Hörbuch         Die Entscheidung liegt bei dir, 2 Audio-CDs. Limitierte Sonderausgabe


Die Entscheidung liegt bei dir, 2 Audio-CDs. Limitierte Sonderausgabe
von Reinhard K. Sprenger
CD
15. März 2004
Verlag: Campus Verlag



Kommentare und Bewertungen:
Lerne bewußt zu entscheiden.
Herr Sprenger macht in seinem Buch bewußt, welchen Weg unsere Gesellschaft eingeschlagen hat. Durch unsere Erziehung und unser aufwachsen in dieser Gesellschaft gehen wir automatisch den Weg in die Unzufriedenheit. Im Zeitalter der neuen Mitte scheint es nicht Gesellschaftsfähig, klare Standpunkte, ein klares Ja oder Nein , zu äußern. Komprommisse sind angesagt, wir gehen unter im kleinsten gemeinsamen Nenner, in dem sich niemand wiedererkennt. Die Bereitschaft, Leiden zu ertragen, ist verbreiteter als die Fähigkeit, das Übel zu beseitigen. ZITAT, Seite69. Der Tenor des Buches ist: Glück ist keine Glückssache. Glück folgt der bewußten Entscheidung. Jeder kann tun was er will. Er muß nur den Preis dafür bezahlen. Lesen Sie dieses Buch, sie sind es sich, nur sich, schuldig.


Sprenger sprengt mit Alltagsbanden
Sprenger hat sein auflagenstarkes Buch vortrefflich überarbeitet und an die Entwicklung der letzten Jahre angepasst.
Mittels diverser Praxisbeispiele vermag der renommierte Publizist und Philosoph die Ketten des Alltags zu sprengen und neue Spielräume zu eröffnen.
Immer wieder zeigt er auf, wie Menschen sich ihrer Selbstverantwortung entledigen, auf Umstände, Zeit und Geld verweisen, obwohl sie im eigentlichen das Risiko scheuen oder sich halt einfach für das Bisherige, Sichere entscheiden.

Sprenger bedient sich hierbei eines erstaunlichen Repertoires an Zitaten, Anekdoten und tagespolitischen Kenntnissen.
Bei den Zitaten und Beschreibungen würde man sich oftmals nähere Angaben zu den Quellen wünschen oder wenigstens ein entsprechendes Literaturverzeichnis.
Ansonsten aber ein mutmachendes Buch, das jede es lesende Person dazu bringen kann, neue Ideen zu entwickeln oder die eigene Ausgangsposition als selbst verantwortet zu akzeptieren.
Kein Buch, welches Schuld zuschreibt oder unangemessene Tipps gibt, sondern die (Lebens-) Entscheidungen bei denjenigen lässt, die sie zu fällen haben:
Bei jeder Person persönlich!
Möge man erkennen, dass es nicht die Entscheidungen sind, die uns lähmen, sondern vielmehr das nicht entscheiden wollen.


Penetrant, aber anregend
Reinhard K. Sprenger berät Manager und Führungskräfte. Darin ist er sehr erfolgreich. Und weil er immer wieder darauf angesprochen wurde, dass seine Gedanken nicht nur für die Chef-Etagen hilfreich sind, schrieb er ein Buch für jedermann. „Die Entscheidung liegt bei dir" ist seine einfache These. Sprenger geht es um das Bewusstsein, in dem wir handeln. Sehen wir uns als Opfer der Verhältnisse? Oder erkennen wir an, dass wir in jeder Situation die Freiheit des Wählens haben? Sprenger meint damit wirklich jede Situation und das ist schwer zu schlucken. Deshalb führt Sprenger seine Leser durch eine Argumentation um die Werte Freiheit, Autonomie und Selbstverantwortung.

Ähnlich wie der amerikanischen Kulturkritiker Robert Hughes, dessen Slogan Nachrichten aus dem Jammertal Sprenger für den ersten Teil seines Buches entliehen hat, diagnostiziert er eine ausgeprägte Opferkultur. Sie fußt auf der Weigerung des einzelnen, die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Schuld sind die anderen, die Umstände, das System. Wir entlasten uns, um uns nicht zu ändern. Das ist bequem. Das ist passiv. Schlimmer noch, es macht unzufrieden, denn wir haben damit das Steuer aus der Hand gegeben, uns gleichsam selbst entmündigt.

Soweit, so gut. Sprenger wendet sich seiner zweiten zentralen Frage zu: Woher beziehen wir unsere Motivation? Von außen, durch Anreiz, Belohnung und Prämien? Oder aus uns selbst heraus? In erstem Fall sind wir Belohnungs-Junkies, deren Dopingmittel Prämien, Status, Boni und Beförderung sind. Wie bei jeder Abhängigkeit muss die Dosis ständig erhöht werden. Irgendwann ist das System ausgereizt. Es kollabiert. Für Sprenger ist die Belohnungsstrategie strukturell für unsere Gesellschaft. Sie beginnt im Kindesalter und macht die meisten Menschen zu fremd gesteuerten Wesen, die auf Motivation von außen reagieren. Das Programm „Verwöhnen", wie Sprenger es nennt, ent-mutigt. Es erstickt Risikofreude und Kreativität.

Anders das Programm der Selbstverantwortung, in dem wir die Energie für unser Handeln aus uns selbst schöpfen. Das hört sich gut an. Aber wie geht das? Sprengers Empfehlung ist: Erkenne, dass du frei wählen kannst und dem entsprechend frei ab-wählen kannst. Treffe deine Entscheidung. Sei dir über den Preis bewusst. Handle aus dir selbst heraus. Habe den Weg vor Augen und nicht das Ziel. Lebe im Hier und Jetzt. Tue das, was du tust, mit Hingabe. Verlasse es oder ändere es, wenn es dir nicht gefällt. Getreu der 70er Jahre-Parole „Love it. Leave it or Change it". Erst dann wirst du selbstverantwortlich handeln. Erst dann wirst du dein Leben als geglückt empfinden.

Nun ist Sprenger weit davon entfernt, ein Blumenkind zu sein. Er ist am Praktischen interessiert, daran, ob ein Gedanke funktioniert. Sprenger ist penetrant. Er nervt mit seiner kühlen Rationalität. Ihm fehlt ein gewisses Erbarmen für die menschlichen Schwächen und Ängste. Seiner Logik tut das keinen Abbruch. Sie ist anregend und hilfreich und lohnt die Auseinandersetzung.


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