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 Malka Mai, 2 Cassetten
von Mirjam Pressler, Eva Gosciejewicz und Ursula Honisch
Hörkassette
März 2002
Verlag: Dhv der Hörverlag

Beschreibung: Die Geschichte der kleinen Jüdin Malka Mai ist vom Kern her authentisch. 1943 musst sie zusammen mit ihrer Mutter Hanna, einer Ärztin, und ihrer älteren Schwester aus Polen fliehen. Weil die Reise für das 7-jährige Mädchen zu anstrengend wird, erkrankt Malka und wird von ihrer Mutter bei Bauern zurückgelassen, - später soll sie nach Ungarn nachkommen. Jäh wird aus dem Leben der kleinen Prinzessin ein Leben, das aus Hunger, Kälte, Angst und Einsamkeit besteht. Aktionen, Umsiedlungen und die dumpfe Angst vor deutschen Stiefeln bestimmen die Tage und Monate, in denen das Mädchen oft völlig auf sich allein gestellt ist. Bis sie schließlich wieder mit ihrer Mutter zusammen sein wird, durchlebt sie Schrecken und Elend bis hin zu Typhus. Eine ihrer Überlebensstrategien lautet keine Gedanken, keine Hoffnungen zuzulassen. Vor allem nicht auf ein Wiedersehen mit ihrer Mutter, die sie verdrängend die Frau Doktor Mai aus vergangenen Zeiten nennt. Mirjam Pressler zählt zu den erfolgreichsten Autoren der Kinder- und Jugendbuchszene. Für das Buch "Malka Mai" wurde sie bereits mit dem Züricher Jugendbuchpreis "La vache qui lit" ausgezeichnet. Die echte Malka Mai, die sie 1996 in Israel getroffen hat, hat vieles vergessen bzw. verdrängt. Insofern ist die Geschichte authentisch und fiktiv zugleich. Wobei der fiktive Part von der Autorin mit derartig viel Einfühlungsvermögen geschrieben wurde, dass er als absolut wahr erscheint. Eva Gosciejewicz, festes Mitglied unter Dieter Dorn am Residenztheater, liest die wechselnden Perspektiven von Malka und Hanna. Mit ihrer klaren und weichen Stimme gelingt es ihr, die Welt des kleinen Mädchens transparent zu machen, ohne jedoch in ein kindliches Bewusstsein abzudriften. "Sie war allein!" - diese zentrale Erfahrung des Kindes bringt sie unvergesslich rüber. Lesung, Spieldauer: ca. 210 Minuten, 2 MC. Ab 12 Jahren. -- culture.text
Kommentare und Bewertungen: Von Goldhaarprinzessin zum Lumpenkind
    
Wir werden in die Geschichte (und die ihrer Familie) der kleinen (7!) Jahre alten Jüdin Malka hineinzogen. Sie lässt nicht mehr los, solange man dabei ist. Eine „Aktion" zwingt Mutter Hanna mit ihren Töchtern Minna und Malka, überstürzt die Heimatstadt zu verlassen. Nicht allzu weit entfernt ist die Grenze nach Ungarn. Es ist eigentlich die Ukraine und von Ungarn besetzt. Eine lange Reise beginnt. Malka wird sich später erinnern an „Gesichter, die wie Herbstlaub an einem vorbeifliegen". So viele Menschen kreuzen den Weg der drei: hilfreiche und teuflische, gierige und gebende. Bestürzung, Traurigkeit, ja Trauer ergreifen uns beim Lesen. Die Begebenheiten in diesem Buch und das, was die gejagten und verfolgten Menschen erleben gehen so sehr unter die Haut. Die Gefühle Malkas, ihrer Mutter und Schwester werden in einer Weise dargestellt, das man selbst glaubt, „in ihren Schuhen" zu laufen. Wir begleiten sie beim Lesen auf den langen Strecken der Flucht durch Berge, Schluchten und Täler. Ganz besonders Malkas Schicksal ist so grauenvoll. Aus der behüteten goldhaarigen Prinzessin wird durch die Umstände ein verzweifeltes, einsames Kind. Sie muss ums Überleben kämpfen und lernen, für sich zu sorgen, für Unterschlupf, für Nahrung. Dann geht es nicht mehr. Aber sie erhält Hilfe im letzten Augenblick. Die Wunden, die Narben auf ihrer Seele können nie mehr wieder gut gemacht werden. Es gibt keine Versöhnung und nur die Tatsache bleibt: Malka und auch ihre Mutter und Schwester werden für immer gezeichnet sein von diesen Jahren. Und es gibt keinen Trost. Hilflosigkeit und Fassungslosigkeit bleiben zurück, wenn wir die letzte Seite lesen. Eins triumphiert: das Leben. Es heißt doch: Wo Leben ist ist auch Hoffnung.
Malka Mai
    
Ich finde dieses Buch sehr schön, jedoch öfters auch sehr traurig. Diese schweren Zeiten, die Malka mit ihrer Familie überwältigen musste berührten mich sehr. Malka war auf sich alleine gestellt und musste so manche gefährliche Situation alleine überwältigen. Was das bedeutet können wir uns heute gar nicht mehr vorstellen. Erleichtert und froh war ich, als ich erfuhr, dass es doch noch ein Happy End gab. Mitleid und Respekt vor Malka bewegte mich Seite für Seite. Abends beim Lesen konnte ich öfters gar kein Ende mehr finden. Ich fand es sehr gut, dass es eine Nachbemerkung gab, in der ich mehr über Malkas spätere Zukunft erfahren durfte.Ich kann dieses Buch also nur empfehlen.
auch für Erwachsene sehr unter die Haut gehend
   
Besonders ergriffen haben mich die Überlebensstrategien der kleinen Malka. Mehr oder weniger durch Intuition vermag sie es, den Aktionen zu entkommen. Als Mutter konnte ich auch gut Hanna verstehen, wie sie ihr Kind bei den Bauern zurücklassen muß und eigentlich schon bald von Zweifeln geplagt wird und es sich im Nachhinein dann auch als Fehler erweist. Solche Entscheidungen in Notsituationen geboren, waren ganz sicher keine Seltenheit, aber viel seltener gingen sie dann wohl gut aus. Es kann nicht genug Bücher zu diesem Thema geben und das ist eins, was auch wunderbar für Heranwachsende und Erwachsene geeignet ist und viele Ansatzpunkte für Diskussionen bietet.
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