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 Die purpurnen Flüsse, 6 Audio-CDs
von Jean-Christophe Grange und Joachim Kerzel
CD
März 2004
Verlag: Lübbe

Kommentare und Bewertungen: Klasse. Ein neuer Stern am Thriller-Himmel
    
Jean-Christoph Grangé Die purpurnen FlüsseIn der kleinen Universitätsstadt Guernon wird die grausam zugerichtete Leiche des Bibliothekars Réme entdeckt. Der ermittelnde Kommisar glaubt zunächst an einen Ritualmord, bins ganz in der Nähe ein weiterer Toter gefunden wird. Zur gleichen Zeit versucht ein Inspektor das mysteriöse verschwinden eines zehnjährigen Jungen aufzuklären... Bald ist klar, dass die zwei Toten keinesfalls unschuldige Opfer waren. ..... Ein genialer und intelligenter Roman, der von der Spannung her "Der Flug der Störche" in nichts nachsteht, im Gegenteil. "Die purpurnen Flüsse ist sogar noch ein wenig besser. Meisterlich wurde dieser atemberaubende Roman mit Jean Reno verfilmt.
Alles andere als ausgelutscht, hochspannend!
    
Die Verfilmung ist vermutlich bekannter als das Buch selbst. Den Film habe ich allerdings nie gesehen. Wer den Film bereits kennt, wird vermutlich lange nicht so sehr den Atem anhalten, wie jemand, der unvoreingenommen an diese hochspannende Geschichte herangeht. Leute, ich sags euch, ich bin vor Aufregung fast vom Sofa gefallen! Außerdem bin ich nicht nur heilfroh, dass mir der Spannungsbogen erhalten blieb, weil ich den Film nicht kenne, sondern auch, dass ich die furchtbaren Bilder nicht in der filmischen Umsetzung sehen konnte. Da hätte ich hundertprozentig alle Augenblicke wegsehen müssen und die Hälfte der Geschichte verpasst. Und das wäre wirklich sehr schade gewesen. Denn die Details sind zwar teilweise echt ekelhaft, aber man kann ja an den enstprechenden Stellen die Phantssie ausschalten und sich auf die wesentlichen Hinweise in den Verstümmelungen konzentrieren. Erst werden hier parallel zueinander zwei ganz unterschiedliche Kriminalfälle erzählt und ganz langsam erkennt der kleine Sherlock Holmes in dir ein paar kleine Zusammenhänge, bei denen man dem jeweils dem anderen Komissar zusbrüllen möchte "Hey, der andere, der hat.... Mann, jetzt lernt euch doch mal kennen!!!!". Die Spannung nimmt mit jeder Seite zu, alles wird unbeschreiblich aufgeregend und obwohl man als geübte Krimi-Leserin ein paar Vorahnungen hat, wird man vom Ende völlig überrascht.
Gut zu lesen
    
Der Text der Rückseite verspricht einen Krimi, brutal, mysteriös und mit Menschen, die ein dunkles Geheimnis verbergen. Vorweg: Die Auflösung hat thematisch nicht gefallen - Geschmackssache. Aber dem gegenüber steht die Begeisterung für die Erzählweise. Kompakt, ohne Schnörkel wird die Geschichte erzählt und gewinnt dabei ein Tempo, dass sowohl die die Ermittlungen führenden Kommissare als auch den Leser in Atem hält. Obwohl gemeinhin davon auszugehen ist, dass in einer Gesellschaft "verrückte Typen" die Minderheit darstellen, tritt das Buch geradezu den Gegenbeweis an. Nichts und niemand scheint hier "normal" zu sein. Ob der Autor hier nur zuspitzt oder ob alles zusammen kommen musste, kann der Leser selbst entscheiden. Den Filmemachern schien es wohl auch ein wenig zu viel, denn sie verzichteten letzten Endes hoffentlich zugunsten der Glaubwürdigkeit auf das markante Äußere eines Hauptakteurs. Überhaupt: das Gesetz wird von Typen vertreten, denen man im Dunkeln lieber nicht begegnet. Selbst brutal und unbeherrscht, fuchteln sie zu schnell und - die tatsächliche Dauer der Ermittlungen berücksichtigend - zu oft mit ihren Knarren herum, Zeugenaussagen werden nahezu erpresst. Da geht wohl die Phantasie des Autors zu sehr durch, der vor seinem geistigen Auge eher einen Rambo hatte als einen Maigret. Armes Frankreich. Erfreulich, dass die beiden klassischen Einzelgänger nicht dem üblichen Fortgang solcher Geschichten dienen, nämlich dass sie konkurrieren, sondern - ebenso wie der Autor seine Geschichte - auch ihre Fälle zielstrebig zu Ende bringen wollen und interagieren. Es ist ein Buch zum Film, viel zu offensichtlich werden nur die räumlichen, technischen und menschlichen Details beleuchtet, die zur Lösung führen. Unzumutbar dabei, dreimal einen Vortrag über rezessive Erbgänge zu lesen! Trotzdem ist das, was dasteht, ungeheuer spannend und vor allem packend. Die Lektüre dauert letztlich nicht länger als die Ermittlungen. Ohne allzu tiefen philosophischen oder psychologisches Tiefgang, entschuldigt man dem Buch letztlich auch die manchmal unpassenden Kapiteleinteilungen, weil sie dem Leser Zeitsprünge zumutete, irgendwie kam aber Parallität der Ereignisse (war's überhaupt gewollt, sie zu vermitteln?) nicht sauber rüber. Eben ein Filmbuch - bestimmt durch die Action. Trotzdem ein hervorragender Leseabend!
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