Verehrte An- und Abwesende!, 2 Audio-CDs


Verehrte An- und Abwesende!, 2 Audio-CDs
von Albert Einstein
CD
Oktober 2003
Verlag: Suppose Verlag



Beschreibung:
Albert Einstein -- Physiker, Jude, Pazifist und verantwortungsbewusster Naturwissenschaftlers, der sich zu Wort meldete -- Originalaufnahmen dieser einzigartigen Persönlichkeit werden auf diesen zwei CDs präsentiert. Die historisch einmaligen Tondokumente umfassen 30 Jahre, von 1921 bis 1951; in dem beigelegten Booklet kann man die Texte deutsch transkribiert nachlesen. Keineswegs nur für Naturwissenschaftler sind die Rundfunkreden, Interviews und Stellungnahmen zu empfehlen, nein auch jene, die vor der Relativitätstheorie kapitulieren, werden aus diesen Gedanken und Äußerungen Kapital schlagen. Ein Mensch mit Ecken und Kanten, spricht hier eindringlich und bewegend zu uns über Frieden und Freiheit in der Welt. Als Forscher und Wissenschafter arbeiten zu können empfand Einstein als eine besondere Gnade. Das wirklich Schöne an ihm -- und dies zeichnet wohl alle nicht dogmatischen Forscher aus --, Einstein glaubt an das „Geheimnisvolle“. „Das Schönste und Tiefste, was der Mensch erleben kann, ist das Geheimnisvolle.“

1930 spricht Einstein voller Begeisterung und Zuversicht über die Aufgaben des Rundfunks und traut dem neuen Medium eine demokratische und Völker verbindende Aufgabe zu. Aus demselben Jahr stammt auch seine Schallplattenaufnahme für die Deutsche Liga der Menschenrechte. Hier beschreibt er sich als „Einspänner, als einen, dem Abhängigkeit und Vereinsmeierei zuwider, dem Dünkel und übertriebener Personenkult fremd sind. Als sozialer Mensch bekennt er sich zum Ideal der Demokratie, zu Pazifismus und Antimilitarismus.

Nach seiner Emigration in die USA, im Jahr 1933, lebt Albert Einstein die meiste Zeit in Princeton. 1940 erwirbt er die amerikanische Staatsbürgerschaft. Vehement fordert er immer wieder die Gründung einer Weltregierung, deren Gesetze die einzelnen Mitgliedsstaaten binden, die über richterliche und exekutive Macht verfügt. Er erklärt diese Weltregierung als „absolute Notwendigkeit“ für das Ziel eines dauernden Friedens. Im Hinblick auf die Fortschritte der Menschheit weist Einstein auf das Unvermögen des Intellektes hin, die Probleme der Menschheit alleine zu lösen. Er beschreibt ihn als Organ mit „mächtigen Muskeln, jedoch ohne Persönlichkeit“, spricht in einer Dankesrede davon „dass wir es im Denken weiter gebracht haben als in der Entwicklung der Persönlichkeit“. In der grundsätzlichen Debatte um die Position des Wissenschaftlers bezieht Albert Einstein 1946 eindeutig Position, wenn er als dessen oberste Aufgabe die Aufklärung der Öffentlichkeit und der Staatsmänner nennt. Und wenn er fordert, diesem Ziel auch die eigene leidenschaftliche Forschungsarbeit zu unterstellen! Das amerikanische Konzept der „Sicherheit durch überlegene Macht“ mit seinen innen- und außenpolitischen Folgen arbeitet er in einer Fernsehansprache von 1950 sehr anschaulich und überzeugend als falsch heraus.

Fazit: Die Originalaufnahmen des Physikers, Denkers und “Jahrhundertgenies” Albert Einstein sind etwas sehr Wertvolles. Wer sie anhört, wird sich der Kraft, dem schlichten und doch sicheren Charisma dieses Mannes nicht entziehen können. Weder die schlechte Qualität -- ganz nebenbei bietet diese Produktion auch noch ein Stück Rundfunkgeschichte: von direkt in den Schalltrichter des Phonographen gesprochenen Aufnahmen, über Schellack-Aufzeichnungen und Tonbandmitschnitte bis hin zu Rundfunkübertragungen -- noch das herrlich ‚deutsche’ Englisch des Redners vermögen die Ausstrahlung zu irritieren.

O-Ton, Spieldauer: ca. 116 Minuten, 2 CD. Mit ausführlichem Booklet. --culture.text


Kommentare und Bewertungen:
Einstein hätte ein Englisch-Aufbau-Kurs gut getan
Wunderbar gestaltet: Das Booklet. So aufwändig! (man erwartet es bei dieser großartigen kleinen Firma suppose auch fast schon) Aber Einstein HÖREN, zumindest bei diesen Texten, ist keine erhebende Erfahrung. Als Dokumente (aber wer braucht schon "Dokumente") vielleicht noch wertvoll, aber die den breitesten Raum einnehmenden englischen Vorträge sind ein Greuel. Nicht tontechnisch (das gilt nur für die Aufnahmen aus den 20er bzw. frühen 30er Jahren), sondern die grässliche Aussprache Einsteins, auch die Langsamkeit des Vortragens, haben mich erst zum Kichern gebracht und dann zum Ausschalten. Was der Herr zu sagen hat, habe ich lieber im Booklet nachgelesen. Ich erwarte nicht, dass er einwandfrei spricht, aber dieses Holperenglisch mit schröcklich deutscher Aussprache (die wie eine Parodie klingt und nach Parodie schreit), ist kaum auszuhalten. Inhaltlich ist das auch nicht unbedingt der große Wurf, um Physik geht es übrigens nur am Rande. Was Einstein zum Frieden von sich gibt, ist moralisch sicherlich einwandfrei, aber die Argumentation hat den Hang zum simplen Weltbild doch zu arg. Na, gut gemeint ist es jedenfalls. Wenn er das alles auf seinem Niveau ausgeführt hätte, wären es wahrscheinlich 10 CDs geworden.


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