigens auch das erste Buch von Henning Mankell das ich nicht in einer Woche geschafft habe.
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