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Das sanfte Joch der Vortrefflichkeit, 3 Cassetten
von Renate Feyl und Eva Mattes
Hörkassette
2002
Verlag: Ullstein Hörverlag

Kommentare und Bewertungen: Lust auf mehr
    
Das Buch ist in einer wunderbaren Sprache geschrieben. Es liefert interessante Details über die Zeit Schillers und Goethes und anderer interessanter Zeitgenossen. Ich habe richtig Lust bekommen, mir die Klassiker mal wieder zu Gemüte zu führen, die uns doch als Schullektüre oft etwas verleidet sind.
Einfühlsame Schilderung über eine außergewöhnliche Frau
    
Mit stimmungsstarken Farben und viel Menschenkenntnis malt Renate Feyl das Leben der Caroline von Wolzogen nach und entwirft ein sehr flüssig geschriebenes , lebendiges und detailreiches Portrait . Sie versteht es auf unnachahmliche Weise den Leser in vorige Jahrhunderte zu entführen , ihn an das damalige Zeitgeschehen zu fesseln und ihm Caroline von Wolzogen von der ersten Seite an vertraut zu machen . Leichtfüßig streift man durch das bunte und bewegte Leben dieser Romanheldin , einer emanzipierten und intelligenten Frau , die sich gegen alle Fesseln ihrer Gesellschaft zur Wehr zu setzen und sich aus dem dunklen Schatten der Männer , in dem jede schreibende Frau zu dieser Zeit stand , zu lösen wusste . Leider gehört Caroline von Wolzogen heute zu den vielen vergessenen Schriftstellerinnen , da die deutschen "Standardschriftsteller" , Goethe und Schiller , ihre damaligen Kollegen sehr in den Hintergrund drängen . Dieses Buch ist der erste Schritt , Caroline von Wolzogen wieder aufleben zu lassen und ich hoffe , dass noch viele weitere folgen werden ,auf dass diese Frau nicht vergessen wird und einen Platz in der Weltliteratur bekommt .
Daneben

Leider ist es Renate Feyl nicht gelungen, ein treffendes Porträt von Caroline von Wolzogen zu entwerfen, denn ihr fehlt fast jegliches Gefühl für Sprache und Mentalität der Goethezeit. Das wäre vielleicht noch etwas weniger störend, wenn sie sich nicht für eine Ich-Erzählerin entschieden hätte. Sollen wir wirklich glauben, dass eine Dame im ausgehenden achtzehnten Jahrhundert Sätze sagt wie die folgenden: "Dann musste sie sich mit Schiller noch mehr einschränken, und das fiel verdammt schwer." - "Ich ärgerte mich über Schiller. Was wollte er denn noch? Ich hatte ihn mehrere Wochen nach Karlsbad begleitet und wir hatten unseren Spaß gehabt."Dieser letzte Satz zeigt deutlich, dass die Sprache nicht das einzige Problem ist. Die geistigen Interessen Carolines bleiben Behauptung ebenso wie ihre geistige Gemeinschaft mit Schiller, der schon bald nur noch als aufdringliche, etwas lästige Figur abgetan wird. Und als er schließlich stirbt ist Caroline vor allem mit dem Ärger darüber beschäftigt, dass Goethe nicht einmal zur Beerdigung gekommen ist. Die empfindsame Geisteswelt, der Caroline entstammt, ist Renate Feyl anscheinend unbekannt. Selten habe ich einen historischen Roman gelesen, der so wenig Gespür für die dargestellte Zeit hatte.
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