Everest. Himmel, Hölle, Himalaya, 2 Audio-CDs


Everest. Himmel, Hölle, Himalaya, 2 Audio-CDs
von Reinhold Messner
CD
August 2002
Verlag: Audiobuch



Beschreibung:
2002 war das Jahr der Berge. Die Erstbesteigung des Nanga Parbat (8125 Meter) - des so genannten Schicksalbergs der Deutschen - durch Hermann Buhl jährt sich im Juli 2003 zum fünfzigsten Mal. Vor diesem Hintergrund muss man kein begeisterter Bergsteiger sein, um dem Vortrag von Reinhold Messner gespannt zu folgen. Der Mann, der am Nanga Parbat seinen Bruder verloren hat, der alle 14 Achttausender bestiegen hat, versteht es blendend, über Berge mitreißend zu reden.

Reinhold Messner spricht in diesem Vortrag nicht nur über seine Himalaja-Erfahrungen - 1970 verlor er beim ersten Versuch, den Nanga Parbat zu besteigen, seinen jüngeren Bruder Günther durch eine Lawine, er selbst verlor sechs Zehen - sondern zeichnet die Geschichte der Himalaja-Expeditionen vom 19. Jahrhundert bis heute lebendig und anschaulich nach: 1924 stieg George Lee Mallory auf den Mount Everest - es war bereits die dritte britische Expedition - um erst 1999 wiedergefunden zu werden. 1953 dann gelang dem Neuseeländer Edmund Hillary zusammen mit dem Sherpa Tensing Norgay die Gipfelbesteigung. Messner selbst bestieg 1978 ohne Verwendung von künstlichem Sauerstoff zusammen mit Peter Habeler den 8848 Meter hohen Mount Everest. Ganz alleine bezwang er zwei Jahre später den Everest.

Doch Reinhold Messner spricht nicht nur im Stil eines Chronisten über die Besteigung des höchsten Berges der Welt. Er lüftet z.B. das Geheimnis um den Yeti, der sich als Schnee- oder Eisbär in der Fantasie der Menschen zu einem Ungeheuer entwickelt hatte. Zum Stichwort "Euphorie am Gipfel" äußert sich der erfahrene Alpinist ganz eindeutig: Es gibt keine Euphorie in dieser menschenfeindlichen Welt. Wer davon spricht, plappere nur Klischees nach! Neben seinen persönlichen Erlebnissen flicht Messner häufig philosophische Überlegungen in seine Ausführungen ein: So legt er großen Wert auf den Respekt, den wir Menschen gegenüber den Göttern oder der Natur zeigen sollten. Messner beginnt seinen Vortrag mit dem Hinweis auf den Spruch der Einwohner nach einem geglückten Aufstieg, der übersetzt lautet: "Die Götter haben den Aufstieg erlaubt!" Er beendet seinen Vortrag mit dem unmissverständlichen Appell an ein Freihalten der Bergwelt vor kommerziellen Interessen. Seiner Meinung nach, kann durch eine touristische Begegnung mit den Bergen keine Erfahrung gemacht werden. Gerade dieser Erfahrungswert mit der Eigenverantwortlichkeit, den Grenzsituationen und vor allem dem Zurückkehren zu den Menschen ist nach Messners Philosophie das Wesentliche des Bergsteigens. Die Tatsache überlebt zu haben, ist das, worauf man stolz sein kann.

Reinhold Messner ist ein Abenteurer, Bergsteiger, Schriftsteller, Politiker und gekonnter Selbstvermarkter. Er selbst bezeichnet sich als Grenzgänger. Die Gratwanderung zwischen dem Möglichem und dem Unmöglichem, zwischen Selbstzerstörung und Selbstfindung ist das, was ihn voran treibt. Sei es bei seinen Bergbesteigungen oder seiner Antarktisdurchquerung. Messer, der 1944 in Brixen (Südtirol) geboren wurde, veröffentlichte zahlreiche Bücher. Er wendet sich massiv gegen kommerzielle Massenexpeditionen.

Vortrag, Spieldauer: ca. 120 Minuten, 2 CD. Mit Booklet. -- culture.text


Kommentare und Bewertungen:
Grenzen überwinden...
Als Kind einen fernen Gipfel zu stürmen: was für ein Gefühl!? Also, bei mir war es zwar nur die Krone im Apfelbaum unseres Gartens, aber doch ein Erlebnis. Da hat Messner wohl auch angefangen. Und tatsächlich kommt immer wieder der kleine Junge durch, wenn er erzählt. Mich hat das schwer beeindruckt, wie einer immer wieder nach neuen Grenzen sucht - um sie zu überwinden. Und auf diesem spannenden Hörbuch ist das so kompetent, so glaubhaft vorgetragen, auch philosophisch und doch ganz handfest. Ein Genuß für Abenteurer aller (Alters)klassen!


...obwohl es Messner ist...
Reinhold Messner - nicht zwingend ein Sympathieträger. Eigentlich. Der Mann sieht aus wie ein Yeti persönlich, tritt für gewöhnlich eher selbstgefällig und manchmal etwas entrückt auf.
Und nun so etwas: Ein Hörbuch, 2 CDs lang - und viiiiiel zu kurz. Messners Vortrag über seine Erlebnisse auf den höchsten Bergen der Welt lassen sich prima anhören. Es ist kurzweilig, wenn man sich erst einmal an das leicht näselnde Südtirolerisch gewöhnt hat.
Und Reinhold Messner spart wenig aus. Er erzählt nochmal die Geschichte des Yetis, den er gesehen haben will. Es hört sich plötzlich nachvollziehbar an, was vor Jahren noch als Spinnerei gegolten hat.
Dass Reinhold Messner Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre zu den weltbesten Bergsteigern gehörte, wird verständlich, wenn man dem Mann zuhört. Er streift durch die Geschichte des Hochalpinismus, er kritisiert die widerlichen Auswüchse der Touri-Touren im Himalaya und Messer wird glaubwürdig als Naturfreund im besten Sinne des Wortes.
Eigentlich hat das sehr hörenswerte Werk nur einen Schönheitsfehler: Der Mitschnitt zeigt leider nicht die sicher atemberaubenden Bilder, auf die Messner immer wieder verweist. Dabei handelt es sich vermutlich um Dias, die die Zuhörer zusehen bekommen haben, die dem Hörer aber verwehrt bleiben.
Es ist egal. Die Doppel-CD ist gut und empfehlenswert.


Impressum

 

 

<==   ==>
Noch mehr Reisen und Abenteuer

 

Büchersuche:


Bücher      Horoskope           Flirten