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 Panter, Tiger & Co., 2 Audio-CDs
von Kurt Tucholsky, Uwe Friedrichsen und Ignaz Wrobel
CD
Januar 2003
Verlag: Litraton

Beschreibung: Er war ein beißender Satiriker, gnadenloser Zeitkritiker und echter Pazifist. Seine Texte Prosa und Lyrik schrieb Kurt Tucholsky unter den Pseudonymen Kaspar Hauser, Ignaz Wrobel, Theobald Tiger und Peter Panter. Bis zu seinem Tod kämpfte der Berliner, der als Korrespondent der Weltbühne in Paris und dann seit 1930 in Hindas, Schweden, lebte, für die Demokratie, gegen den Militarismus und den Nationalsozialismus. Und noch heute sorgt sein Wort Soldaten sind Mörder für Aufregung. Kein Wunder: Wie kaum ein anderer verstand Tucholsky es, seinen satirisch durchleuchtenden Blick auf den Mikro- und Makrokosmos der Weimarer Republik zu werfen. Was er da sah, ähnelt in erstaunlichem Maße den aktuellen Zuständen! Wie hier seine Texte interpretiert werden, ist einzigartig. Uwe Friedrichsen wählte Prosa und Lyrik aus den Jahren 1924 bis 1932 aus und trägt sie vor. Der renommierte Bühnen- und Filmschauspieler wurde mit diversen Preisen geehrt. Friedrichsen war Schüler von Gustaf Gründgens; er arbeitet auch für Fernsehen, Rundfunk, als Synchronsprecher und macht Lesungen. Seine ausgewogene Auswahl enthält Beiträge, die sich mit dem gesellschaftlichen Nährboden für den kommenden Sieg der Nazis (Hitler und Goethe Ein Schulaufsatz, Der Erbfeind) beschäftigen, aber auch humoristisch-kabarettistische Texte wie Frauen sind eitel. Männer? Nie -!. Ein Meisterstück seiner Interpretationskunst lässt Friedrichsen mit Herr Wendriner betrügt seine Frau, veröffentlicht 1925 in der Weltbühne, hören. Wie er den Wendriner spricht, der zuerst gegenüber seinem Mitarbeiter leugnet, dann aber amüsiert, unter Männern, von seiner Affäre mit der famosen Person erzählt. Dazwischen immer wieder vergeblich einen Brief sucht und dem anderen vertraulich mitteilt: Sie hätten auch nicht nein gesagt, wenn sie ja gesagt hätte. Dazu das virtuose Wechseln der Stimmlage, zwischen sofortigem, direkten Antworten, Mit Sich-selbst-Sprechen und dem Schwelgen in Erinnerung dieses kleine Gesamtkunstwerk zu hören, ist ein echtes Vergnügen. Auch Wo kommen die Löcher im Käse her? ist erstklassig interpretiert. Genauso wie in dem Wendriner-Text springt Friedrichsen hier unglaublich artistisch zwischen den Figuren hin und her. Am Ende listet er prosaisch die Konsequenzen auf, die der Versuch, diese Frage im trauten Familienkreis zu beantworten, nach sich zog. Bitter, aber wahr! 1931 schrieb Tucholsky Das Persönliche. Treffender könnte man heute die Medienlandschaft kaum beschreiben: Schreib sachlich und schreib dir die Finger krumm, kein Aas kümmert sich darum. Aber schreibst du einmal zwanzig Zeilen mit Klatsch, die brauchst du gar nicht zu feilen, nenn nur zwei Namen und es kommen ein Haufen Leser und Leserinnen gelaufen. (...) Und das Gedicht An das Publikum von 1931 zeigt eine verblüffende Aktualität: Oh hoch verehrtes Publikum, sag mal bist du wirklich so dumm, wie uns das an allen Tagen alle Unternehmer sagen (...) Jeder Verleger zuckt die Achseln und spricht gute Bücher gehen eben nicht! Kurt Tucholsky wurde 1890 in Berlin geboren und starb 1935 in Göteborg nach einer Tablettenvergiftung. Dazwischen lagen eine Promotion zum Dr. jur., seine umfangreiche Tätigkeit für die Weltbühne, die Aktivität in der Friedensbewegung mit der Gründung des Aktionsausschusses Nie wieder Krieg und die Verbrennung seiner Bücher, gefolgt von der Ausbürgerung. Lesung, Spieldauer: ca. 91 Minuten, 2 CD. Mit Booklet. -- culture.text
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