 Baten Kaitos
Videospiel
01. April 2005
Hersteller: Nintendo

Kommentare und Bewertungen: Einzigartiges Kampfsystem, grauenhafte Sprachausgabe
   
Nach gewohnter standard-RPG-Manier muss man mit dem, allerdings widerwilligen Helden Kalas gegen das Böse kämpfen("Kalas, wir müssen sie retten!" "Ach nö, ist nicht mein Bier") und unterwegs ein paar Typen aufgabeln. Wie hab ich das mal so schön gelesen:"The world is going to end. Send the Teenagers!" Nähe zum Hauptchar kann sich durch dessen schlechten Charakter nicht aufbauen, imo wurde deshalb eine wenig innovative Notlösung gefunden: man selbst stellt eigentlich nicht Kalas dar sondern einen "Geist" der sich an Kalas gebunden hat, und kann so gelegentlich per Dialog resultatlos seinen Unmut oder auch nicht, über Kalas Reaktionen auslassen. Das grosse Plus des Spiels nehm ich vorweg: Die Optik des Spiels ist atemberaubend! So schöne allgegenwärtige Fantasy bietet nicht mal Final Fantasy. Herrlich bunte Blumengraphik, tolle Animationen, abstrakte Szenarien(Bilderbuch-Dorf oder das Spiegellabyrinth...das beflügelt echt die Sinne) und absolut ansehnliche Kampfanimationen. Das alles hilft ständig ein wenig über folgende Negativpunte hinweg: Die grausige Dialoginszenierung(englisch), laienhafte Sprecher (so was schlimmes hab ich im O-ton noch nicht erlebt), unabgestimmte Gespräche und die Oberflächlichkeit der Charaktere würden der ersten Hälfte des Spiels einen faden Spielfluss bescheren, wäre da nicht ausser der Graphiken das einzigartige Item/Kampfsystem: Alle Items, Waffen, Schilde sind auf sogenannten Magnus-Karten abgebildet und können grösstenteils nur im Kampf benutzt werden. Dank über 1000Karten mit individueller Beschreibung(!) Sammelsuchtfaktor pur!!! Jeder Char hat ein frei zusammenstellbares Kartendeck aus Hilfs&Heil-Items, Waffen und Rüstungen. Kämpfe wechseln sich zwischen Angriffs&Verteidigungsphase ab. Zu beginn jedes Kampfes werden 4-8(9?) Karten aus dem Deck gezogen und bei Gebrauch durch eine neue zufällige Karte ersetzt. In der Angriffsphase können etwa mehrere Schwerter oder eben Items mit angriffsoption(heilmittel, verdorbene Lebensmittel, Statuserhöher) auf Feind oder Freund gezogen werden. In der Defensivphase, das gleiche, nur sollten hier Rüstungen gezogen werden um den eintreffenden Schaden des Gegners zu verringern. Das Schadenssystem basiert grösstenteils auf 6 Elementen+physischen Schaden, wobei effektive Verteidigung etwa Feuerrüstung gegen Wasserangriff darstellen würden. Komplexierend kommen noch Angriffs/Defensivoption hinzu: Ein schwert kann auch zum vertedigen genutzt werden, meist allerdings nur nachdem mindestens schon eine Karte gelegt wurde, oder ein Item hat andere auswirkungen im angriff als in der Verteidigung. Beispiel: Nüsse heilen im Angriff HP, in der Defensive kurieren sie einen Zustand. Das alles mag jetzt träge und langweilig klingen, das Ziehen geht allerdings sehr schnell: Zieht man mit Kalas die erste Schwert-Karte, greift er gleich an, und man hat eigentlich nur bruchteile um die nexte Karte auszuwählen und zu ziehen. Die neue Karte die man durch legen der alten bekommt birgt ausserdem Taktikpotential. Ist man schnell und geübt genug greifen die Chars(im späteren Spiel) so bis zu 9mal an. Nach Angriff/Defensive kommt dann jedesmal ein Screen mit Endabrechnung, sprich Verteidigungs/Angriffswerte werden nach Elementen zusammengerechnet und gegeneinander abgewogen, und nicht jeweils einzeln betrachet. Ausserdem besitzen die Karten bis zu 4 Zahlen in jeder ecke. Bei jeder gezogenen Karte wählt man so eine Zahl gezielt aus. Da man ja mehrere Karten pro Zug auswählt, können so Zahlenreihen oder Paare entstehen die einen Bonus auf Schaden/Verteidigung/Heilung bringen. Jeder Kampf ist somit eigentlich jedesmal was neues und kann wegen zufallsziehung der Karten mal stocken mal extrem schnell gehen. Im Verlauf des Spiels eignet man sich dann auch gewisse Zieh-Taktiken an, und verhaut nicht mehr so oft einen angriff weil man einfach nicht schnell genug war. Die Deckzusammenstellung sollte man öfters korrigieren, sonst endet man mit den falschen Elementen in nem harten Kampf oder kann nicht angreifen weil man nur Rüstungen in der aktuellen hand hat. Positiv: Bosskämpfe können bei Scheitern beliebig oft wiederholt werden, mit zugang zum menü vorher!!! mit den falschen Elementen ist man bei grösseren Kämpfen gelegentlich machtlos... Die Magnuskarten sind alle dauerhaft, heisst solange man sie im Kampf benutzt werden sie nicht aufgebraucht und bleiben im Deck. Einige Karten sind allerdings nur ausserhalb des Kampfes benutzbar und verschwinden nach einmaliger Benutzung(dauerhafte Statuserhöhung oder Heilung). Hinzu kommt ein Echtzeitsystem das etwa lebensmittel-Magnus verderben lässt oder Milch zu Käse werden lässt. Ab der zweiten Disc werden dann, empfand ich jedenfalls so, die Dialoge auch etwas erträglicher und dank einiger toller Minigames/Sidequests ist das Spiel imo ein Must have für jeden RPG'ler mit GC der zuviel Zeit hat. "Überraschende" Wendungen mit teils aufregender Storyentwicklung beleben das Game ab der 2ten Disc. Wären die Dialoge professioneller und die Charaktere interessanter(Mizuti und Savyyna sind allerdings kewl!) könnt ich es gleich neben FFX ins Regal stellen.
Interessant,mit einigen Mängeln, daher eher 3 1/2 Sterne
   
Die Story von Baten Kaitos ist nicht die originellste. Wieder einmal gilt es die Welt zu retten. Ein böser Gott und das Aufeinandertreffen verschiedener Helden. Zum Teil erinnert das an Grandia 2,Sword of Mana u.ä. Es sind aber auch viele innovative Elemente vorhanden (ich will nicht zu viel verraten). Der Sound und die Graphik sind sehr gut gelungen. Etwas seltsam erscheint das Kampfsystem und da fangen die negativen Punkte an: - viele Angriffe hängen vom Glück ab, da man nicht weiß, welche Karten man bekommt. - unter Umständen kann man nicht verteidigen, da man die falschen Karten hat - Heilungsgegenstände verändern sich: Nach einer Weile werden Bananen, Trauben undSamen zu fleckigen Bananen, gegorenen Trauben und Sprossen, sie sind nicht mehr als Heilmittel zu verwenden, sondern nur noch als Waffe. Man muss also höllisch aufpasssen, dass man später nicht ohne Heilmittel dasteht. - die Karten müssen in einer bestimmten Zeit ausgespielt werden, je hölher dein Rang, desto weniger Zeit hast du. Ein weiterer negativer Punkt ist, dass man die Charaktere einfach nicht liebgewinnen kann. Sie wirken zum Teil sehr klobig, steif und manchmal auch nervig. Trotz allem ein sehr gutes Spiel, hat man sich erst mal an das Kampfsystem gewöhnt, kann es einen lange vor den Fernseher fesseln. Die Sprachausgabe ist zwar auf Englisch, aber gut zu verstehen, außerdem mit deutschem Untertitel! Es hat allerdings nicht den Charme von Tales of Symphonia, das diesem Spiel vorzuziehen wäre, ist aber wahrscheinlich eines der besten RPG-Spiele, die es dieses Jahr auf dem GC geben wird.
Baten Kaitos - Jp. Version
   
Bezug nehmend auf die japanische Version kann ich nur sagen, daß Baten Kaitos ein super RPG ist. Die Story, soweit ich verstanden, ist zwar keine sonderliche Innovation, aber die malerischen Grafiken sowie die stimmige und passend ausgewählte Musikuntermalung stimmen bzgl. der technischen Seite wieder gnädig. Klasse finde ich das System mit den Magnus-Karten. In diesen Karten, welche sowas wie Container sind, werden alle Gegenstände, Waffen, Schilde aber auch die Zaubersprüche verwahrt. Die Kämpfe werden damit dynamisch und schnell, was Anfangs eine gehörige Einarbeitungszeit erfordert, dann aber sehr zügig von der Hand geht. Ich halte Baten Kaitos für das RPG-Highlight des Jahres 2004/2005 - nicht nur für den Cube.
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