 |
 Artemis Fowl, 2 Audio-CDs
von Eoin Colfer, Nadine Geyersbach, Hans-Peter Hallwachs und Jens Harzer
CD
April 2004
Verlag: Random House Audio

Kommentare und Bewertungen: Spannende Jugendliteratur
    
Schade, daß das Buch immer wieder in einem Atemzug mit HP genannt wird. Dadurch wird die Erwartung in eine ganz falsche Richtung gelenkt - und dann natürlich enttäuscht. Gott sei Dank habe ich Artemis Fowl erst lange nach dem vierten HP-Band in die Hände bekommen, habe dann aber das Buch an einem Wochenende verschlungen. Ich fühlte mich ganz eigenartig angezogen von dieser "coolen Geschichte", trotz, oder gerade wegen der doch eher unsympathischen Titelfigur. Unter den Wesen des Erdreiches gibt es unbestrittene Sympathieträger und auch wenn diese "Welten" sich von der Vielschichtigkeit und der Detailliebe her nicht mit HP messen können, ist doch ein hoher Lesegenuß gewährleistet. Ich empfehle dieses Buch eher für die ab 10 Jährigen (nicht ab 7/8 wie HP)... das Ganze hat einen Erwachsenen-Touch und liest sich eher wie ein Jugend-Krimi als ein Abenteuer-Roman. Ich hoffe, daß es auch von Artemis Fowl noch Fortsetzungen gibt!!!
Ganz bestimmt nicht Harry Potter
   
Wahlweise als der "neue Harry Potter" oder als "Stirb langsam mit Elfen" vermarktet, gelingt es Eoin Colfer mit "Artemis Fowl" sein eigenes Genre im Kinderbuchmarkt zu schaffen. Seine Elfen sind nicht die flatterhaften zarten Wesen, die uns bisher immer vorgegaukelt wurden. Nein, sie sind bis an die Zähne bewaffnet, verfügen über technische Spielereien, die James Bond neidisch machen würden, reisen in Kapseln auf Magmaströmen und schrecken auch vor Biobomben nicht zurück, wenn eine der ihren bedroht ist. Nur das Elfengold, das gibt es wirklich, wenn auch nicht am Ende des Regenbogens.Genau auf dieses Gold hat es Artemis Fowl, ein 12jähriger hochintelligenter Junge aus einer kriminellen Familie, abgesehen. Er kidnappt die Elfe Holly Short und verlangt als Lösegeld das Elfengold. Da Artemis ein Exemplar des geheimen Buchs der Elfen besitzt, kann er deren Schritte voraussehen und sich entsprechend darauf vorbereiten. Vorausgesetzt natürlich, alle halten sich an die Regeln ... Eoin Colfer spielt mit den Klischees des Genres und hat vor nichts Respekt. Was dabei entsteht, ist ein Buch voller Spannung, Action und Humor. Dass dabei Logik und Charaktere manchmal auf der Strecke bleiben, darf einen wohl nicht verwundern. Die Welt, die Colfer schildert, ist lange nicht mit so viel Liebe und Detail gezeichnet wie bei J.K. Rowling, seine Ideen sind dafür innovativer und manchmal auch haarsträubend. Leser sollten daher vermutlich etwas älter sein als zum Beispiel für die ersten beiden Harry Potter Bücher.
Gute Grundidee schlecht umgesetzt
 
Dieses in der Presse hoch gelobte, u.a. als großer Potter-Gegenentwurf angepriesene Buch hat mich enttäuscht. Meine schlechte Bewertung beruht vor allem darauf, dass es nach meiner Ansicht zu viele Logik-Fehler als auch Handlungsbrüche gibt. Das heißt nicht, dass ich während der Lektüre nicht gelacht hätte. Sowohl die Grundidee als auch einzelne Gags / Passagen sind originell, lesenswert und teilweise sogar richtig gut. Elfen als ein hoch technisiertes a la James Bond ausgerüstetes Volk darzustellen, hat schon etwas. Auch als Hauptperson einen eher als „böse" zu bezeichnenden Jungen zu wählen hat grundsätzlich Charme. Aber eine gute Idee, der Mut mit Klischees zu respektlos zu spielen und ein paar gute Gags zusammengepackt in einer für mich lieblos gestrickten Handlung, dass reicht für mich nicht, um eine gute Bewertung zu vergeben. Vielleicht liegt es auch daran, dass für mich der Eindruck entsteht, als wenn der Autor schnell auf der Erfolgswelle eines derzeit erfolgreichen Genres mitschwimmen möchte. Sowohl mit den ersten drei Harry Potter-Bänden (mehr sind bislang noch nicht erschienen) als auch mit den meisten Büchern von Terry Pratchett kann dieses Buch nicht mithalten. Aufgrund der Gewaltszenen ist dieses Buch meiner Meinung nach nicht für Kinder geeignet. Eine Altersbegrenzung zu nennen fällt mir schwer, aber ich denke, dass es für Leser geeignet ist, die Szenen / Passagen, die über Gewalt und bedingungsloser Gehorsam bzw. Folter zur Informationsbeschaffung handeln, schon als ein im wirklichen Leben nicht tragfähiges Konzept einordnen können.
|
 |