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 Ich habe sie geliebt. 1 Audio-CD
von Anna Gavalda, Angeli Backhausen, Friedhelm Ptok, Jele Brückner und Cathlen Gawlich
CD
Februar 2003
Verlag: Dhv der Hörverlag

Kommentare und Bewertungen: Eines der besten Bücher zum Dauerthema Mann und Frau
    
Ein Buch zum Dauerthema Mann und Frau - aber zweifellos eines der besten. Ein Mann verlässt seine Frau. Das ist nicht neues. Aber Anna Gavalda versteht es, der üblichen Frauen-Sicht ("Warum nur hat mein Mann mich verlassen? Was macht er gerade mit der Neuen?"), die Sicht des Mannes gegenüberzustellen. Im langen Gespräch mit dem Schwiegervater Pierre öffnet sich nicht nur für die Hauptfigur Chloé, sondern auch für den Leser ein Universum. Und gerade die gegenseitige Annäherung der so gegensätzlich Argumentierenden, ihr bisweilen vollzogener Perspektiv-Wechsel, macht das Buch so lesenswert. Denn Gavalda führt vor, dass das Nicht-Verlassen (die Entscheidung für die Ehefrau und gegen die Geliebte) ebenso ins Unglück führen kann. Wenn Pierre von der großen Liebe spricht, die er gehen ließ, um seine Familie nicht zu verlassen, spürt man: Die Gründe, warum Ehen scheitern, sind deutlich vielschichtiger als die simplen Erklärungen in gewissen Ratgebern. Für manche Ehen ist es besser, wenn sie auseinander gehen - und nach 168 Seiten weiß man, dass auch die der Hauptfigur Chloé dazu gehört. Anna Gavalda nimmt in ihrem brillanten Roman deutlich Position: Ja, es gibt die große Liebe - und sie ist es auch wert, dafür feste Bahnen zu verlassen. Das Schönste aber an diesem Buch: Als Mann versteht man hinterher die Frauen ein wenig besser. Und zweifellos begreifen auch Frauen durch "Ich habe sie geliebt" ein klein wenig, wie die Denkwelt von Männern funktioniert.
Ein Buch, das es auf Rezept geben sollte!!!
    
Dieses Buch sollte jeder Frau die verlassen wurde vom Arzt verschrieben werden!Anna Gavalda schönt nichts, nicht die Verzweiflung,die Ohnmacht,die Wut und die Trauer die Chloe empfindet.Das interessante an diesem Buch ist die langsame,praktisch zeitverzögerte, Entwicklung der Beziehung zwischen Chloe und ihrem Schwiegervater Pierre. Die beiden kennen sich seit Jahren,doch Chloe kam ihr Schwiegervater immer wie ein Marsmensch vor, sie bekam keinen Zugang zu ihm. Es braucht erst diese extreme Situation um diese beiden sich näherkommen zu lassen.Man durchlebt mit Chloe alle Phasen der Bewältigung ihres verlassenseins, und das macht dieses Buch meiner Meinung nach so einmalig,das es so ehrlich ist. Ein Buch das ich nur jedem ans herz legen kann.
manchmal ärgerlich unrealistisch
  
Eine Frau wird von ihrem Mann überraschend wegen einer anderen jüngeren verlassen. Ihr Schwiegervater nimmt sie mit in sein Landhaus und erzählt ihr seine eigene Geschichte, von seinem Unglück, nicht den Mut gehabt zu haben, seine Frau für seine große Liebe verlassen zu haben. Ein bis dahin von seinem gesamten Umfeld als "alter Kotzbrocken" empfundender Mann, offenbart sich ganz plötzlich als Mensch mit gefühlvollem Innenleben. Mit unendlichem Verständnis für die Gefühle seiner Schwiegertochter begegnet er deren Trauer und Wut, die sich manchmal auch gegen ihn selbst richtet. Solch eine Wandlung zum Guten mag man sich von manchem Menschen wünschen, ich finde sie aber im Buch kaum nachzuvollziehen. Warum hatte er so große Angst, seine Frau und seine Familie, für die er ohnehin kaum Zeit hatte, ja nicht einmal den Wunsch verspürte ihnen Zeit zu widmen, zu verlassen? Stattdessen blieb er und wurde zum unglücklichen Mann und Vater. Seine Beweggründe kommen für mich nicht zum Ausdruck. Seine Frau wußte ohnehin von der Affäre und zeigte ihm, wie tief sie verletzt war. Also war es letztlich seine Feigheit, die ihn hielt und durch die er gleich einer ganzen Reihe von Menschen ihr ganzes Leben belastet hat. Nur warum diese große Feigheit? So ganz wird es in diesem Buch nicht deutlich. Soll man ihn nun bedauern und den Sohn beglückwünschen, eben diesen Mut gehabt zu haben? Ich finde es zu einseitig, denn was ist wirklich in seiner Ehe passiert? Auch seine Frau hatte nicht genug Mut, ihn zu verlassen, also blieb alles beim alten schlechten. Ihre Handlungsweise fand ich noch am ehesten nachzuvollziehen. Etwas positives zeigt das Buch denn doch: Durch das Verlassenwerden erhält man eine Chance, sein Leben noch einmal neu zu gestalten, quasi von vorne anzufangen. Das Buch hat viele gute Kritiken bekommen, vielleicht weil es ein Tabu angeschnitten hat wenn es offen zeigt, daß Menschen zusammenbleiben, auch wenn die Liebe längst vergangen ist. Aber ist das wirklich etwas neues....?
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