Hörbuch         Unterm Rad, 6 Audio-CDs


Unterm Rad, 6 Audio-CDs
von Hermann Hesse und Samuel Weiss
CD
Mai 2002
Verlag: Dhv der Hörverlag



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Zeichen der Zeit
Hans Giebenrath ist einer der klügsten Schüler der Stadt, der Stolz seiner Lehrer, die ihn für das theologische Seminar drillen. So stehlen sie ihm seine Jugend. Seine Kaninchen werden ihm genommen, er darf nicht mehr basteln, angeln, schwimmen gehen, er muß lateinische und griechische Vokabeln pauken. Auch auf dem Seminar ist er bald einer der Besten. Doch allmählich läßt seine Leistung nach, und als man ihm gar die Freundschaft mit einem aufsässigen, genialisch-eigenwilligen Schüler verbietet, fällt er ganz ab. "Nur nicht matt werden", ermahnt ihn der Schulleiter, "sonst kommt man unters Rad." Aber der Junge ist längst "unterm Rad" einer reaktionären Pädagogik, die eine Sorge um den Menschen nicht kennt, und wird zugrunde gerichtet. Hermann Hesse gestaltet hier realistisch und mit konsequenter Logik den verfall der bürgerlichen Pädagogik der Zeit vor dem ersten Weltkrieg, wie er ihn selbst als Schüler erfahren hat. Der genialische Außenseiter Hermann Heilner ist ein jugendliches Selbstporträt des Dichters. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)


Auf heute noch übertragbar
Auch wenn das Buch schon ein paar Jährchen alt ist, hat es dennoch nicht an Aktualität einbüßen müssen. Es erzählt die Geschichte des begabten Jungen Hans, der den Erwartungen der Erwachsenen gerecht werden muss und schließlich unter dem Druck "zerbricht". Eine eindringliche Geschichte und manchmal musste ich dabei an die heutige Schulzeit denken... wie viele Kinder von ihren Eltern unter Druck gesetzt werden. Das Buch sollte zu denken geben.


Musterschüler auf Abwegen
Ob sich das Schicksal des jungen Hans Giebenrath wirklich verallgemeinern läßt und die beißende Kritik Hesses am Bildungswesen seiner Zeit somit wirklich in der dargestellten Intensität angezeigt ist, will ich dahingestellt lassen. Möglicherweise spielt auch Hesses durch seine Lehrer verletzte eigene Eitelkeit eine gewisse Rolle bei seiner Sicht der Dinge. Vieles in der Erzählung ist ja bekanntlich autobiographisch.

Wenn aber die Geschichte nicht mit Interpretationsversuchen überfrachtet wird, zeigt sich - ganz schlicht - ein sehr interessant und einfühlsam gezeichnetes Bild eines begabten Schülers, dessen Berufung es ist, die Erwartungen zu erfüllen, die alle möglichen Leute in ihn setzen. Und der sich in dieser Rolle gefällt! Daß ihm die Kindheit geraubt wird, merkt er nicht.

Erst in seiner Pubertät beginnt er an seinem bisherigen Lebensinhalt zu zweifeln, gänzlich überfordert durch den Leistungsdruck, den seine "Förderer" erzeugen. Plötzlich entdeckt er romantische Gefühle, wagt es schließlich sogar, offen zu seiner Freundschaft zu dem bei den Lehrern als Quertreiber verhaßten Schöngeist Herman Heilner zu stehen. Hiermit nimmt seine Geschichte einen Wendepunkt, er wird von seinen Lehrern fallengelassen...

Die Geschichte des Hans Giebenrath ist immer wieder ergreifend zu lesen. Man merkt, daß Hesse beim Schreiben mit ganzer Seele bei der Sache war. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)


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Hermann Hesse

 

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