Hyperion oder Der Eremit in Griechenland, 5 Audio-CDs


Hyperion oder Der Eremit in Griechenland, 5 Audio-CDs
von Friedrich Hölderlin und Reiner Unglaub
CD
Oktober 2001
Verlag: Hörbuchproduktionen



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sentimentaler Briefroman
Dieser Briefroman von Hölderlin lehnt sich an die Tradition von Goethes "Die Leiden des jungen Werther" an, indem einem Adressaten, der jedoch nicht persönlich auftritt, und der hier den Namen Bellarmin trägt, die den Protagonisten bewegenden Gefühle und Gedanken mitgeteilt werden.

Konstituierend für die Handlung, die sich jedoch zumeist als innere Handlung Hyperions beschreiben läßt, ergibt sich dessen Sehnsucht nach einer Zeit, die nicht durch das schale und flache Treiben gekennzeichnet ist, das ihn unentwegt umgibt; das Idealbild bietet ihm das alte Griechenland mit seinen göttergleichen Menschen und paradiesischen Natur.

Den Reflexionen über das, was damals war, schließt sich die Vorstellung darüber an, was er als Dichter, zu dem er sich berufen fühlt, dafür tun könnte, damit die Erde wieder ein von Poesie beglückter Planet wird; damit verbunden ist v.a. die ästhetische Erziehung der Menschen, die in dieser Welt leben werden.

Der einsame Hyperion, der gern fernab der Gesellschaft sein Leben zubringt, gerät im Laufe seiner Briefe in zwei Beziehungen, die seine Denkweise beeinflussen, und aus denen er am Ende gereift und geläutert hervorgeht. Das ist zum einen die Liebe zu Diotima, die ganz und gar himmlischen Charakters zu sein scheint. In ihrem harmonischen Wesen findet der Zweifelnde Ruhe, Kraft und inneren Frieden. Sie bestärkt ihn in seinem Vorhaben, die Menschheit zu verbessern und ist gleichzeitig seine Muse, indem sie durch ihre bloße Gegenwart die schönsten und süßesten Einfälle in ihm wachruft. Dann lernt er Alabanda kennen, der ihn in die Geschehnisse um die Französische Revolution verwickelt und damit ein stark dynamisch orientiertes Moment in Hyperions Leben einführt. Hyperions eher kontemplative Natur läßt sich zunächst zu Alanbandas Lebensweise hinreißen, die für ihn sehr faszinierend wirkt; bald muß er jedoch erkennen, daß Handeln ohne Überlegung ein viel größeres Leid hervorrufen kann, als sich seiner ständig zögernden Natur bewußt zu sein, die immer erst abwartend die Lage sondiert.

Was sich im "Hyperion" auf beispielhafte Art und Weise, und mit wunderschöner Sprache und vielen wahren Gedanken über das Leben, offenbart, ist die Sehnsucht der Romantiker nach einer Welt, die gegenüber der Zerrissenheit der Gegenwart ein Einheitsgefühl zu vermitteln vermag, das schmerzlich vermißt wird. Griechenland scheint, jedenfalls vorübergehend, eine Art Zuflucht zu gewähren, die gleichzeitg Ansätze für einen Gegenentwurf zur bestehenden Gesellschaft bietet. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)


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