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 Die Glücksformel, 1 Audio-CD
von Stefan Klein
CD
Februar 2003
Verlag: Eichborn

Kommentare und Bewertungen: Angewandte Glücksforschung
    
Stefan Klein gelingt es, einen weiten Bogen durch die Glücksforschung zu ziehen. Angefangen bei der Wissenschaft der Hormone, wo wir lernen, dass unser Körper die besten "Drogen" (wie z.B. Dopamin) selbst produziert. Es folgt ein Streifzug durch die Evolution, in dem wir lernen, warum wir oft so reagieren und fühlen, wie wir es tun. Allerlei subjektive Filterung, die uns hilft zu überleben, die aber häufig unsere Aufmerksamkeit auf die negativen Seiten des Lebens lenkt. Das war in der Steinzeit sinnvoll, heute aber erzieht es uns zu Pessimisten. Danach folgen sehr spannende Schilderungen aus der psychologischen Wissenschaft. Beispiel: Was ist das Geheimnis des Meditierens? Wer seine Aufmerksamkeit auf wirklich nur einen Punkt fokussieren kann, schaltet die Nervenverbindungen für die Körperwahrnehmung ab und fühlt sich "eins mit dem Universum". Und so weiter. Das Schlusskapitel zieht ein Fazit des Gelernten für die Politik. Wo leben die glücklichsten Menschen, gemessen durch eine hohe Lebenserwartung? Es ist nicht der Wohlstand einer Nation, der die Lebenserwartung treibt, sondern das Mass der gesellschaftlichen Fährigkeit zum Zusammenhalt in schwierigen Situationen. Je geringer die Einkommensunterschiede, desto höher die Lebenserwartung, so lautet die verblüffende Erkenntnis. Sieht so aus, als müssten einige gegenwärtigen Paradigmen wie die "Ich-AG" nochmals überdacht werden.. Dieses Buch aber ist absolut empfehlenswert.
Langer Weg zum Glück
   
Dieses Buch ist ein Beispiel für die Probleme von Verlagen, wissenschaftliche Bücher anzupreisen. Von den Anstrengungen, die vom Lesern hier erwartet werden, ist auf dem Umschlag wenig zu lesen - wer das Werk aber als schnelle Gebrauchsanweisung zum Glücklichwerden versteht, wird nach einigen Seiten enttäuscht sein. Was er bekommt, ist zunächst eine allumfassende und detailtriefende wissenschaftliche Erklärung, warum wir glücklich sind oder wie Glück zustande kommt. Erst am Ende des Buches kommt Stefan Klein zu dem Fazit, wie wir uns diese Kenntnisse zunutze machen können. Wer diese Kenntnisse beherzigt, könnte vielleicht wirklich, wie der "Spiegel" der Abhandlung in einem Anfall von ungewohnter Euphorie bescheinigte, hinterher sein Leben von einer neuen Warte aus betrachten. Man könnte Kleins ungeheure Fleißarbeit (hunderte Seiten werden mit der Erläuterung biochemischer Vorgänge und der Schilderung von Tierexperimenten gefüllt) als Fazit der Glücksforschung oder als eine Art zeitgemäßes Wissenschaftsupdate des alten Dale Carnegie lesen. Während letzterer früher mal die Wege aufzeigte, wie man seine Sorgen los (vulgo: glücklich) wird, zeigt Klein darüber hinaus auch noch, warum das so ist. Dafür muss man sich aber ein paar hundert Seiten Biochemie und Psychologie wühlen. Wer bei diesem Wust vorher aufgibt, wird um den Lohn der Mühe betrogen. Das wäre aber schade.
Glücklicher Autor - glückliche Leser
  
Der Autor hat nahezu alles zusammengetragen, was die populärwissenschaftliche Forschung über die menschlichen Empfindungen in letzter Zeit so hervorgebracht hat. 281 mögliche "Spiegel", "Stern" oder "Geo"-Artikel in einem Band - da muss der Leser doch glücklich sein. Man hört schon jedes Mal ein "Aha", "Ja, ja" und "So könnte es sein". Denn dies sind die Botschaften: "Aktivität macht glücklicher als Nichtstun. - Ein wacher Geist steigert das Wohlbefinden selbst dann, wenn er nur beobachtet. - Oft wird die konzentrierte Wahrnehmung von Wohlgefühlen begleitet. - Vielfalt gefällt." ... Schon das Schreiben des Buchs wird also mächtig gut getan haben. Obwohl das Erringen von Glück stets das Ziel der Menschen aller Kulturen war, hat's dem Autor noch nicht gereicht. Er hat explizit jedem Menschen seinen eigenen Weg zum Glück zugestanden, kommt somit auf sechs Milliarden Wege - und die entsprechende Zahl von potentiellen Lesern. Damit sich auch wirklich niemand übergangen fühlt, wurde auch noch die östliche Spielart als Weg zur Erleuchtung durch Beschäftigung mit sich selbst eingeflochten. Dies allerdings ohne wissenschaftlichen Beleg der aktuellen Hirnforschung. - Und damit auch wirklich jeder glücklich wird, hat der Autor eine ganze Mannschaft von Testlesern zum vorherigen Probelesen aufgeboten. Frei nach dem Motto unserer Politiker: Nicht der Inhalt ist wichtig, sondern nur der Erfolg bei den (Buch-)Wählern. Glück auf!
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