Das Glasperlenspiel, 5 Audio-CDs


Das Glasperlenspiel, 5 Audio-CDs
von Hermann Hesse, Rudolf Wessely, Ulrich Matthes, Barbara Nüsse, Michael Farin und Christiane Ohaus
CD
September 2002
Verlag: Dhv der Hörverlag



Kommentare und Bewertungen:
Hesses reifstes Werk
Wenn sie noch nichts von Hermann Hesse kennen, machen sie sich mit diesem Werk das Leben schwerer. Anfangs quälen sie sich durch die ersten 20 Seiten - dann aber wird sich alles ändern.

Beschrieben wird das Leben des Josef Knecht, eines Eliteschülers, der als brillanter Jungmusiker zu einem begnadeten Glasperlenspieler aufsteigt. Das Glasperlenspiel - für unwissende - ist eine formelhafte, wissenschaftliche Edeldisziplin, die sich aus allen Teilen der Wissenschaft sowie der Kunst zusammensetzt. Abgeschottet führt er ein Leben in Askese.
Als Student kommt Knecht zum ersten Mal seit langem mit der Außenwelt in Berührung und findet Gefallen an ihr...

Trotz seiner sachlich gehaltenen, Hesse-Typischen Sprache kann das Buch den Leser für sich einnehmen. Es ist eine Sammlung großer Weisheiten aus allen Bereichen des Lebens, aus verschiedenen Kulturen und Religionen, verpackt in eine zum Nachdenken anregende Geschichte. Das Werk umfasst ca. 610 Seiten.

Symbolisch und reflexiv ist das Ende des Buches:
Josef Knecht, der trotz allen Wissens über die Welt und ihre Geschichte eigentlich nichts weiß, weil er sie nur aus Büchern kennt, Scheitert beim Versuch, sie wirklich zu entdecken.
Was das Leben ihm nahm, das kann auch er sich nicht mehr holen.


Sehr nachdenklicher Roman von Hesse
Diesen Roman, der zwischen 1932 und 1943 entstanden ist, halte ich für einen der nachdenklichsten Romane von Hermann Hesse. Obwohl das Buch den gesamten Lebenslauf des Hauptcharakters Joseph Knecht schildert, steht echte Handlung im nur Hintergrund. Hesse beschreibt vielmehr die Gedanken, Entscheidungen und inneren Wandlungen einer Person, die auf den ersten Blick nichts gemeinsam hat mit den Charaktern aus "Siddharta" oder "Narziß und Goldmund". Das offensichtliche Streben nach neuen Umgebungen, Lebenswandel und die dramatisch erscheinende Liebe, wie man sie in vielen seiner Werke findet, scheint im Glasperlenspiel zunächst zu fehlen. So fand ich das Leben von Knecht, und natürlich dessen Umschreibung, verglichen mit dem des Narziß geradezu fade. Das ist der Grund, weswegen mir das Buch über weite Passagen recht zäh vorkam. Andererseits geht viel Spannung aus von den im Laufe der Geschichte immer umfassenderen Beschreibungen des Glasperlenspiels selbst und seiner Ausübung. Was ist dieses Spiel, und was soll es aus der damaligen oder auch der heutigen Zeit versinnbildlichen? Vielleicht hatte ich mich irgendwann an die für Hesse etwas untypische Art gewöhnt, jedenfalls war ich zum Schluß des Romans begeistert vom sich schließenden Inhalt sowie von der Weisheit, die in ihm steckt. Daher kann ich das Buch jedem empfehlen, dem Siddharta gefiel und der mit ein paar mehr Seiten auch zurechtkommt.


Best of Hesse
„Das Glasperlenspiel", „Der Steppenwolf" und „Die Kunst des Müßigganges" sind die wichtigsten Bücher von Hermann Hesse. Alle anderen seiner Werke sind nur Variationen der immer gleichen Themen und das gleiche immer wieder durchgekaut zu sehen, entzaubert Hesses Kunst.
Hesse ist in seinen schlechtesten Momenten ein weinerlicher, selbstgerechter Schwächling, der die Pubertät nie überwunden oder verlassen hat.
Im „Glasperlenspiel" geht wieder mal ein Intellektueller ins Wasser, weil er mit der feindlichen Welt nicht zurecht kommt. Eine Art Running Gag in Hesses Büchern. Sobald Hesses Haupfiguren den Schonraum Schule („Unterm Rad") verlassen müßen oder erwachsen werden („Der Steppenwolf") wollen sie sich gleich umbringen, weil sie sich so sehr vor der wirklichen Welt ängstigen. Als Teenager fand ich das ergreifend, als Erwachsener finde ich es nur noch lächerlich.
Dennoch hat Hesse in seinen Roman, so auch im „Glasperlenspiel" viele große Augenblicke. Dann gibt er konkrete Ratschläge, das Leben zu meistern. Er ist ein Verfechter der Menschlichkeit und der Gerechtigkeit.
„Das Glasperlenspiel" spricht sich für ein Bildungswesen aus, das sich nicht wirtschaftlichen Interessen unterordnet, sondern zum Ziel hat, Menschen zu dem zu machen, was sie sein wollen.


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Hermann Hesse

 

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